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München: Polizist gesteht mehrfachen Kindesmissbrauch

"Ich war einfach neugierig"  

Polizist gesteht mehrfachen Kindesmissbrauch vor Gericht

15.06.2020, 14:44 Uhr | dpa

München: Polizist gesteht mehrfachen Kindesmissbrauch. Der angeklagte Polizist verdeckt sein Gesicht: Der Mann soll sich in seiner Funktion als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr an Jungen vergangen haben. (Quelle: dpa/Sven Hoppe)

Der angeklagte Polizist verdeckt sein Gesicht: Der Mann soll sich in seiner Funktion als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr an Jungen vergangen haben. (Quelle: Sven Hoppe/dpa)

Am Landgericht München II hat ein Polizist den Missbrauch von mehreren Kindern gestanden. Der Fall kam durch einen mehr als 15 Jahre zurückliegenden Missbrauchsfall ins Rollen.

Ein Polizist hat am Montag vor dem Landgericht München II den dutzendfachen sexuellen Missbrauch an mehreren Buben gestanden. "Unser Mandant räumt den sexuellen Missbrauch an allen Geschädigten vollumfänglich ein", hieß es in einer Erklärung, die sein Anwalt vor Gericht verlas. Er werde die Verantwortung dafür übernehmen – "auch wenn er die Taten nicht ungeschehen machen kann".

Der 60 Jahre alte Polizeibeamte, der Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr war, begründete sein Verhalten mit Neugier. "Ich war einfach neugierig, ich kann's nicht erklären", sagte er nach der Verlesung der Erklärung. Er verglich sein Verhalten mit dem eines Kindes, das "an Weihnachten durchs Schlüsselloch" schaut, schob aber gleich hinterher, dass das "ein blödes Beispiel" war.

Urteil könnte am Freitag fallen

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, sich vor allem bei seiner ehrenamtlichen Tätigkeit bei der Freiwilligen Feuerwehr an Buben, von denen einige unter 14 Jahren alt und damit noch Kinder waren, vergangen zu haben – unter anderem auf einem Segelboot auf dem Starnberger See. Außerdem fanden die Ermittler Kinderpornografie bei ihm.

Das umfassende Geständnis ist Teil eines Deals. Alle Prozessbeteiligten einigten sich auf einen Strafrahmen zwischen vier Jahren und drei Monaten und fünf Jahren und drei Monaten. Für den Prozess sind drei Verhandlungstage angesetzt, das Urteil könnte am Freitag fallen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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