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Sepp Maier wird 80: Was macht die Bayern-Legende heute?


Bayern-Legende Sepp Maier
"Vergessen bin ich trotzdem nicht"

Von Julian Buhl

Aktualisiert am 28.02.2024Lesedauer: 5 Min.
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Sepp Maier: Der ehemalige Torhüter des FC Bayern hat mit den Münchnern und der Nationalmannschaft alles gewonnen, was man als Fußballer gewinnen kann.Vergrößern des Bildes
Sepp Maier: Der ehemalige Torhüter des FC Bayern hat mit den Münchnern und der Nationalmannschaft alles gewonnen, was man als Fußballer gewinnen kann.

Sepp Maier war einer der bedeutendsten und prägendsten Spieler des FC Bayern. Sportlicher Ehrgeiz und Humor zeichnen ihn noch heute, an seinem 80. Geburtstag, aus.

Wer mit Sepp Maier sprechen will, der kommt an "For You" nicht vorbei. Sobald man seine Nummer wählt, hört man nämlich schon beim Klingeln genau diesen Song aus den 80ern, den Manfred Mann’s Earth Band mit ihrer Neuauflage 2005 gemeinsam mit den Disco Boys endgültig zur Disco-Hymne machte.

Am Mittwoch hörten sich mal wieder besonders viele Anrufer diesen Lieblingshit von Maier an, weil sie versuchten, den früheren Torwart des FC Bayern und der deutschen Nationalmannschaft zu erreichen. Am 28. Februar feierte der nämlich seinen 80. Geburtstag.

Zu den Gratulanten gehörten viele Freunde und Wegbegleiter. "Das sind jedes Jahr die Gleichen", erzählt Maier t-online, "da sind alle mit dabei, mit denen ich zusammengespielt habe und die mich gut kennen." Dazu gehörten neben anderen auch wieder Uli Hoeneß, mit dem er 1972 gemeinsam Europameister und 1974 dann beim Heimturnier in Deutschland Weltmeister wurde. Die beiden Anfang des Jahres verstorbenen Franz Beckenbauer (†78) und Andi Brehme (†63) dagegen nun leider nicht mehr.

"63 Jahre sind ja kein Alter", sagt Maier leise zum viel zu früh verstorbenen Brehme. Auch der Tod von Beckenbauer, der weniger überraschend kam, hat ihn bestürzt. "Ich kannte Franz 65 Jahre. Franz war 14, ich war 15, da sind wir uns in der Jugend begegnet", erzählt Maier. Es war der Anfang einer gemeinsamen fußballerischen Erfolgsgeschichte und einer Freundschaft. "Wir haben mit dem FC Bayern die ganzen Erfolge mitgemacht, von der Pike auf. Franz und ich haben uns immer super verstanden."

Maier: "Vergessen bin ich trotzdem nicht"

Dass die ganzen anderen Wegbegleiter und "alten Kameraden anrufen, von denen man das ganze Jahr sonst nix hört", sagt Maier, sei freilich trotzdem schön. Dabei lacht er und fügt dann hinzu: "Meine Zeit als Fußballer ist ja lange vorbei, aber vergessen bin ich trotzdem nicht." Kein Wunder. Schließlich gehört Maier in Deutschland zu den erfolgreichsten und prägendsten Fußballern überhaupt. Sportlicher Ehrgeiz und Humor waren seine Markenzeichen – und sind es noch heute.

Sowohl mit der Nationalelf als auch mit dem FC Bayern gewann er alles, was man als Fußballer gewinnen kann. Mit den Münchnern wurde er jeweils viermal Meister und Pokalchampion, holte den Europapokal der Pokalsieger (1967) und gleich dreimal in Folge den Europapokal der Landesmeister (1974, 1975, 1976), was heute dem Champions-League-Triumph entsprechen würde, und 1976 auch den Weltpokal.

"Das haben nicht mal Kahn oder Neuer geschafft"

Der WM-Titel sei natürlich das Größte, was man als Fußballer erreichen könne, sagt Maier. "Besonders stolz" sei er aber auch darauf, dass er dreimal als Fußballer des Jahres (1975, 1977, 1978) ausgezeichnet wurde. "In dieser Zeit, wo es einen Gerd Müller, Günter Netzer, Wolfgang Overath oder Rainer Bonhof gab. Das haben nicht einmal Oliver Kahn oder Manuel Neuer geschafft", sagt er.

Der im Münchner Osten in Haar aufgewachsene Maier wechselte noch in der Jugend zum FC Bayern, dem er während seiner gesamten Profikarriere über 17 Jahre (1962–1979) treu blieb. Als "Katze von Anzing" wurde er aufgrund seiner besonderen Reflexe, die ihn zu seiner Zeit zu einem der weltbesten Torhüter machten, bekannt.

Mittlerweile ist er zwei Dörfer weiter nach Hohenlinden gezogen, wo er mit seiner Frau Monika lebt. Auch die Zeiten als Torwarttrainer beim FC Bayern (1994–2008) und der Nationalelf (1988–2004) gehören längst der Vergangenheit an.

