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Jüdischer Politiker bei Querdenker-Demo abgeführt – Polizei verteidigt junge Kollegen


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Jüdischer Politiker bei "Querdenker"-Demo abgeführt

Von t-online, ads

Aktualisiert am 11.11.2022Lesedauer: 2 Min.
Marian Offman (Archivbild): Der ehemalige Stadtrat bezeichnet den Vorfall als "große Erniedrigung".
Marian Offman (Archivbild): Der ehemalige Stadtrat bezeichnet den Vorfall als "große Erniedrigung". (Quelle: Sachelle Babbar/imago images)
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Bei einer "Querdenker"-Demo will der jüdische Politiker Marian Offman mögliche antisemitische Vorfälle beobachten – und wird am Ende selbst abgeführt.

Am geschichtsträchtigen 9. November ziehen "Querdenker" in einer Demo durch München. Marian Offman, interreligiöser Beauftragter der Stadt, kritisiert dort ein Plakat mit einem Davidstern. Doch am Ende geht die Polizei gegen ihn vor.

Die "Querdenker" wollten eigentlich am Marienplatz demonstrieren, dort, wo eine Gedenkfeier für die verstorbenen Jüdinnen und Juden in der Reichspogromnacht 1938 ablief, die Kundgebung wurde schließlich doch auf den Max-Joseph-Platz verlegt. Während des Protests soll Offman ein Plakat mit einem Davidstern aufgefallen sein, wie die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf den SPD-Politiker berichtet.

Als er dies moniert habe, sei es zwischen ihm und zwei Demonstrierenden zu Beleidigungen gekommen. Offmans Glaube sei thematisiert worden, man habe sich "einmal mit sittlich abwertenden Äußerungen, einmal mit politisch abwertenden" gegen den ehemaligen Stadtrat gewandt, zitiert das Blatt einen Polizeisprecher.

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Weil sich Offman geweigert habe, zur Aufnahme der Anzeige die Versammlung zu verlassen, war er offenbar von zwei Polizisten an beiden Armen gepackt und ruppig abgeführt worden.

Polizeisprecher verteidigt "junge" Kollegen

In einer Mitteilung spricht die Polizei lediglich von einer "verbalen Auseinandersetzung". Dabei habe sich ein Mann mit zwei anderen gestritten, man habe sich gegenseitig beleidigt und angezeigt. Ein Sprecher der Münchner Polizei gab später an, dass es sich um eine Gruppe junger Polizisten gehandelt habe: "Sie kannten den Namen der Person nicht und wussten auch nicht, um wen es sich handelt", zitiert die "SZ".

Er könne aber nachvollziehen, "dass ein Bürger jüdischen Glaubens in einer solchen Situation mit dem Kontext der Versammlung und des speziellen Datums sich emotional belastet fühlt."

Offman beschreibt dem Vorfall gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" als "große Erniedrigung". Die Demonstrierenden seien weniger grob behandelt worden. Seine Abführung bezeichnet er als unverhältnismäßig. Auch Kolleginnen und Kollegen von Offman reagierten entsetzt auf den Vorfall.

Der Münchner Grünen-Politiker Peter Heilrath etwa kritisiert nach dem Vorfall die bayrische Polizei: Er habe oft erlebt, dass gerade jüngere Polizisten "in rechtlichen Fragen sehr schlecht ausgebildet sind". Deshalb werde in kritischen Situationen hilflos und aggressiv reagiert.

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"Dass er ausgerechnet am 9. November unter Zwang von der Polizei abgeführt wird, befremdet mich", schreibt Katrin Habenschaden, Zweite Bürgermeisterin von München, im Bezug auf Offman. Sie fordert eine zügige Aufklärung des Vorfalls.

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Verwendete Quellen
  • sueddeutsche.de: "Zwischenfall bei Kundgebung:"Für mich war es ein Spießrutenlauf"
  • polizei.bayern.de: Mitteilung der Polizei München vom 10. November 2022
  • Twitter/heilrath
  • Twitter/khabenschaden
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Von Alexander Spöri
Von Reinhard Franke
PolizeiQuerdenkerSPD

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