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Droht Vettel und Ferrari eine Blamage beim Heimrennen?

Von t-online, sid, dd

Aktualisiert am 04.09.2020Lesedauer: 3 Min.
Szene vom Start 2019: In diesem Jahr wird Ferrari beim Heimrennen voraussichtlich nicht so weit vorne stehen.
Szene vom Start 2019: In diesem Jahr wird Ferrari beim Heimrennen voraussichtlich nicht so weit vorne stehen. (Quelle: imago-images-bilder)
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Die Scuderia und der viermalige Weltmeister sind aktuell in der Spitze nicht konkurrenzfähig. Gibt es ausgerechnet beim ersten von zwei Rennen "zu Hause" den nächsten Tiefpunkt? Die wichtigsten Fragen im Überblick.

Die Formel 1 nähert sich der Halbzeit ihrer Corona-Saison, am Sonntag (ab 15.10 Uhr im Liveticker bei t-online.de) steigt mit dem Großen Preis von Italien in Monza das achte von 17 Saisonrennen. Es ist zugleich der erste Teil eines Italien-Doppelpacks: Gleich am nächsten Wochenende geht es in Mugello weiter. Im Video oben oder hier nehmen wir Sie mit auf einen virtuellen Rundflug über die Topspeed-Strecke von Monza.

Die wichtigsten Fragen im Überblick

Wer gewinnt?

Am vergangenen Sonntag fuhr Lewis Hamilton die Konkurrenz auf der schnellen Strecke in Spa in Grund und Boden. Auch auf der noch schnelleren Strecke in Monza kann es nur einen Favoriten geben: Der Mercedes des Weltmeisters ist ohnehin das kompletteste Auto im Feld, seine größten Stärken spielt der W11 aber auf den Power-Strecken aus. Und Hamilton ist mit 35 Jahren in der Form seines Lebens, sein Teamkollege Valtteri Bottas ist im gleichen Auto meist kein echter Rivale. Alles spricht damit für Hamiltons Karriere-Sieg Nummer 90 – ein einziger fehlt dann noch zum Rekord Michael Schumachers.

Darf Ferrari beim Heimspiel auf einen Achtungserfolg hoffen?

Nein, das wäre vermessen. Das vergangene Wochenende in Spa war schlimm für die Scuderia, und das Rennen im Königlichen Park dürfte nun mindestens genau so hart werden. Denn verglichen mit Mercedes gilt so ziemlich das Gegenteil: Der Ferrari ist in diesem Jahr ohnehin nirgends ein Auto für die vorderen Plätze, die größten Schwächen des SF1000 werden aber auf den Power-Strecken entblößt. "Es gab heute viele Erkenntnisse, aber keine positiven", sagte Vettel mit Galgenhumor nach dem Belgien-GP bei "Sky". "Der heutige Tag hat all unsere Schwächen offengelegt." Für die nächsten Rennen – ausgerechnet die beiden Heimrennen in Italien – war er nur bedingt optimistisch: "Man kann keine Wunder erwarten, aber eine Verbesserung sollte schon drin sein." Von einer nachhaltigen Verbesserung war die Scuderia in den Trainingssessions allerdings weit entfernt. Sebastian Vettel erreichte nach den Plätzen 19 und zwölf am Freitag im dritten Training am Samstag Platz 15. Bei seinem Teamkollegen Charles Leclerc (11., 9., 11.) sah es nicht viel besser aus.

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Bittere Situation 2019: Sebastian Vettel (vorn) crasht in Lance Stroll.
Bittere Situation 2019: Sebastian Vettel (vorn) crasht in Lance Stroll. (Quelle: Laco Perenyi/imago-images-bilder)

Vettel hat aus dem letzten Jahr keine guten Erinnerungen an Monza. Denn wenige Runden nach dem Start kollidierte Vettel mit Lance Stroll, fiel bis auf den letzten Platz zurück, bekam zudem eine Zeitstrafe und wurde am Ende nur 13 – und der damals neue, aufstrebende Teamkollege Leclerc gewann auch noch.


Durchaus denkbar also, dass Sebastian Vettel und Charles Leclerc sich auch an diesem Wochenende mit Williams, Haas und Alfa Romeo herumschlagen müssen – mit den Teams also, die stets das Ende des Feldes bilden.

Mercedes vorne, Ferrari irgendwo hinten – ist das alles?

Max Verstappen ist seit Wochen der einzige Hoffnungsträger, wenn es darum geht, die Mercedes-Dominanz zu brechen. Ob der niederländische Ausnahmepilot mit seinem Red Bull auf dieser schnellen Strecke allerdings eine Chance hat, scheint sehr fraglich. Das Mittelfeld ist in der Formel 1 dafür unterhaltsam wie lange nicht: McLaren und Racing Point fahren immer wieder in Podestnähe, in Monza ist auch wieder mit Renault zu rechnen: Den Franzosen liegen Strecken, auf denen wenig Abtrieb benötigt wird.

Was ist sonst besonders in Monza?

Zum ersten Mal in diesem Jahr werden Menschen, die nicht zum Formel-1-Zirkus gehören, an der Strecke ein Rennen verfolgen. Es sind allerdings keine Fans im klassischen Sinne: Die Veranstalter würdigen die Arbeit im Kampf gegen das Coronavirus und laden 250 Ärztinnen und Ärzte, Pflegerinnen und Pfleger auf die Tribünen ein. Natürlich unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln. Monza ist damit auch ein Auftakt: Ab dem darauffolgenden Rennen werden immer wieder Zuschauer erwartet, Mugello plant mit 3.000 Fans. In den Wochen danach wollen die Macher in Sotschi und Istanbul sogar noch größeren Mengen zulassen.

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Von Nils Kögler
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Motorsport

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