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FC Schalke 04 steckt Sané-Wechsel weg: Umbruch beim Revierklub

Umbruch beim Revierklub  

Das neue Schalke steckt selbst den Sané-Abgang weg

03.08.2016, 09:33 Uhr | t-online.de

FC Schalke 04 steckt Sané-Wechsel weg: Umbruch beim Revierklub. Die Mannschaft vom FC Schalke 04 im Trainingslager in Mittersill, Österreich.  (Quelle: dpa)

Die Mannschaft vom FC Schalke 04 im Trainingslager in Mittersill, Österreich. (Quelle: dpa)

Aus Mittersill berichtet Marc L. Merten

Neuer Sportchef, neuer Trainer, neue Stars: Der FC Schalke 04 erlebt im Sommer 2016 einen fundamentalen Umbruch. Die Königsblauen erfinden sich neu. Die Zeiten des Chaos, der Grabenkämpfe und sportlichen Enttäuschungen sollen der Vergangenheit angehören.

Wie oft hat man das schon in Gelsenkirchen gehört? Doch dieses Mal scheint irgendetwas anders zu sein. Die Begeisterung über den neuen Kurs lässt sogar den Abgang von Leroy Sané fast zur Nebensache werden. 

"Endlich hat der Quatsch ein Ende"

Er trug ein königsblaues Trikot mit der Nummer 14. Der Fan, der am Dienstagvormittag in Mittersill am Trainingsplatz stand und dem FC Schalke 04 beim Kicken zusah, hielt sein Handy in der Hand. Auf einmal stieß er seinen Nebenmann an. "Endlich hat der Quatsch ein Ende. Der Sané ist weg." Der Sané, Leroy Sané, hatte am Dienstag einen Vertrag bei Manchester City unterschrieben. Doch obwohl das größte Talent, das Schalke seit vielen Jahren in seinem Kader hatte, endgültig verkauft war, hielt sich die Enttäuschung bei dem Mann mit der 14 auf dem Rücken in Grenzen.

Baba und Coke schon beim Team

Vielleicht auch, weil ein anderer ebenfalls die 14 trug, jene Nummer, mit der einst Gerald Asamoah zum Kult-Spieler emporgestiegen war. Abdul Rahman Baba trainierte bereits auf dem Rasen in Mittersill mit, ehe die Königsblauen die Ausleihe des Linksverteidigers vom FC Chelsea überhaupt als perfekt meldeten. Dies tat S04 noch vor dem Sané-Transfer. Schlag auf Schlag geht es bei den Königsblauen aktuell. Dann landete auch noch Jorge Andújar Moreno, genannt Coke, im österreichischen Oberpinzgau.

Frischzellenkur dank Heidel und Weinzierl

Sané weg, dafür Coke, Baba, Breel Embolo und Naldo da: fünf Transfers, die das Gesicht der Knappen grundlegend verändern werden. Und dabei sind die Königsblauen noch nicht einmal am Ende ihrer personellen Frischzellenkur angekommen.

Strippenzieher dieser Runderneuerung sind bekanntlich der neue Sportchef Christian Heidel sowie der neue Trainer Markus Weinzierl. Sie bauen ein neues Schalke, das einen Großangriff auf die Tabellenspitze fahren soll: Vor allen Dingen auf den Erzrivalen Borussia Dortmund, aber auch auf Bayer Leverkusen, Borussia Mönchengladbach und den schon letzte Saison strauchelnden VfL Wolfsburg. Der FC Bayern? Zu weit weg. Aber sollte selbst der Rekordmeister in Probleme geraten, will Schalke bereit sein.

Baba: "Sané wird uns fehlen"

Und das, obwohl Schalke mit Sané einen Schlüsselspieler im Angriff abgegeben hat. "Er wird uns fehlen", sagte Neuzugang Baba bei seiner Präsentation. Der 22-Jährige soll aber selbst Teil der Lösung sein, um Sanés Abgang aufzufangen. "Mein Trainer kennt mich aus Augsburg. Er weiß, dass ich verteidigen kann, aber ein offensiver Spieler bin."

Mit Baba und Coke hat Schalke zwei Außenverteidiger moderner Prägung verpflichtet, offensiv agierende Spieler, die mit vielen Flanken die Stürmer füttern. Heidel und Weinzierl hatten genau dies als eine der Schwachstellen der Vorsaison identifiziert. Auf den Flügeln hatte S04 gelahmt.

Heidel: "Noch zwei Spieler" sollen kommen

Dafür hat Heidel investiert. Neben Baba und Coke kam Breel Embolo, der Königstransfer für den rechten Flügel. Ein kräftiger, schneller Spieler mit enormem Zug zum Tor und großer Dynamik. Ihm soll noch ein Gegenpart zur Seite gestellt werden. Eric Maxim Choupo-Moting ist aktuell vorne links vorgesehen. Doch Heidel kündigte nach der Ankunft in Österreich an, dass unabhängig vom Sané-Verkauf "noch zwei Spieler" kommen sollen. Ein Sechser und eben jener Flügelspieler.

Die vier bisherigen Neuzugänge bedeuten also längst nicht das Ende der Fahnenstande. Geld ist nach dem 50-Millionen-Deal mit Manchester City noch zur Genüge vorhanden. Neben Johannes Geis sieht Coach Weinzierl nur Dennis Aogo als ernsthafte Alternative an. Die bisherigen Optionen – Roman Neustädter, Pierre-Emile Höjbjerg und Marco Höger – wurden allesamt abgegeben. Ein zweikampfstarker Abräumer wird also noch gesucht.

Mit Salif Sané von Hannover 96 wurde unlängst der zweikampfstärkste Mittelfeldspieler der vergangenen Bundesliga-Saison ins Gespräch gebracht. Gut möglich aber, dass sich Schalke noch weiter höher im Transfer-Regal bedienen wird.

Taktische Ausrichtung auf Offensiv-Fußball

Wer auch immer kommen wird, die Öffentlichkeit dürfte wohl erst kurz vor Abschluss der Deals darüber informiert werden. Mit Coke stand Heidel über Monate in Kontakt, bekannt wurde das Interesse aber erst, als der Deal schon fast in trockenen Tüchern war. Gleiches galt für Baba und zuvor Naldo. Heidel hat in kürzester Zeit die Löcher auf der Schalker Geschäftsstelle gestopft. Informationen dringen nur wenige nach außen, schon gar nicht in Sachen Transfers.

In Sachen Spielanlage dagegen machen Heidel und Weinzierl keinen Hehl daraus, dass Schalke auch für eine andere Art Fußball stehen soll. In Mittersill wird Weinzierl noch mehr Augenmerk auf die taktische Schulung seiner Spieler legen. Im 4-4-2 oder wahlweise im 4-2-3-1 sollen seine Spieler höher attackieren und die Gegner früh im Mittelfeld zu Ballverlusten zwingen. Der Schalke-Coach hat im Vergleich zu seiner Zeit in Augsburg nun das Spielermaterial, um noch offensiveren Fußball spielen zu lassen.

Schalke will wieder begeistern und damit die Geister vergangener Tage vertreiben. Gelingen Heidel in den kommenden Wochen noch weitere Transfer-Coups, steht S04 tatsächlich vor einer hoffnungsvollen Saison. Genügend Kredit hat er sich und seinem Trainer jedenfalls in kürzester Zeit erarbeitet. 

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