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Hamburg: Student setzt sich für bildungsbenachteiligte Menschen ein


Hamburger setzt sich für bildungsbenachteiligte Menschen ein

Von Judith Tausendfreund

Aktualisiert am 05.12.2022Lesedauer: 4 Min.
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Patrik Staak: Mit ApplicAid e.V. will er Menschen den Zugang zu Bildungsförderung erleichtern.
Patrik Staak: Mit ApplicAid e.V. will er Menschen den Zugang zu Bildungsförderung erleichtern. (Quelle: Milad J. Panah, 2021)
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Menschen mit einem bildungsbenachteiligten Hintergrund bewerben sich weniger auf Stipendien als andere. Das will ein Hamburger Student ändern und hilft ihnen, Zugang zu dieser Förderung zu bekommen.

Der Student Patrik Staak ist gerade erst von seinem Auslandssemester in Irland zurückgekommen und engagiert sich bereits als helfende Hand in der Hansestadt.

Denn Staak ist neben seinem Studium der Biotechnologie an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW) zweiter Vorsitzender des gemeinnützigen Vereins ApplicAid. Die Organisation verfolgt das Ziel, talentierte Menschen aus bildungsbenachteiligten Gruppen auf ihrem Weg zu unterstützen.

Der Verein wurde 2019 gegründet und hat seinen Sitz in Hamburg. Die Idee für ApplicAid wurde im März 2018 durch Backtosch Mustafa auf einer Model United Nations Konferenz in Panama vorgestellt, Patrik Staak begleitet die Organisation von Beginn an.

t-online: Wie sind Sie dazu gekommen, sich ehrenamtlich und in dieser Organisation zu engagieren?

Patrik Staak: Soziales Engagement war mir persönlich schon immer sehr wichtig. Bereits in meiner Schulzeit und danach engagierte ich mich ehrenamtlich als Rettungssanitäter und unterstützte die "Initiative AIAS Hamburg e.V. – Studenten gegen Blutkrebs" als Mitglied.

Ich war hoch motiviert und wollte selber etwas gründen. Durch Backtosch Mustafa bin ich auf das Thema Stipendien aufmerksam geworden. Denn Menschen mit einem bildungsbenachteiligten Hintergrund bewerben sich weniger für Stipendienprogramme, erhalten weniger Unterstützung aus ihrem Umfeld und haben schlechtere Chancen angenommen zu werden. Die Stipendien-Studie von der Mercator Stiftung aus 2016 bestätigt das.

Dieser Umstand motivierte mich, mich selbst für Stipendien zu interessieren und mich für welche zu bewerben. Ich erkannte plötzlich eine komplett neue Welt der Möglichkeiten, die mir zuvor verborgen geblieben ist. Ich gebe zu, dass ich selbst Vorurteile gegenüber Stipendien hatte, weil ich dachte, dass dort nur Personen mit den absoluten Bestleistungen vertreten sind.

Heute weiß ich, dass das nicht zwangsläufig so stimmen muss, da neben sozialem Engagement auch die Persönlichkeit stärker berücksichtigt wird. Da ich selber aus einem "Nichtakademiker-Haushalt" stamme und der Erste in meiner Familie bin, der studiert, weiß ich genau, vor welchen Hürden unsere Zielgruppe steht. Ich möchte den Zugang zu Stipendien gerechter gestalten. Deshalb engagiere ich mich bis heute bei ApplicAid.

Welchen Effekt hat die ehrenamtliche Arbeit auf Sie persönlich?

Das Ehrenamt gibt mir wirklich sehr viel, das möchte ich unbedingt betonen. Denn es gibt mir die Möglichkeit, mit noch relativ wenig Berufserfahrung anzufangen, Ideen umzusetzen und dabei Erfahrungen – auch Führungserfahrungen – zu sammeln.

