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Forscher entdecken Schiffswrack der "Endurance"

Von dpa
Aktualisiert am 09.03.2022Lesedauer: 2 Min.
Reling, Steuerrad und der Achterdeck des Schiffswracks "Endurance".
Reling, Steuerrad und der Achterdeck des Schiffswracks "Endurance". (Quelle: Falklands Maritime Heritage Trust/National Geographic/dpa./dpa)
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London (dpa) - Der Name der "Endurance", der auf Deutsch "Ausdauer" bedeutet, h├Ątte nicht besser gew├Ąhlt sein k├Ânnen: Mehr als 100 Jahre nach dem Schiffbruch des britischen Expeditionsschiffs "Endurance" haben Forscher im antarktischen Weddellmeer dessen h├Âlzernes Wrack gefunden.

"Mit der Entdeckung der "Endurance" haben wir Polargeschichte geschrieben", sagte John Shears, der Leiter der vom britischen Falklands Maritime Heritage Trust angef├╝hrten Expedition, am Mittwoch einer Mitteilung zufolge.

Die "Endurance", deren Name sogar noch auf dem h├Âlzernen Wrack zu lesen ist, wurde vor einigen Tagen in 3008 Meter Tiefe in einem Gebiet gesichtet, das die Experten zuvor eingegrenzt hatten. Das Expeditionsschiff des einstigen britischen Polarforschers Ernest Shackleton, der 1922 und damit vor 100 Jahren starb, war w├Ąhrend des Ersten Weltkriegs 1915 verungl├╝ckt und gesunken, nachdem massives Packeis seine Mission scheitern lie├č. Nachdem Shackleton und seine Crew erst rund zehn Monate im Eis feststeckten, verlie├čen sie das Schiff unter anderem mithilfe von Rettungsbooten.

Das aktuelle Expeditionsteam, das seine Suche auf einem s├╝dafrikanischen Forschungsschiff am 5. Februar von Kapstadt aus begann, hatte mehr Gl├╝ck: Etwa vier Meilen s├╝dlich von dem Ort, den der einstige Kapit├Ąn der "Endurance", Frank Worsley, zuletzt angab, wurde man f├╝ndig.

"Das ist mit Abstand das feinste Schiffswrack, das ich je gesehen habe", sagte der Forschungsdirektor der Expedition, Mensun Bound, ├╝ber den Fund. "Es steht aufrecht, sehr stolz auf dem Meeresboden und ist intakt und in brillantem Zustand."

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Zu dem wissenschaftlichen Team der "Endurance22"-Expedition an Bord des Schiffes S.A. Agulhas II geh├Ârt auch die deutsche Meeresphysikerin Stefanie Arndt vom Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven. Sie hat an Modellierungen mitgearbeitet, um die richtige Position des Forschungsschiffs zu berechnen. "Dies war deswegen relevant, da der Suchbereich quasi ganzj├Ąhrig mit Meereis bedeckt ist", schrieb die Forscherin noch vom offenen Ozean aus der Deutschen Presse-Agentur. Um den Ozeanboden so effizient wie m├Âglich abscannen zu k├Ânnen, seien zuvor Satellitenbilder und Drittvorhersagen analysiert worden.

Internationales Team l├Âst "Mammutaufgabe"

Die Spannung sei bis zum Ende gro├č gewesen, berichtete Arndt per E-Mail. Der Aufbruch w├Ąhrend der Pandemie, schwierige Eisbedingungen und viele Fragezeichen h├Ątten den Erfolg an viele Randbedingungen gekn├╝pft. "Wir k├Ânnen daraus vor allem lernen, was alles m├Âglich ist, wenn ein internationales und interdisziplin├Ąres Team zusammenkommt und an einer solchen Mammutaufgabe arbeitet", meint die Wissenschaftlerin - das sollte ihrer Meinung nach Vorbild f├╝r andere wissenschaftliche, gesellschaftliche oder politische Herausforderungen sein.

Geborgen werden soll die "Endurance" nicht, das Wrack ist im Antarktis-Vertrag als historische St├Ątte gesch├╝tzt. Die Forscher wollen ihren spektakul├Ąren Fund mit Foto- und Videoaufnahmen dokumentieren, ohne das Wrack zu besch├Ądigen, und heutigen und kommenden Generationen von seiner Geschichte berichten.

"Es geht nicht nur um die Vergangenheit", sagte Forschungsdirektor Bound. "Wir wollen die Geschichte von Shackleton und der "Endurance" der n├Ąchsten Generation erz├Ąhlen, der wir den notwendigen Schutz unserer Polarregionen und unseres Planeten anvertrauen."

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