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VorrÀte-Finanzierung: Gasversorger sieht Politik in Pflicht

Von dpa
11.05.2022Lesedauer: 2 Min.
Erdgas
Erdgas steht ĂŒber einer Tankstelle fĂŒr Erdgasfahrzeuge. (Quelle: Patrick Pleul/dpa/Symbolbild/dpa-bilder)
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Die Mitgas Mitteldeutsche Gasversorgung GmbH sieht bei der gesetzlich vorgeschriebenen FĂŒllmenge von Speichern auch die Politik in der Pflicht. Das von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (GrĂŒne) vorangetriebene Gesetz sei vernĂŒnftig, sagte GeschĂ€ftsfĂŒhrer Andreas Auerbach der Deutschen Presse-Agentur. "Wenn wir die Speicher aber zu den gegenwĂ€rtig hohen Preisen fĂŒllen, kostet das sehr viel Geld." Das BefĂŒllen der Speicher mĂŒsse vorfinanziert werden. Man könne das Preisrisiko nicht den Versorgern allein ĂŒberlassen.

Die Mitgas mit Sitz in Kabelsketal (Sachsen-Anhalt) etwa habe vorausschauend einen Kavernenspeicher in Staßfurt mit einem Volumen von 1,8 Millionen Terrawattstunden angemietet. "Wenn wir den zu einem Preis wie aktuell von 100 Euro pro Megawattstunde fĂŒllen, kostet das 180 Millionen Euro. Das ist ein Vielfaches unseres Jahresergebnisses." Zwar komme beim Verkauf des Gases Geld wieder herein, aber niemand könne eine verlĂ€ssliche Prognose ĂŒber die Preisgestaltung abgeben. Mitgas mit Kunden in Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und ThĂŒringen hatte in der Vorwoche eine Erhöhung des Erdgaspreises um 4,25 Cent auf 13,32 Cent pro Kilowattstunde angekĂŒndigt.

Mit Blick auf die Debatte um einen möglichen Lieferstopp von russischem Gas sagte Auerbach: "Wir brauchen russisches Erdgas, um die Speicher zu fĂŒllen. Das gilt mindestens fĂŒr die nĂ€chsten beiden Winter, schlimmstenfalls noch fĂŒr einen dritten." Wenn ĂŒber Nacht der Hahn abgedreht werde, könnten die Speicher nicht vollstĂ€ndig gefĂŒllt werden. "Und wenn es dann richtig kalt wird, gelangen wir in eine Situation, die wir Gasmangellage nennen". Dann mĂŒsste man Verbraucher abschalten, das werde zuerst die Industrie treffen.

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"Dann entscheidet die Bundesnetzagentur, welche Industrien nicht mehr beliefert werden können. Das wird schmerzhaft sein. Der Schaden fĂŒr die deutsche Volkswirtschaft ist gar nicht abzusehen", sagte Auerbach. Es gebe auch Produktionsanlagen, die man nicht sofort abschalten könne. Als Beispiel nannte der Mitgas-Chef Stahlwerke, Glashersteller und die chemische Industrie. Aber auch die privaten Haushalte mĂŒssten sich in Zukunft auf weitere Preissteigerungen einstellen.

Auerbach zufolge ist eine genaue Prognose zur kĂŒnftigen Gasversorgung schwer. Noch könne man nicht sagen, ob es zu einer Energiekrise wie in den 1970er Jahren komme. Die Branche rechne aber mit einer Mangellage, sollte Russland seine Lieferungen einstellen.

Der Preisanstieg habe schon lange vor dem Ukraine-Krieg begonnen, Auerbach zufolge gab es weltweit eine höhere Nachfrage nach Energie. Auch die lange Diskussion um die Inbetriebnahme der Pipeline Nordstream 2 habe die Lage verschĂ€rft. Schon vor dem letzten Winter habe es einen niedrigen FĂŒllstand in Speichern gegeben.

Nach Ansicht von Auerbach ist es zwar richtig, auch einheimische Gasreserven besser zu auszunutzen. An der grundlegenden Situation Ă€ndere das aber nichts. "Der Anteil von heimischem Gas am deutschen Energieverbrauch betrĂ€gt fĂŒnf Prozent. Zudem gehen mehrere Jahre ins Land, bis man eine LagerstĂ€tte nutzen kann." Das werde den aktuellen Anteil russischen Gases am Verbrauch nicht ersetzen können.

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