"Wer gesund ist und a Gaudi hat, ist nicht alt"

Wer den früheren Weltklassetorwart fragt, was er heute eigentlich so macht, der bekommt folgende Antwort: "Ich spiele nur noch Golf." Als er das sagt, lacht Maier wieder laut. Seinen speziellen Humor, der ihn schon als Profi auszeichnete, hat er auch mit 80 Jahren nicht verloren, und so verweist er auf ein Sprichwort, das es in Bayern gibt. "Wer gesund ist und a Gaudi hat, ist nicht alt. Den Spruch hab' ich erfunden. Ich bin kein Kind von Traurigkeit", scherzt Maier.

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Früher erlaubte er sich sogar den einen oder anderen Ausflug ins Film- und Fernsehgeschäft. Er machte unter anderem in TV-Sketchen bei Ilja Richter mit und hatte 1981 einen Auftritt in der Erotikkomödie "Manche mögen’s prall", wo er einen Entführer spielte.

Maiers neue Leidenschaft: Golf statt Fußball

Das mit dem Golfen meint er aber ernst. Auch während des Gesprächs mit t-online befindet er sich mal wieder auf einer Anlage. "Wenn's Wetter passt, dann spiele ich immer Golf", sagt er und erzählt begeistert von Golfreisen und Kreuzfahrten mit seiner Frau. Erst im Januar waren die beiden dem kalten Münchner Winter entflohen und gemeinsam auf Teneriffa unterwegs. Dort genossen sie Sonne, Strand und natürlich auch das Golfen.

Ende März veranstaltete er auch wieder die Sepp Maier Trophy, ein alljährlich stattfindendes eigenes Turnier, zu dem er in den Süden Spaniens an die Costa del Sol einlädt. Auch am von Beckenbauer vor dessen Tod jahrelang ausgerichteten Kaiser Cup nahm er immer teil. Im Dezember fliegt Maier dann wieder mit ein paar Ehemaligen des FC Bayern zum traditionellen Golfturnier nach Mallorca, das Hoeneß schon vor 25 Jahren ins Leben rief.

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Mit dabei ist unter anderem auch Oliver Kahn, den Maier einst bei Bayern und dem DFB trainierte. Der begeisterte Hobbygolfer und derzeitige Vizekapitän Thomas Müller (34) dagegen (noch) nicht. "Der hat ja nie Zeit", sagt Maier, der durchaus stolz verrät, dass sein Handicap mittlerweile bei 3,7 liegt.

Mit Becker und Graf auf dem Tennisplatz

Seinen Tennispark, den er nach der Karriere einst in Anzing gründete, betreibt Maier zwar schon lange nicht mehr. Aber mindestens einmal pro Woche steht er trotzdem nach wie vor auf dem Tennisplatz.

Maier hat früher unter anderem auch mal mit Boris Becker und Steffi Graf ein paar Bälle geschlagen. "Die hab' ich alle weggeputzt", sagt er. Mittlerweile seien seine Schläge "vielleicht etwas langsamer, aber dafür auch bisserl präziser".

Müller jagt Maiers Rekorde

Auch als Fußballer hält Maier weiterhin einige historische Bestmarken. Unter anderem ist er mit 706 Einsätzen insgesamt und 473 Bundesligaspielen für den FC Bayern jeweils Rekordhalter. In beiden Statistiken wird er nun von Müller (694 Einsätze, 463 Bundesligaspiele) als Zweitplatziertem gejagt.

Der 34-Jährige, der seit 2000 für Bayern spielt und 2008 den Durchbruch bei den Profis schaffte, könnte beide Rekorde brechen. Für Maier wäre das kein Problem: "Das kann er gerne machen, wenn er noch so lange bei Bayern spielen will. Er ist ja auch schon ewig im Verein."

Die Spiele seiner Bayern verfolgt Maier mittlerweile kaum noch live im Stadion, sondern größtenteils vorm Fernseher, wie er erzählt. Erst kürzlich schaute er aber mal wieder persönlich an der Vereinsanlage seines Herzensklubs an der Säbener Straße vorbei und traf dabei viele Freunde und Weggefährten.

Zu einem großen Jubiläumsfest lud Maier nun aber auch zu seinem 80. Geburtstag nicht ein. "In dem Alter feiert man nicht mehr", sagte Maier schon im Vorfeld und kündigte an: "Da werde ich gar nicht im Lande sein." Diesen Worten ließ er auch entsprechende Taten folgen und flog mit seiner Ehefrau Monika nach Mauritius, in den Inselstaat im Indischen Ozean. Natürlich verbindet er das mit einer Golfreise. In den Mauritius-Trip eingebunden ist die diesjährige "Sepp-Maier-Golftrophy". Die Gratulanten aus der Heimat können sich also schon einmal auf den Sound seines Lieblingshits einstellen.

Verwendete Quellen
  • Eigene Recherche
  • Telefongespräch mit Sepp Maier
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