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  • Ahmed Abou-Chaker: Woher stammt das Millionen-Vermögen von Clanchef Arafats Sohn?


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Niemanden interessiert, wie die Clans ihre Villen bezahlen

Von Antje Hildebrandt

Aktualisiert am 20.06.2022Lesedauer: 3 Min.
Villa in Kleinmachnow: Sie wurde als eine von dreien am Mittwoch versteigert.
Villa in Kleinmachnow: Sie wurde als eine von dreien am Mittwoch versteigert. (Quelle: Uwe Koch)
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Woher stammt das Geld, mit dem der 21-jĂ€hrige Sohn des Clanchefs Abou-Chaker die Bushido-Villa in Kleinmachnow ersteigert hat? Brandenburg prĂŒft nicht, ob es aus kriminellen GeschĂ€ften kommt. In Berlin wĂ€re das unmöglich.

Es ist ein ParkgrundstĂŒck in bester Lage, drei Villen, ein unterirdischer Wellness-Tempel, 16.000 Quadratmeter, obendrein ein echtes SchnĂ€ppchen. FĂŒr 7.401.500 Euro ging das gemeinsame VillengrundstĂŒck von Rapper Bushido und dem Berliner Clan-Chef Arafat Abou-Chaker am Mittwoch bei der Zwangsversteigerung im Amtsgericht Potsdam weg. So hoch war die Mindestsumme, die geboten werden musste – es ist die HĂ€lfte des Verkehrswertes.

Der KĂ€ufer ist Ahmed Abou-Chaker, der Sohn von Clan-Chef Arafat Abou-Chaker. Das wirft Fragen auf. Denn Ahmed Abou-Chaker ist erst 21, er lebt noch bei seiner Mutter und ist Student. Der "Bild" sagte sein Vater, er studiere "Online-Handel oder Online-Business". Woher hat Ahmed Abou-Chaker ĂŒber sieben Millionen Euro?

Eine Task Force fĂŒr ImmobiliengeschĂ€fte

In Berlin wĂŒrde diese Frage die Behörden auf den Plan rufen. Das Land hat sich den Kampf gegen ClankriminalitĂ€t auf die Fahnen geschrieben. Hier ist man fĂŒr GeldwĂ€sche sensibilisiert. Im Sommer 2018 wurden in der Hauptstadt 77 Immobilien beschlagnahmt. Eine arabischstĂ€mmige Großfamilie, der Remmo-Clan, soll sie mit Geld aus der Organisierten KriminalitĂ€t bei Zwangsversteigerungen billig erworben haben.

Um solchen GeschĂ€ften einen Riegel vorzuschieben, hat die Justiz im Januar 2020 eine Task Force eingerichtet. Sie soll verhindern, dass illegal erworbenes Geld in Immobilien und GrundstĂŒcke investiert wird. Die Task Force arbeitet mit Notaren zusammen. VerdachtsfĂ€lle meldet sie dem Zoll.

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In Brandenburg fĂŒhlt sich keine Behörde zustĂ€ndig

An Arbeit mangelte es der Task Force anfangs nicht. Bei fast jeder zweiten PrĂŒfung habe ein Verdachtsfall vorgelegen, heißt es. Im August 2021 geriet auch ihre Arbeit ins Stocken. Seither dĂŒrfen Notare nach einer Gesetzesnovelle nur noch VerdachtsfĂ€lle melden, wenn ihnen konkrete Fakten vorliegen. Der damalige Justizsenators Dirk Behrendt (GrĂŒne) startete eine Bundesratsinitiative, um die GesetzesĂ€nderung wieder zurĂŒckzunehmen. Er scheiterte.

In Brandenburg will man von dieser Form der VerbrechensbekĂ€mpfung noch nie etwas gehört haben. Dabei, heißt es bei der Bundesnotarkammer, sei die GeldwĂ€schegefahr bei Zwangsversteigerungen besonders groß. PrĂŒft das Land, woher das Geld stammt, das der Ă€lteste Sohn von Clan-Chef Arafat Abou-Chaker investieren will, um den Landsitz zu erwerben, auf dem sein Vater mit seiner neuen LebensgefĂ€hrtin wohnt? Weder das Justiz-Ministerium noch das Finanzministerium können die Frage von t-online beantworten. Das Finanzministerium verweist aufs Amtsgericht.

Dessen Sprecher erklĂ€rt, man sei nicht zustĂ€ndig. Der Sprecher des Justizministeriums findet die Frage "höchst interessant". Er telefoniert herum. Aber auch er findet niemanden, der eine Antwort hat. Er sagt, sofern der Abou-Chaker-Sohn die Bank-BĂŒrgschaft in Höhe von zehn Prozent des Kaufpreises nicht bar bezahlt, sondern ĂŒberwiesen habe, sei die Bank in der Pflicht, zu prĂŒfen woher die sieben Millionen Euro kommen. So stehe es im GeldwĂ€schegesetz, Paragraph zwei, Absatz 3.

Wo ist das Geld aus dem Pokerraub?

Brandenburg, ein Paradies fĂŒr illegale GeldwĂ€sche? Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) kritisiert schon seit Jahren, dass es die LĂ€nder den Clans zu leicht machten, Geld aus der Organisierten KriminalitĂ€t in Immobilien und GrundstĂŒcke zu investieren. Sie fordert eine Obergrenze fĂŒr Bargeldtransfers und eine Beweisumkehr in dem 2017 verabschiedeten Gesetz zur Vermögensabschöpfung. Wenn es nach ihr geht, sollen die KĂ€ufer beweisen, dass das Geld legal erworben wurde, nicht der Staat.

Derzeit ist es in Deutschland noch umgekehrt. Wie schwer den Strafverfolgungsbehörden die Arbeit dadurch gemacht wird, zeigt das Beispiel Berlin. Von den 77 Remmo-Immobilien, die das Land Berlin vorlÀufig beschlagnahmt hat, konnten erst zwei einkassiert werden. Im Fall des Abou-Chaker-Anwesens in Kleinmachnow, sagt Benjamin Jendro, Sprecher der GdP Berlin, sollten sich die Behörden in Brandenburg mal die kriminelle Vergangenheit einiger Clan-Mitglieder anschauen.

Die hĂ€tten zwar zahlreiche Einnahmequellen. Sie verdienten ihr Geld unter anderem mit Drogen und der Vermietung von Straßenstrichen. Doch Schlagzeilen machte Mohamed "Momo" Abou-Chaker 2010 als Kopf der berĂŒchtigten Pokerraubbande am Potsdamer Platz. Von dem erbeuteten Geld, 241.930 Euro, fehle bis heute jede Spur. "Da braucht sich dann auch niemand zu wundern, wie ein 21-JĂ€hriger an sieben Millionen Euro kommt", sagt Jendro.

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Arafat Abou-ChakerBushidoPotsdam

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