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Bundesliga: Umstrittener Investorendeal – Klubs fällen Entscheidung


Investorendeal für Bundesliga: Klubs fällen Entscheidung

Von t-online
Aktualisiert am 11.12.2023Lesedauer: 2 Min.
Hans-Joachim Watzke: Der BVB-Geschäftsführer ist ein Befürworter des Investorendeals.Vergrößern des BildesHans-Joachim Watzke: Der BVB-Geschäftsführer ist ein Befürworter des Investorendeals. (Quelle: IMAGO/Gerhard Schultheiß)
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Im März stimmten die Klubs der 1. und 2. Bundesliga gegen den umstrittenen Investorendeal. Nun kam es zu einem neuen Anlauf – der dieses Mal knapp erfolgreich war.

Zum Deal gezittert: Im zweiten Anlauf hat der deutsche Profifußball den Weg für den Einstieg eines Investors freigemacht. Bei der Versammlung der 36 Erst- und Zweitligisten am Montag ist die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit für Verhandlungen der DFL mit potenziellen Geldgebern gerade so zustande gekommen. Das bestätigte die DFL am Montagnachmittag. Die "Sportschau" und der "Kicker" hatten zuvor übereinstimmend berichtet. Im Mai waren die Bestrebungen noch gescheitert.

Die Mehrheit am Montag hätte nicht knapper ausfallen können: 24 Ja-Stimmen, zehn Nein-Stimmen, zwei Enthaltungen.

Für Ärger sorgen wird das Ergebnis bei den aktiven Fanszenen der meisten Klubs. Die meisten hatten sich in den vergangenen Wochen stark gegen einen Investoreneinstieg ausgesprochen. Am Wochenende haben unter anderem die Fankurven des VfB Stuttgart, Hertha BSC, dem BVB, Borussia Mönchengladbach und Mainz 05 kritisch geäußert.

Vier bis sechs interessierte Geldgeber

Der neue Plan sieht vor, sechs bis neun Prozent der Anteile einer DFL-Tochtergesellschaft, in welche die kompletten Medienrechte ausgelagert werden, für 20 Jahre zu verkaufen. Dafür soll es zwischen 800 Millionen und einer Milliarde Euro geben.

Im Idealfall gehen 600 Millionen an die DFL-Zentralverwaltung zur Weiterentwicklung des Geschäftsmodells (Digitalisierung, Streamingplattform, usw.). 300 Millionen erhalten gemäß dem gültigen Verteilerschlüssel die Klubs, um die zunächst entstehenden Medien-Mindereinnahmen auszugleichen. Mit den restlichen 100 Millionen soll ein Vergütungssystem geschaffen werden, das die Klubs belohnt, die zu Werbezwecken ins Ausland reisen.

Es soll bis zu sechs interessierte Geldgeber aus dem sogenannten "Private-Equity-Bereich" geben. Es handelt sich dabei um Kapitalbeteiligungsgesellschaften, die auf Beteiligungsformen spezialisiert sind.

 
 
 
 
 
 
 

Der erste Versuch, einen Investor ins Boot zu holen, war vor rund einem halben Jahr gescheitert. Damals wurde die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit verfehlt. Der Plan sah vor, 12,5 Prozent der Anteile einer Tochtergesellschaft über 20 Jahre zu verkaufen. Zwei Milliarden Euro sollten erlöst werden.

Das Modell war riskant, denn selbst bei einem moderaten Wachstum der Einnahmen (derzeit knapp 1,3 Milliarden pro Saison) wären 12,5 Prozent über zwei Jahrzehnte gesehen deutlich mehr als drei Milliarden gewesen – in Summe also erst einmal ein riesiges Verlustgeschäft.

Hoheitsrechte sollen nicht abgegeben werden

Vor der Abstimmung am Montag hatten die beiden DFL-Geschäftsführer Marc Lenz und Steffen Merkel die Klubs bei mehreren Gesprächsrunden über die Pläne informiert. Dabei wurden "rote Linien" gezogen.

Hoheitsrechte sollen nicht abgegeben werden. Es soll keine "Mitbestimmungsrechte eines Partners in Bezug auf Pflichtspiele im Ausland, Anstoßzeiten oder im Bereich der Spielplanung" geben. Und: "Nach Ablauf der zeitlich begrenzten Minderheitsbeteiligung würden die lizenzierten Rechte automatisch an den DFL e.V. zurückfallen."

Dennoch gab es Kritik. Vor allem stellte sich die Frage, warum die Klubs die nötige Investitionssumme in Höhe von 600 Millionen Euro nicht aus eigenen Kräften bereitstellen können. Die DFL-Bosse sahen für die sogenannte "Binnenfinanzierung" aber keine Mehrheit.

Einige Klubbosse hatten im Vorfeld erneut mit der Spaltung des Profifußballs gedroht, sollte die Zwei-Drittel-Mehrheit wieder verfehlt werden. Auf der anderen Seite waren die Fangruppierungen klar gegen den Deal.

Verwendete Quellen
  • Mit Material der Nachrichtenagentur SID
  • Mitteilung des Kicker und der Sportschau
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