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FC Bayern siegt in der Bundesliga: Jetzt bleibt doch mal alle ruhig


Macht nicht wieder den gleichen Fehler


27.02.2023Lesedauer: 3 Min.
Meinung
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Benjamin Pavard (l.) feiert mit Eric Maxim Choupo-Moting: Der FC Bayern ist gut drauf.
Benjamin Pavard (l.) feiert mit Eric Maxim Choupo-Moting: Der FC Bayern ist gut drauf. (Quelle: IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON)

Nach dem klaren Sieg des FC Bayern gegen Union verfallen einige schon wieder in Panik, die Meisterschaft sei entschieden. Ein Trugschluss.

Der FC Bayern hat gegen Union Berlin mit 3:0 gewonnen. Damit steht der Rekordmeister in der Tabelle drei Punkte vor den "Eisernen". Rasenballsport Leipzig hat vier Zähler Rückstand, der SC Freiburg fünf und der BVB ist mit den Münchnern sogar gleichauf. Und dennoch werden erste Stimmen laut, der Titelkampf sei nach der Machtdemonstration der Bayern am Sonntag praktisch schon entschieden. Jetzt bleibt doch mal ruhig. Denn nach einigen Jahren, in denen das Meisterrennen im Februar bereits so gut wie entschieden war, ist es diese Saison noch immer spannend. Und das sollte es auch bleiben.

Es sind erst 22 Bundesliga-Spieltage gespielt. Das heißt: Jedes Team hat noch zwölf Gegner vor sich – auch der FC Bayern. Der Rekordmeister trifft in der Allianz Arena auf Teams wie Dortmund und Leipzig, muss nach Freiburg und Leverkusen. Auch bei Mainz 05 ist das Team von Trainer Julian Nagelsmann noch zu Gast. Die vergangenen zwei Bundesliga-Heimspiele gegen die Bayern hat Mainz gewonnen. Das sind alles keine leichten Aufgaben.

Angesichts des engen Verfolgerfelds kann noch eine Menge passieren. Gerade das Thema Mehrfachbelastung wird eine Rolle spielen. Wer in der Champions League oder Europa League weit kommt, wird zweifellos in der Bundesliga Probleme mit der Kraft haben. Ermüdungserscheinungen setzen früher ein, Verletzungen werden wahrscheinlicher. Das gilt natürlich nicht nur für den FC Bayern, sondern auch für die "Jäger". Und es gibt gute Gründe, warum die der Nagelsmann-Elf gefährlich werden könnten.

Was für Leipzig, Dortmund und Union spricht

RB Leipzig hat zwar vier Zähler Rückstand, in der "Rose-Tabelle" sind die Sachsen aber vor den Bayern. Denn seit der Einstellung von Trainer Marco Rose hat der Klub 37 Punkte gesammelt, zwei mehr als die Bayern. Und das Wichtigste: Ausnahmekönner Christopher Nkunku ist zurück. Der Franzose fehlte zum Start der Rückrunde verletzungsbedingt, kam nun gegen Wolfsburg und Frankfurt als Joker rein und könnte ab dem kommenden Wochenende in die Startelf rücken.

Christopher Nkunku erzielte in der Hinrunde in 15 Einsätzen 12 Tore.
Christopher Nkunku erzielte in der Hinrunde in 15 Einsätzen 12 Tore. (Quelle: IMAGO/Michael Taeger)

Union Berlin hat zwar drei Zähler Rückstand und das direkte Duell gegen Bayern verloren, wer die Köpenicker aber nun abschreibt, begeht einen großen Fehler. Das Team von Trainer Urs Fischer ist eingespielt und – abgesehen vom Bayern-Spiel – konstant in den Leistungen. Dazu ist Union zu Hause noch ungeschlagen. Die Heimstärke ist ein Trumpf. Außerdem ist der Kader in der Breite gut aufgestellt, Verletzungen wie die aktuelle von András Schäfer können die "Eisernen" gut verkraften. Und die Moral stimmt: Spiele wie gegen Leipzig oder Bremen drehte Union in den vergangenen Wochen. Mit Rückständen kann das Team also umgehen, womöglich auch in der Tabelle.

Borussia Dortmund steht zwar in der Tabelle hinter den Bayern, ist aber punktgleich. Der BVB hat im Jahr 2023 alle Spiele gewonnen, die gute Form reißt nicht ab. Dazu hat die Borussia auch das nötige Glück auf ihrer Seite. Und einen Torwart, der aktuell vielleicht der beste der Liga ist. Zumindest bekam er vom "Kicker" nach der Hinrunde diese Auszeichnung. Der frühere Bundesliga-Trainer Manuel Baum bezeichnete ihn in der YouTube-Sendung "At Broski" als aktuell besten Torwart im deutschsprachigen Raum. Der BVB gewinnt dazu momentan die engen Spiele gegen unangenehme Gegner, die er in den vergangenen Jahren oft verlor. Das Team wirkt auf Beobachter etwas gefestigter und hat mit Trainer Edin Terzic einen empathischen Motivator an der Seitenlinie.

Noch ist nichts entschieden

Natürlich bleibt der FC Bayern Favorit auf die Meisterschaft. Der Kader ist der stärkste der Liga, dazu sind mit Sadio Mané und Noussair Mazraoui zwei Langzeitverletzte zurück bei der Mannschaft. Laut einer Berechnung des Daten-Anbieters "Goalimpact" hat das Team um Thomas Müller eine Titelwahrscheinlichkeit von 49,1 Prozent. Der BVB liegt bei 39,4, Leipzig bei 5,6 und Union bei 5,3.

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Zwar werden sich auch einige Verfolger gegenseitig die Punkte wegnehmen. Dortmund und Leipzig treffen beispielsweise am kommenden Freitag aufeinander.

Aber genauso voreilig wie es war, Union nach sieben Spieltagen und fünf Punkten Vorsprung auf die Bayern zum Topfavoriten zu küren, wäre es nun, das Meisterrennen wegen einer starken Leistung gegen einen Verfolger für so gut wie beendet zu erklären. Macht nicht wieder den gleichen Fehler.

Der Titelkampf in der aktuellen Saison ist schon jetzt spannender als in den vergangenen Jahren. Und das wird er auch bleiben.

Verwendete Quellen
  • Eigene Beobachtungen
  • Kicker-Rangliste
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