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Sie fährt Rikscha auf dem Oktoberfest: "Auf besoffene Fahrgäste haben wir keine Lust"


"Zu besoffene Fahrgäste brauchen wir nicht"

Von Christof Paulus

26.09.2022Lesedauer: 3 Min.
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Rikscha-Fahrerin Sarah Brand auf der Straße am Oktoberfest-Gelände. Sie arbeitet gemeinsam mit ihrer Zwillingsschwester als Fahrrad-Taxi in diesem Jahr.
Rikschafahrerin Sarah Brand auf der Straße am Oktoberfest-Gelände. Sie arbeitet gemeinsam mit ihrer Zwillingsschwester als Fahrrad-Taxi in diesem Jahr. (Quelle: Christof Paulus)
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Die Rikschas gehören zum Oktoberfest, ihr Ruf ist aber zweifelhaft. Eine Fahrerin erzählt Geschichten vom Wiesn-Alltag – und widerspricht dem Abzocker-Klischee.

Sie sind der Inbegriff der Touri-Falle auf dem Oktoberfest: In fast jedem Wiesn-Ratgeber wird von Rikschafahrten nach dem Wiesn-Besuch abgeraten. Abzocke, heißt es dort, das Geld nicht wert, nur wer sich nicht auskennt, falle darauf herein. Aber wer sind eigentlich diejenigen, die da angeblich den Betrunkenen das Geld aus der Tasche ziehen sollen? Die gewissenlosen Abzocker dann doch nicht, wenn man sich mal mit einer Anbieterin unterhält.

Sarah Brand ist auf – oder eher vor – dieser Wiesn gemeinsam mit ihrer Zwillingsschwester Leonie unterwegs, um Wiesn-Besucher von der Theresienwiese in die ganze Stadt zu fahren, meist zum Hauptbahnhof. Und eines stellt sie ohnehin klar: "Wenn man am Nachmittag von hier zum Bahnhof will, dann kostet das sicher keine 50 Euro." Am Abend, wenn die Zelte schließen, verlange sie 25 bis 30 Euro. Fährt man weiter durch die Stadt, werde es dann teurer – wie im Taxi eben auch.

Rikschafahrerinnen erzählen von ihrer Arbeit am Oktoberfest

Die Schwestern arbeiten derzeit jeweils an ihrer Masterarbeit, sind zudem Fitnesstrainerinnen und betreiben ein kleines Rikscha-Gewerbe in Wolfratshausen. Dort fahren sie das ganze Jahr über, bieten Krimitouren an, bei denen sie den Fahrgästen Geschichten auf dem Rad erzählen, oder fahren das Brautpaar bei Hochzeiten umher. Und nun, im Herbst 2022, eben zum ersten Mal auch Wiesn-Gäste in München.

"Unsere Fahrgäste haben sich bisher alle benommen", sagt Sarah Brand. Witzige Geschichten erlebt sie dennoch. Etwa dann, wenn sie und ihre Schwester ihre Fahrgäste unfreiwillig verwirren. "Manchmal setzen wir jemanden am Bahnhof ab, und dann kommt unsere nächste Rikscha mit dem anderen Zwilling kurz danach an", sagt sie. Und plötzlich wunderten sich die Gäste, wie sie es so schnell mit den nächsten Fahrgästen zur Wiesn und zurück geschafft haben. Oder ob sie plötzlich doppelt sehen – was nach der dritten oder vierten Maß durchaus auch so schon einmal vorkommen kann.

Rikschafahrer fährt mit Wiesnbesuchern zum Hauptbahnhof am Abend (Archivbild): Die Rikschas gehören zu den umstrittenen Fortbewegungsmitteln in München.
Rikschafahrer fährt mit Wiesn-Besuchern zum Hauptbahnhof am Abend (Archivbild): Die Rikschas gehören zu den umstrittenen Fortbewegungsmitteln in München. (Quelle: Ralph Peters/imago-bilder)

Vom Oktoberfest selbst bekommen die Zwillinge überraschend wenig mit. "Ein Mal war ich erst auf dem Gelände", sagt Brand. Am Bier sparen die Zwillinge, teilen sich lieber eine Maß. "Wir machen eher eine sportliche Wiesn", sagt Brand. 30 Kilometer radeln die beiden an einem Abend, da kommt der kleine Elektromotor in der Rikscha gerade recht. Anstrengend sei das schon – weshalb die beiden sich Grenzen setzen.

Wann es Rikschafahrern auf der Wiesn in München zu viel wird

Manche Fahrgäste lehnen die beiden durchaus ab. "Zu besoffene Fahrgäste brauchen wir nicht", sagt Brand. Mit einem Sitzfutter und Lichtern haben sie ihre Rikscha hergerichtet, dass sich dort jemand übergibt, würde jeder Fahrer verhindern wollen. Und es solle so bleiben, dass all ihre Gäste sich benehmen, darauf legen die Zwillinge wert. Denn stressig genug könne es am Abend ohnehin werden.

Leonie (links) und Sarah Brand fahren Oktoberfest-Gäste mit der Rikscha durch München. Ihr Unternehmen nennen sie "Spatzen-Rikscha".
Leonie (links) und Sarah Brand fahren Oktoberfest-Gäste mit der Rikscha durch München. Ihr Unternehmen nennen sie "Spatzen-Rikscha". (Quelle: Brand)

"Wie stressig, das kann man ja irgendwie auch selbst entscheiden", sagt Brand. Doch wenn die Zelte schließen und man tagsüber erst wenige Fahrten gemacht hat, bleibt nur ein kurzer Zeitraum, um Geld zu verdienen. Also lohne es sich, schnell zu sein und viele Fahrten ab der Theresienwiese zu machen. Und die Preise um die Uhrzeit bestimmen sich eben nach den Gesetzen von Angebot und Nachfrage, erklärt Brand.

Tipps für Rikschafahrten in München zum Oktoberfest

Einen Tipp sollte man als Wiesngast vor der Fahrt jedoch schon beherzigen, wie unter anderem der bayerische Comedian Harry G in einem seiner Videos sagt: Den Fahrpreis genau verhandeln. "Denn wenn der Fahrer 50 Euro sagt, meint er pro Person, nicht für die ganze Gruppe", heißt es dort.

Dass eine Rikschafahrt kein Schnäppchen ist, dürfte allen Beteiligten klar sein. Doch ums Geld gehe es gar nicht so, findet Brand. "Für viele Gäste gehört das zum Oktoberfest einfach dazu, gemütlich im Sitzen mit Musik und Lichtern zurück nach Hause zu fahren." Das sei ein Erlebnis.

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Verwendete Quellen
  • Gespräch mit Sarah Brand
  • Harry G: Youtube-Video "10 Dinge, die du auf dem Oktoberfest niemals tun solltest"
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