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Hannover 96: Kind dementiert Gerüchte über Rauswurf von Breitenreiter


Diskussion um Breitenreiter  

Hannover dementiert Berichte über Trainer-Wechsel

21.01.2019, 12:48 Uhr | dpa, t-online.de

Hannover 96: Kind dementiert Gerüchte über Rauswurf von Breitenreiter. Hat seinen Kredit wohl verspielt: Hannovers Cheftrainer André Breitenreiter.  (Quelle: imago images/Nordphoto)

Hat seinen Kredit wohl verspielt: Hannovers Cheftrainer André Breitenreiter. (Quelle: Nordphoto/imago images)

Erst im Sommer hatte André Breitenreiter seinen Vertrag bei Hannover 96 langfristig verlängert. Nun soll er offenbar vor dem Aus stehen. Doch Klub-Präsident Kind weist die Berichte zurück.

Trainer Andre Breitenreiter (45) von Fußball-Bundesligist Hannover 96 soll den Tabellenvorletzten auch auf die Partie am kommenden Samstag bei Borussia Dortmund (15.30 Uhr/Sky) vorbereiten. Klubchef Martin Kind (74) wies Berichte über eine bevorstehende Trennung am Montag beim traditionellen Medien-Neujahrsempfang als "Spekulation" zurück: "Und an Spekulationen werden wir uns nicht beteiligen. "Die Schlagzeilen" hätten den Unternehmer "überrascht".

Auf einer Krisensitzung am Sonntag nach dem 0:1 gegen Werder Bremen sei die Ablösung von Breitenreiter nicht beschlossen worden. "Wir treffen und tauschen uns nach jedem Spiel aus", sagte Kind: "Das gehört zu unserer Verantwortung." Dieser Austausch sei stets "konstruktiv und kritisch".

Der "Kicker" hatte zuvor berichtet, der Breitenreiter-Rauswurf stehe kurz bevor – und sogar schon den früheren Hannoveraner Mirko Slomka sowie den ehemaligen HSV-Coach Markus Gisdol als mögliche Nachfolger genannt. Beide haben wertvolle Erfahrung im Abstiegskampf. Gisdol rettete die Hamburger im Jahr 2017, Slomka seinen Herzensverein 96 schon einmal 2010.

Breitenreiter hat an Autorität eingebüßt

Diese Erfahrung könnte Hannover nun gut gebrauchen. Denn seit sieben Spielen ist der Klub mittlerweile sieglos. Die Leistungen vor allem in den vergangenen Heimspielen gegen Bremen (0:1), Fortuna Düsseldorf (0:1), den FC Bayern München (0:4) und Hertha BSC (0:2) waren von Bundesliga-Niveau weit entfernt.

Hinzu kommt, dass Breitenreiter je mehr an Autorität und Überzeugungskraft einbüßte, desto länger die sportliche Krise anhielt. Seinen Spielern drohte er im Dezember die Streichung des Weihnachtsurlaubs an. Wenige Tage später schwächte er seine eigene Maßnahme wieder ab. Mit Präsident Kind stritt er sich zuletzt öffentlich um die Verpflichtung neuer Spieler. Auch das ohne Erfolg.


Noch am Samstag sprach der frühere 96-Profi nach der Niederlage gegen Werder davon, dass er weiter das Vertrauen der Clubführung spüre. "Ich glaube das zu 100 Prozent, weil es mir genau so vermittelt wird", sagte er. Doch Breitenreiter gehen die Argumente aus. Der angekündigte Neustart in der Rückrunde - fand gegen Werder nicht statt. Die neuen Spieler, die er gern wollte - wird es nach Angaben von Kind und Heldt nicht geben.

Und die nächsten Gegner? Sie heißen Borussia Dortmund und RB Leipzig. Dabei bekam schon gegen den Tabellenneunten aus Bremen jeder im Stadion vor Augen geführt: In dieser ängstlichen Verfassung und dieser stark ersatzgeschwächten Besetzung wird Hannover mit großer Wahrscheinlichkeit absteigen.


Noch mehr neue Spieler kann sich Hannover aber auch nicht leisten. Schon für die vorzeitige Rückkehr des Brasilianers Jonathas sowie die Ausleihe von Kevin Akpoguma und Nicolai Müller galt: "Alles, was wir im Winter gemacht haben, hat der Präsident aus seiner eigenen Tasche bezahlt, weil der Verein nicht in der Lage ist, es selbst zu finanzieren", sagte Manager Heldt am Samstag in einem Sky-Interview.

Schon jetzt wird das Saison-Minus in Hannover auf rund 17 Millionen Euro beziffert. Mehr möchte Kind eigentlich nicht zulassen. Der Präsident weiß allerdings auch aus der Erfahrung des Jahres 2016: Ein Abstieg in die 2. Bundesliga ist unter dem Strich noch teurer, als im Winter noch einmal den Trainer zu wechseln.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen dpa, sid
  • Bericht des Sportmagazins "Kicker"

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