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Münchens erster nachhaltiger Mitmach-Supermarkt eröffnet bald

Günstige Preise für Mitglieder  

Münchener Mitmach-Supermarkt will Einkaufen revolutionieren

Von Kaja Godart

01.05.2021, 11:57 Uhr
Münchens erster nachhaltiger Mitmach-Supermarkt eröffnet bald. Die Fassade des "Foodhub"-Supermarkts: Der "solidarische Mitmach-Supermarkt" soll gemeinschaftlich geführt werden. (Quelle: t-online/Kaja Godart)

Die Fassade des "Foodhub"-Supermarkts: Der "solidarische Mitmach-Supermarkt" soll gemeinschaftlich geführt werden. (Quelle: Kaja Godart/t-online)

In München will eine Gruppe Menschen gemeinsam nachhaltige Lebensmittel kaufen und verkaufen. Bald eröffnet der "Foodhub" – Münchens erster genossenschaftlicher Supermarkt.

Demnächst eröffnet "Foodhub" in Obergiesing: Wer dort einkaufen will, muss Mitglied werden und mitarbeiten – dafür gibt es Bio-Lebensmittel zu günstigen Preisen.

Noch ist der Laden an der Deisenhofener Straße in Obergiesing leer, aber an den Schaufensterscheiben prangt schon das, was es in einigen Monaten dahinter geben soll: Überdimensionale Äpfel, Radieschen, Zwiebeln und Birnen sind in saftigem Rot und Gelb auf die Scheiben gemalt. Daneben erklären weiße Buchstaben, was hier im Sommer 2021 einziehen wird: "Foodhub", Münchens erster solidarischer Mitmach-Supermarkt.

Mitglieder kaufen besonders günstig ein

Und so funktioniert’s: Jeder kann für 180 Euro Mitglied der Genossenschaft werden und wird damit gleichzeitig Miteigentümer von "Foodhub". Hinzu kommt ein Mitgliedsbeitrag von zehn Euro pro Jahr. Außerdem muss jedes Mitglied für drei Stunden im Monat mitarbeiten, etwa beim Regale einräumen, Lieferungen entgegennehmen, in der Community oder bei administrativen Aufgaben. Die Initiatoren planen nur mit vier festangestellten Mitarbeitern, die Vollzeit im "Foodhub" arbeiten. Auf diese Weise können die Preise im Supermarkt besonders niedrig gehalten werden, nur etwa 30 Prozent soll auf den jeweiligen Einkaufspreis aufgeschlagen werden, die Preise werden für alle Mitglieder transparent einsehbar sein.

Es soll auch nicht bei Äpfeln und Radieschen bleiben: Der Mitmach-Supermarkt will ein Vollsortiment anbieten, sodass die Mitglieder alle Produkte des täglichen Bedarfs im "Foodhub" bekommen. Welche genau, dürfen die Mitglieder mitbestimmen, die Initiatoren wollen dabei vor allem auf nachhaltige Produkte setzen.  

Regionale und saisonale Produkte zu fairen Preisen

Wichtig ist den Initiatoren auch eine enge, persönliche Beziehung zu Erzeugern und Herstellern in der Umgebung und eine faire Vermarktung: Es muss nicht alles bio sein. Aber regionale und saisonale Produkte stehen an erster Stelle, weil so Lieferwege reduziert werden, die Produkte frischer sind und außerdem Höfe, Bauern, Erzeuger, Käsereien oder Imker der Umgebung fair zahlende Abnehmer für Ihre Waren finden.

Frisches Gemüse in Kisten (Symbolbild): Die Supermarkt-Genossenschaft will auch unförmiges Gemüse verkaufen, dass in normalen Supermärken nicht verkauft werden kann. (Quelle: imago images/chromorange)Frisches Gemüse in Kisten (Symbolbild): Die Supermarkt-Genossenschaft will auch unförmiges Gemüse verkaufen, dass in normalen Supermärken nicht verkauft werden kann. (Quelle: chromorange/imago images)

Eine Idee von New York bis München

Ähnliche Konzepte gibt es bereits in New York: die "Park Slope Food Coop" eröffnet schon 1973, mittlerweile hat sie 17.000 Mitglieder und verzeichnete 2018 einen Jahresumsatz von rund 67 Millionen US-Dollar. Der Andrang ist auch deshalb so hoch, weil die Preise im Mitmach-Supermarkt etwa halb so hoch sind, wie im gewöhnlichen, amerikanischen Bio-Supermarkt. Ähnlich sieht es bei der Kooperative "La Louve" in Paris aus, die ebenfalls als Vorbild für den Münchner "Foodhub" herhält. Aber auch in Deutschland gibt es vergleichbare Initiativen, etwa "Supercoop" in Berlin oder "Köllektiv" in Köln.

Ein Supermarkt für mehr Nachhaltigkeit

Es geht den Münchner Initiatoren aber nicht nur um ein besonders günstiges Sortiment: Sie wollen eine neue Art des Einkaufens bieten – nachhaltig und nicht renditeorientiert, dafür mit fairen Preisen für die Erzeuger und Produkten in hoher Qualität. Dahinter steckt eine ganze Philosophie: "Wir sind überzeugt davon, dass wir jetzt aktiv handeln müssen, um nachfolgenden Generationen eine lebenswerte und gerechte Welt zu hinterlassen", heißt es von den Gründern. Daher wollen sie alle Produkte auch möglichst verpackungsfrei oder verpackungsarm anbieten.

Damit möglichst viele Menschen mitmachen können, gibt es auch einen Sozialtarif oder günstigere Ratenzahlungen für Menschen mit geringem Einkommen. Jeder soll sich hochwertige Lebensmittel in bester Qualität leisten können, so das Credo des "Foodhub" München. Bis Mitte April haben sich bereits mehr als 400 neue Mitglieder bei "Foodhub" angemeldet, bis Mitte Juni sollen es doppelt so viele sein. Dann kann der erste Mitmach-Supermarkt Münchens, wie geplant, im Juli seine Türen in Obergiesing öffnen.

Verwendete Quellen:

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