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Siemens verlässt Standort in Nürnberg – wer übernimmt in Moorenbrunn?


Heiß begehrtes Grundstück
Siemens verlässt Standort in Nürnberg – was folgen könnte

  • Meike Kreil
Von Meike Kreil

20.12.2022Lesedauer: 3 Min.
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Siemens-Logo (Symbolbild): Der Konzern verlässt einen Standort in Nürnberg – und zieht in die Nachbarstadt um. (Quelle: IMAGO/imageBROKER/Karl F. Schöfmann)

Siemens verlässt Moorenbrunn. Damit wird ein hochkarätiges Areal in Nürnberg frei, wo verfügbare Flächen rar sind. Was folgt? Erste Gespräche laufen bereits.

Dass Siemens den Nürnberger Standort Moorenbrunn verlässt, sorgte Anfang Dezember für Aufregung. Rund 2.200 Mitarbeiter ziehen bis 2026 an den in dieser Woche frisch eingeweihten Campus nach Erlangen. Was wird aus dem frei werdenden, hochattraktiven Areal?

Das Gebäude sei in die Jahre gekommen und das Arbeitsumfeld nicht mehr zeitgemäß. Deshalb habe der Technologieriese den Mietvertrag an einem seiner Nürnberger Standorte nicht weiter verlängert. 2026 also steht der Auszug an.

Siemens verkaufte Standort in Nürnberg bereits 2016

Was geschieht danach? Auf Nachfrage bedauert Michael Fraas, der Wirtschafts- und Wissenschaftsreferent der Stadt Nürnberg, den Rückzugs von Siemens nach fast 40 Jahren: Er finde das schade. Überraschend jedoch sei die Nachricht nicht gekommen. Laut Fraas hat Siemens den Standort bereits 2016 verkauft – um ihn dann wieder mit einem Vertrag bis 2026 zurückzumieten.

Die Stadtspitze habe viele Gespräche mit Vertretern von Siemens geführt, "sowohl auf Vorstandsebene als auch mit dem Betriebsrat". Immer wieder sei es um diese Frage gegangen: "Was können wir tun, welche Rahmenbedingungen braucht Siemens, um in Moorenbrunn zu verbleiben?" Doch das Unternehmen habe ihnen eindeutig zu verstehen gegeben, dass es in Richtung Erlangen gehe.

Immerhin, so tröstet sich der Nürnberger Wirtschaftsreferent, bleibt Siemens mit der Sparte "Digital Industries" mitsamt den Arbeitsplätzen der Metropolregion erhalten. "Das hätte bei einem global agierenden Konzern wie Siemens auch anders kommen können", meint er. Ein Stellenabbau werde mit dem Umzug nicht einhergehen, versicherte Siemens bei der Bekanntgabe.

Erste Gespräche über Nachnutzung des Standorts Moorenbrunn

Über die Nachnutzung mache er sich keine Sorgen. "Flächen sind bekanntlich in unserer Stadt rar." Das 19 Hektar große Grundstück liege darüber hinaus in einer "hochattraktiven" Lage im äußersten Südosten: Autobahnnähe, ÖPNV-Anbindung, und in wenigen Kilometern Entfernung entstehe die neue Technische Universität Nürnberg, zählt er auf.

Es liege außerdem auf einem größtenteils bebauten und versiegelten Areal, für das ein Bebauungsplan als Gewerbefläche besteht. Der Wirtschaftsexperte spekuliert darauf, dass sich "eines Tages" bewusst Unternehmen im Umfeld der neuen Uni ansiedeln werden.

Siemens selbst wisse nicht, was auf sie folgen könnte, erklärt ein Sprecher auf Nachfrage von t-online. Er verweist auf den Eigentümer VGP-Group, der auf Industrie- und Gewerbeparks spezialisiert ist. Zum Erwerb des Grundstücks hieß es im Dezember 2021 in einer Mitteilung des Unternehmens, der Kauf der Immobilie sei ein weiterer wichtiger Meilenstein: "Mit dem Erwerb dieses Grundstücks an einem so einzigartigen Standort investieren wir weiterhin in ertragsstarke Anlageklassen, die langfristig in einer sehr starken Region neu entwickelt werden können."

"Wir glauben fest an Nürnberg, die Zukunftsaussichten für die Stadt sind äußerst positiv." Mehr gibt die VGP-Unternehmensgruppe mit Sitz in Antwerpen vorerst nicht preis. Fraas erklärt außerdem, dass sie im Gespräch miteinander seien, wie die künftige Nutzung des Standorts an der Gleiwitzer Straße aussehen könnte.

Ministerpräsident Söder besucht neuen Siemens-Campus

Siemens hat derweil eines der größten Bauprojekte seiner Firmengeschichte vorgestellt. Zur Eröffnung am Montag kam sogar der bayerische Ministerpräsident Markus Söder. Auf dem neuen Siemens-Campus, einem offenen Stadtteil mit 540.000 Quadratmetern Fläche, sollen demnächst 17.000 Mitarbeiter der Unternehmen Siemens und Siemens Energy tätig werden, teilte das Unternehmen mit.

Allein in die Metropolregion Nürnberg seien in den vergangenen zehn Jahren Investitionen in Höhe von 1,2 Milliarden Euro geflossen. Neben Büros, unter anderem auch für die Siemens-Vorstände, und einem Empfangsgebäude ist in Erlangen auch ein neues Laborgebäude entstanden. Dort soll gemeinsam mit universitären Einrichtungen unter anderem an Energiethemen geforscht werden.

Verwendete Quellen
  • Nachfrage bei Wirtschaftsreferenten
  • Nachfrage bei Siemens
  • Nachfrage bei VGP-Group
  • Pressemitteilung von Siemens vom 19.12.22
  • Pressemitteilung von VGP-Group vom 12.21
  • Mit Material der Nachrichtenagentur dpa
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