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Neutronensterne: Forscher empfangen neue Signale aus dem All

Neutronenstern-Verschmelzungen  

Forscher empfangen neue Signale aus dem All

02.05.2019, 22:47 Uhr | Christina Sticht, dpa

Neutronensterne: Forscher empfangen neue Signale aus dem All. Simulation zweier miteinander verschmelzender Neutronensterne: Forscher haben neue Signale aus dem All empfangen.  (Quelle: dpa)

Simulation zweier miteinander verschmelzender Neutronensterne: Forscher haben neue Signale aus dem All empfangen. (Quelle: dpa)

Mit noch empfindlicheren Geräten sind Astrophysiker in einer neuen Messphase den Vorgängen im Universum auf der Spur. Möglicherweise beobachteten sie im April zum ersten Mal die Kollision eines Neutronensterns mit einem Schwarzen Loch.

Gleich im ersten Monat einer neuen Messkampagne haben Gravitationswellenforscher wahrscheinlich weitere Neutronenstern-Verschmelzungen beobachtet. Es gebe fünf Kandidaten für Gravitationswellen-Ereignisse, teilte das Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik – das Albert-Einstein-Institut, AEI – am Donnerstag mit. "Da im dritten Beobachtungslauf ein größeres Volumen des Universums untersucht wird, können wir nun seltenere und extremere Ereignisse wie die Kollision eines Neutronensterns mit einem anderen kollabierten Stern beobachten", sagte Alessandra Buonanno, Direktorin des Instituts in Potsdam.

Max-Planck-Forscher in Potsdam und Hannover sind an den Forschungskooperationen Ligo und Virgo beteiligt, die den von Albert Einstein vorhergesagten Gravitationswellen auf der Spur sind. Ein erster direkter Nachweis wurde 2017 mit dem Nobelpreis für Physik an drei US-Forscher ausgezeichnet. Gravitationswellen strecken und stauchen die Raumzeit ähnlich wie ein ins Wasser geworfener Stein die Wasseroberfläche. Sie sind per Laser noch Hunderte Millionen Lichtjahre entfernt zu messen.

Gerade erst gelang erste Darstellung eines Schwarzen Lochs

In den ersten beiden Beobachtungsläufen waren zehn Verschmelzungen von Schwarzen Löchern und eine Neutronensternkollision entdeckt worden. Für die am 1. April gestartete neue Messkampagne waren die Ligo-Instrumente in den USA und das europäische Observatorium Virgo in Italien deutlich verbessert worden. Die Detektoren seien empfindlicher als je zuvor, sagte AEI-Direktor Karsten Danzmann aus Hannover. Die Forscher hoffen auf neue Erkenntnisse zu Sternenexplosionen und zum Urknall.

Blick durch das Lichtteleskops VIMOS am Very Large Telescope der ESO in Chile auf die etwa 130 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernte Galaxie NGC 4993 (M). (Quelle: dpa/ESO/A.J. Levan, N.R. Tanvir.)Blick durch das Lichtteleskops VIMOS am Very Large Telescope der ESO in Chile auf die etwa 130 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernte Galaxie NGC 4993 (M). Die Galaxie offenbarte kürzlich etwas, was noch nie zuvor beobachtet wurde: Die Verschmelzung zweier Neutronensterne. Foto: ESO/A.J. Levan, N.R. Tanvir.

Am 8., 12. und 21. April wurden drei Kandidaten von Verschmelzungen binärer schwarzer Löcher identifiziert, hieß es am Donnerstag. Am 25. April folgte die Beobachtung einer möglichen Verschmelzung zweier Neutronensterne. Das Signal am 26. April könnte sich als eine nie zuvor beobachtete Kollision eines Neutronensterns mit einem Schwarzen Loch herausstellen.
 

 
Vor drei Wochen hatten Astronomen erstmals eine Aufnahme eines Schwarzen Lochs präsentiert. Das Bild des "Event Horizon"-Teleskopnetzwerks zeigt einen dunklen Fleck mit leuchtendem Ring.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa


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