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Berlin: Gewaltsame Querdenker attackieren Polizisten – fast tausend Festnahmen


Querdenker attackieren Polizisten – fast tausend Festnahmen

Von t-online, EP, ads, dru, dm

Aktualisiert am 02.08.2021Lesedauer: 3 Min.
Trotz Verbots: In Berlin kam es bei Querdenker-Demos gegen die Corona-Regeln zu Zusammenstößen mit der Polizei. (Quelle: Glomex)
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Bei Protesten sogenannter Querdenker in Berlin sind Beamte angegriffen und verletzt worden. Die meisten Kundgebungen waren zuvor verboten worden. Die Polizei hatte Mühe, die Lage zu überblicken.

Trotz des Verbotes diverser Demonstrationen haben sich am Sonntag etwa 5.000 Menschen in Berlin versammelt, um gegen die Corona-Maßnahmen zu protestieren. Rund 950 wurden vorläufig festgenommen, die meisten kamen nicth aus Berlin. Unter anderem auf Facebook hatten sogenannte Querdenker in einem "Notfallplan" dazu aufgerufen, sich dennoch auf den Weg nach Berlin zu machen.

Schon am Morgen mussten Beamte einen Autokorso am Olympischen Platz auflösen. Zwischenzeitlich war die Lage sehr unübersichtlich, weil sich die Demonstranten an mehreren Orten über das Stadtgebiet verteilt trafen. Immer wieder versuchten Teilnehmer der Protestzüge, Absperrungen der Polizei zu durchbrechen. Es gab Verletzte und hunderte Festnahmen.

Unter anderem im Stadtteil Charlottenburg formierten sich mehrere Protestzüge. Dabei seien Absperrungen ignoriert und teilweise überrannt und Einsatzkräfte angegriffen worden, erklärte die Polizei. Demonstrierende hätten versucht, die Polizeikette zu durchbrechen und Beamte herauszuziehen. "Hierbei musste körperliche Gewalt angewendet werden", sagte eine Polizeisprecherin am Sonntagvormittag.

Mann kollabiert und stirbt später

Bei den "Querdenker"-Demonstrationen in Berlin ist ein Mann kollabiert und anschließend in einem Krankenhaus gestorben.. Der Mann habe im Zuge einer Identitätsfeststellung bei der Demonstration am Sonntagnachmittag über ein Kribbeln in Arm und Brust geklagt.

Am Großen Stern drohte die Polizei mit einem Wasserwerfer. Nach drei Lautsprecherdurchsagen löste sich die Versammlung dort auf, hieß es weiter. Bei Rangeleien zwischen Demonstrierenden und der Polizei kam es auf dem Kaiserdamm und in der Umgebung immer wieder zum Einsatz von Pfefferspray.

Um die unübersichtliche Lage in den Griff zu bekommen, kreisten seit dem Mittag Hubschrauber über der Innenstadt, wie die Polizei via Twitter mitteilte. So sollte der Einsatzleitung ein besseres Bild verschafft werden.

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Aggressive Stimmung auch in Schöneberg

Später zogen die Demonstranten in die Stadtteile Schöneberg und Kreuzberg weiter. Wie ein t-online-Reporter beobachtete, sei dort lange Zeit keine Polizei zu sehen gewesen. Die Demonstrierenden waren mit Trommeln unterwegs und versuchten, Spaziergänger und Anwohner zu motivieren, sich ihnen anzuschließen. Auf Transparenten forderten sie etwa "Schluss mit der Corona-Diktatur" oder "Kein Test: keine Pandemie" oder leugneten die Existenz des Coronavirus.

Da in der Gegend die Fahrbahnen zunächst nicht für Protestzüge gesperrt waren, warnte die Polizei die Anwohner, vorsichtig zu sein. Dennoch kam es zu teils chaotischen Situationen, weil Autos in die Züge der Demonstranten gerieten und dort zunächst nicht herauskamen.

Auch dort drohte kurzzeitig die Stimmung zu kippen. Beamte setzten Pfefferspray gegen Demonstranten ein, die eine gesperrte Brücke über den Landwehrkanal zu stürmen versuchten. Was den Protestlern allerdings nicht gelang.

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Berichten des "Tagesspiegels" zufolge wurde am Rande der Proteste in Kreuzberg der Landesgeschäftsführer der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union in Verdi, Jörg Reichel, von Kundgebungsteilnehmern von seinem Fahrrad gezerrt und zusammengeschlagen. Nur durch das Eingreifen von Passanten sei Schlimmeres verhindert worden. Der Gewerkschaftler sei mit Verletzungen ins Krankenhaus gekommen.

Zum Abend hin versammelten sich Demonstranten dann am Alexanderplatz im Bezirk Mitte. Die Stimmung war wie an den anderen Orten auch gereizt. Es kam zu Auseinandersetzungen zwischen Protestlern und der Polizei. Mehrere Personen wurden festgenommen. Auch im Lustgarten soll es am Abend zu Rangeleien zwischen Polizisten und Demonstranten gekommen sein.

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Hunderte Festnahmen, Polizisten verletzt

Nach Angaben eines Polizeisprechers wurden bei den Protesten fast 600 Menschen festgenommen oder vorübergehend festgesetzt, um Personalien aufzunehmen. Die Teilnahme an einer verbotenen Versammlung sei eine Ordnungswidrigkeit, die mit bis zu 1.000 Euro Bußgeld bestraft werden könne, wurde betont.

Es seien auch Polizisten verletzt worden, so der Polizeisprecher – eine genaue Zahl und weitere Details nannte er jedoch nicht. Das "Aggressionspotenzial" habe variiert. Insgesamt war die Polizei mit mehr als 2.200 Polizistinnen und Polizisten im Einsatz.

"Wir haben uns auf einen sehr kräftezehrenden Einsatz vorbereitet an diesem gesamten Wochenende", sagte der Sprecher. Auf die Frage nach der Taktik der Polizei und warum es Menschen gelungen sei, sich zu versammeln, sagte er: Die Polizei sei angehalten, mit Augenmaß vorzugehen. "Wir können jetzt nicht jede Person willkürlich kontrollieren, etwa am Pariser Platz." Menschen hätten sich etwa auch aus touristischen Hotspots heraus bewegt und seien zu mehreren Hundert zusammengekommen. Die Polizei habe sie wieder zerstreut.

Mehr als 20.000 Teilnehmende angekündigt

Die Berliner Polizei hatte für dieses Wochenende mehrere Demonstrationen verboten, weil sie Verstöße gegen die Hygieneauflagen befürchtete. Darunter war auch eine Kundgebung der Initiative "Querdenken 711" aus Stuttgart, die für den Sonntagnachmittag ursprünglich 22.500 Teilnehmer angemeldet hatte. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg bestätigte das Verbot am späten Samstagabend.

Verwendete Quellen
  • Material der Nachrichtenagentur dpa
  • Eigene Recherchen
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