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Mit künstlicher Befruchtung: Malaysia will Sumatra-Nashörner retten

Mit künstlicher Befruchtung  

Malaysia will Sumatra-Nashörner retten

01.10.2019, 17:52 Uhr | dpa

Mit künstlicher Befruchtung: Malaysia will Sumatra-Nashörner retten. Ein Sumatra-Nashorn: Seine Art ist vom Aussterben bedroht. (Quelle: dpa)

Ein Sumatra-Nashorn: Seine Art ist vom Aussterben bedroht. (Quelle: dpa)

Es könnte die letzte Hoffnung für den Bestand der Sumatra-Nashörner in Malaysia sein: Forscher wollen die Eizelle einer Nashorndame künstlich befruchten. Und damit die Existenz einer ganzen Art sichern.

Mit künstlicher Befruchtung will Malaysia seine Sumatra-Nashörner vor dem Aussterben retten. Wissenschaftlern gelang es laut Presseberichten, dem letzten weiblichen Tier des Landes namens Iman eine Eizelle zu entnehmen. Diese soll nun mit aufbewahrtem Sperma von Malaysias letztem männlichen Nashorn befruchtet werden, das Ende Mai im Alter von etwa 35 Jahren gestorben war.

Nashorn in Indonesien soll Kalb austragen

Die künstliche Befruchtung ist praktisch der letzte Versuch: Iman lebt im Tabin-Wildreservat auf Borneo, im malaysischen Teil der Insel. Auf natürliche Weise kann sie nicht mehr trächtig werden, weil sie Gebärmutterkrebs hatte. Falls die Befruchtung klappt, soll der Embryo von einer in Indonesien lebenden Sumatra-Nashorndame ausgetragen werden. An dem Versuch ist das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin beteiligt.

IZW-Forscher hatten erst kürzlich einen Erfolg zur Rettung des Nördlichen Breitmaulnashorns erzielt: Mit künstlicher Befruchtung erzeugten sie zwei Embryonen, die helfen sollen, das Überleben der kurz vorm Aussterben stehenden Unterart zu sichern. Eine Leihmutter – voraussichtlich ein Weibchen der verwandten Unterart des Südliches Breitmaulnashorns – soll den Nachwuchs austragen, so der Plan. Das letzte männliche Nördliche Breitmaulnashorn, Sudan, war im vergangenen Jahr gestorben. Seither gibt es nur noch zwei Exemplare: Sudans Tochter und eine Enkelin.

Nur noch knapp hundert Sumatra-Nashörner

Von den Sumatra-Nashörnern, der kleinsten Nashornart der Welt, gibt es geschätzt weniger als hundert Exemplare in kleinen, verstreuten Restbeständen vor allem auf Sumatra, sehr wenige auf Borneo. Ihr Lebensraum schwand durch Rodungen für Palmölplantagen, Papierproduktion und Bergbau in den vergangenen Jahrzehnten immens, zudem wurden zahlreiche Tiere Opfer von Wilderern. Pulverisiertes Horn gilt in vielen asiatischen Ländern als Medizin.


Als einzige Nashornart besitzt das Sumatra-Nashorn eine mehr oder weniger dichte Behaarung. Ursprünglich war es von Assam in Nordostindien über Indochina bis auf die Malaiische Halbinsel und die Großen Sundainseln verbreitet.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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