Für meine persönliche Entwicklung empfinde ich das als etwas sehr Wertvolles. Und ich kann mit ganz tollen Menschen in einem Team arbeiten, auch das schätze ich sehr. Ich kann Fähigkeiten weiterentwickeln, die man später im Berufsleben, aber auch im Privatleben braucht. Der Einsatz für die Gesellschaft – das macht einen einfach auch glücklich. Weil man so anderen hilft und Unterstützung an den Stellen bietet, an denen sie wirklich notwendig ist.

Warum sollte die Politik ehrenamtliches Engagement unterstützen?

Weil es unmittelbar den gesellschaftlichen Zusammenhang stärkt und die soziale Teilhabe fördert. Das ist besonders in einer Demokratie wichtig. Darüber hinaus werden öfter gesellschaftliche Probleme und Herausforderungen von Menschen erkannt, die unmittelbar davon betroffen sind.

Es ist wichtig, dass Menschen auf diese Missstände aufmerksam machen und sich durch soziales Engagement für diese Themen einsetzen. Dadurch gelingt es viel besser, die Politik darauf aufmerksam zu machen und zum Handeln aufzufordern.

Warum sollten Kooperationspartner mit ApplicAid gemeinsame Sache machen?

Wir bei ApplicAid haben eben so ein Problem im Stipendien-System erkannt und möchten Personen mit einem bildungsbenachteiligten Hintergrund auf ihrem Weg zu einem Stipendium unterstützen. Wir besitzen eine sehr breite Expertise im Bereich der systematischen Verbesserung von Individualförderungsangeboten.

Unsere Organisation bündelt das Wissen und die Erfahrung von Stipendiaten, Juroren, Stiftungsvertretern und vielen weiteren, die sich mit dem Stipendien-System befassen. Dadurch haben wir eine differenzierte Perspektive auf verschiedene Problematiken. Zudem vergeben wir selbst keine Stipendien, sondern sind unabhängige und gemeinnützige Partner für alles rund um das Thema Stipendien.

Was sollte sich konkret ändern?

In der Politik muss das Bewusstsein geschärft werden, dass ehrenamtliches Engagement wirklich sehr viele Probleme abfedert und dementsprechend etwas sehr Wertvolles ist. Es gibt wirklich sehr viele tolle Aktionen. Ich würde mir wünschen, dass sich diese noch besser fortentwickeln können.

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Die Erfahrungen haben besonders in der letzten Zeit gezeigt, dass auch das Ehrenamt von mehr Digitalisierung enorm profitieren kann: Nicht nur wir, sondern auch viele andere Organisationen machen es gerade vor. Mehr individuelle Unterstützungsangebote für Sozialunternehmer oder junge Organisationen könnten dabei helfen, diesen Bereich zu stärken.

Denn wir dürfen nicht unterschätzen, dass auch soziales Engagement ein Privileg ist, welches wir uns erst einmal finanziell, aber auch ideell leisten können müssen.

Was wünschen Sie sich für das Jahr 2022 und Ihren Verein?

Wir haben wirklich einiges vor. Zum einen wollen wir feste Vollzeitstellen schaffen – das ist ein großes und wichtiges Ziel. Auch Praktikumsstellen wollen wir ermöglichen. Und dann wollen wir unsere Reichweite vergrößern.

Wir wollen bekannter werden und noch mehr Menschen auf ihrem Weg zu einem Stipendium unterstützen. Ebenso möchten wir weiterhin einen nachhaltigen systemischen Wandel vorantreiben. Abschließend möchte ich noch betonen, wie sehr ich mich freue, dass wir nun mit Nicole Heßberg, Caroline Breit und Backtosch Mustafa einen paritätischen Vorstand bilden – gemeinsam werden wir im Team viel erreichen.

Disclaimer: Das Nachrichtenportal t-online ist ein Angebot der Ströer Content Group, in deren Zusammenarbeit die "Helping Hands"-Aktion entstanden ist.

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Verwendete Quellen
  • Gespräch mit Patrik Staak
  • Webseite von ApplicAid
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