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Cropenergies: "Kakophonie" zu Biokraftstoffen beenden

Von dpa
18.05.2022Lesedauer: 2 Min.
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Der Bioethanolhersteller Cropenergies hat Teilen der Bundesregierung vorgeworfen, ohne guten Grund die Produktion von Biokraftstoffen einschr├Ąnken zu wollen. "Die Tank-versus- Teller-Diskussion ist nicht faktenbasiert", sagte Vorstandschef Stephan Meeder am Mittwoch mit Blick auf Forderungen aus der Politik, den Anbau von Getreide f├╝r Biosprit umzustellen auf die Produktion von Weizen f├╝r die menschliche Ern├Ąhrung. Umweltministerin Steffi Lemke und Agrarminister Cem ├ľzdemir (beide Gr├╝ne) hatten entsprechende Vorschl├Ąge mit dem Krieg in der Ukraine und der damit verbundenen Lebensmittelknappheit begr├╝ndet.

Nach Ansicht Meeders gehen solche Argumente an der Realit├Ąt vorbei, denn die Ukraine trage nur mit drei Prozent zur Weltgetreideernte bei. "Wir haben kein Mengen-, sondern ein Preisproblem", betonte er in Mannheim. Weizen sei seit Kriegsbeginn 40 Prozent teurer geworden. ├ťberdies werde Ethanol aus f├╝r den menschlichen Verzehr ungeeignetem Weizen minderer Qualit├Ąt gewonnen. Es k├Ânne auch nicht auf allen Fl├Ąchen hochwertiger Weizen f├╝r Brot angebaut werden.

Der Agrarrohstoff reduziere die Abh├Ąngigkeit von ├ľlimporten und liefere gentechnikfreie regionale Futtermittel. Der den fossilen Kraftstoffen beigemischte Biosprit vermindere Treibhausgasemissionen im Verkehr enorm. Im Jahr 2020 waren das bundesweit bei allen Biokraftstoffen zusammen 13 Millionen Tonnen CO2. "Das ist ein Beitrag f├╝r den Klimaschutz, auf den wir nicht verzichten k├Ânnen", betonte Meeder.

Nach ├ťberzeugung des Bundesverbandes der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDBe) w├╝rden die geplanten Ma├čnahmen Lemkes zur Verringerung des Biokraftstoffanteils im Verkehr die Treibhausgasemissionen bis 2030 um etwa 80 Millionen Tonnen CO2 steigern. "Die Bundesumweltministerin rei├čt damit eine gro├če Klimaschutzl├╝cke", so BDBe-Chef Norbert Schindler.

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Cropenergies-Chef Meeder sprach angesichts der Absage von Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) an das Vorhaben seiner gr├╝nen Kabinettskollegen von eine "Kakophonie" in der Bundesregierung. Nach Ansicht des Liberalen sind die Pl├Ąne Lemkes mit den Klimazielen der Bundesregierung nicht vereinbar. Meeder forderte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) auf, ein Machtwort zu sprechen.

Die zu S├╝dzuckergruppe geh├Ârende Mannheimer Aktiengesellschaft hat im Gesch├Ąftsjahr 2021/22 (bis 28. Februar 2022) einen neuen Rekordumsatz von 1075 (Vorjahr: 833) Millionen Euro erzielt. Das operative Ergebnis verbesserte sich ebenfalls und erreichte 127 (Vorjahr: 107) Millionen Euro. Der Hauptgrund f├╝r das Rekordergebnis waren die in der zweiten H├Ąlfte des Gesch├Ąftsjahrs stark gestiegenen Ethanolerl├Âse, welche die Steigerung der Rohstoff- und Energiekosten mehr als ausgleichen konnten. Meeder peilt f├╝r das laufende Jahr trotz aller Unw├Ągbarkeiten weiterhin eine erneute Umsatzerh├Âhung auf 1,35 bis 1,45 Milliarden Euro und ein Ergebnis zwischen 105 Millionen und 155 Millionen Euro an.

Das Unternehmen mit 470 Mitarbeitern produziert an mehreren Standorten in Europa 1,3 Millionen Kubikmeter Ethanol im Jahr. Die Anwendung reicht von der Beimischung in fossilen Kraftstoff ├╝ber Kosmetika bis hin zu Futtermitteln in der Landwirtschaft.

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