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BVB: Das DFB-Pokal-Aus in Bremen legt die bekannten Defizite von Dortmund offen

"Wir waren zu lethargisch"  

Pokal-Pleite offenbart Dortmunder Defizite

Von Florian Vonholdt

05.02.2020, 12:41 Uhr
BVB: Das DFB-Pokal-Aus in Bremen legt die bekannten Defizite von Dortmund offen. Enttäuschte Gesichter: Die BVB-Stars Akanji, Hakimi, Witsel und Schulz (v.l.) nach dem Pokal-Aus in Bremen. (Quelle: imago images/Jan Huebner)

Enttäuschte Gesichter: Die BVB-Stars Akanji, Hakimi, Witsel und Schulz (v.l.) nach dem Pokal-Aus in Bremen. (Quelle: Jan Huebner/imago images)

Der BVB scheitert überraschend im Pokal an Werder Bremen. Die Art und Weise erinnert an bekannte Defizite aus der Hinrunde. Und: Die Pleite zeigt bereits die bedenkliche Abhängigkeit von Wunderstürmer Haaland. 

"Wir waren einfach zu lethargisch" bekannte BVB-Trainer Lucien Favre nach dem 2:3-Pokal-Aus bei Werder Bremen. Der Schweizer meinte damit vor allem die ersten 45 Minuten, als der Bundesliga-Dritte bei den abstiegsbedrohten Bremern keinen Fuß auf den Boden bekam und verdient mit 0:2 hinten lag. Eine offenbarende Analyse von Favre.

Denn: Der Willens-Sieg der galligen Bremer gegen den klaren Favoriten zeigte erneut ein bedenkliches Muster beim BVB: Sobald der Gegner Kampf und Leidenschaft in die Waagschale wirft, ist es rasch vorbei mit der fußballerischen Herrlichkeit von Borussias Ballkünstlern. Dieses Phänomen kennen die Fans der Schwarz-Gelben zur Genüge aus der Hinrunde. Vom 1:3 bei Union Berlin etwa. Oder vom peinlichen 3:3 zuhause gegen den anderen Aufsteiger Paderborn – nach einem 0:3-Pausenrückstand, wohlgemerkt. Vom 0:4-Debakel beim FC Bayern, das Sportdirektor Michael Zorc anschließend als "Nicht-Leistung" titulierte, ganz zu schweigen. Immer wieder diese Lethargie.

Besserung erst mit Haalands Einwechslung

In Bezug auf die erste Halbzeit in Bremen sagte Favre einen Satz, der exakt so für alle aufgezählten Partien Gültigkeit haben könnte: "Ich war enttäuscht, dass wir fast alle Zweikämpfe verloren haben und dass wir zu wenig in Bewegung waren." Das besserte sich erst zur zweiten Hälfte, als Favre Erling Haaland aufs Feld schickte, der für mehr Wucht in der Offensive sorgte und auch in seinem vierten Pflichtspiel traf. 

Dass der Trainer seinen Wunderstürmer zunächst auf der Bank beließ, begründete er mit dem Fitness-Rückstand des Norwegers. Sicher verständlich, zeigt es jedoch, wie abhängig Dortmund schon vom erst 19-jährigen Winterneuzugang ist.

Favres Personalwechsel gehen nicht auf

Auch die weiteren Personalwechsel Favres waren nicht von Erfolg gekrönt. Marwin Hitz, im Pokal stets als Bürki-Vertreter im Tor, machte keine glückliche Figur, als er vor Bremens Führung den Ball zu zentral und direkt vor die Füße von Torschütze Davie Selke abklatschen ließ. Nationalspieler Nico Schulz, für Raphael Guerreiro in der Startelf, sah gegen den giftigen Leonardo Bittencourt kaum Land. Bezeichnend: Als wäre nichts gewesen, sah man Dortmunds linken Außenbahnspieler nach dem Halbzeitpfiff im Smalltalk und leicht lächelnd mit seinem überragenden Gegenspieler und Ex-Teamkollegen aus Hoffenheim. 

Das Pokal-Aus machte klar: Die drei deutlichen Siege zum Rückrundenstart haben über Dortmunds Defizite hinweggetäuscht. Die Gegner, davon zwei zu Hause, hießen eben "nur" Augsburg, Köln und Union Berlin und waren mit fußballerischer Klasse zu besiegen. Was aber schnell vergessen wurde: Selbst in Augsburg lag man nach 55 Minuten mit 1:3 zurück. Dann kam Haaland. Die Muster gleichen sich.

Auch wenn es Kapitän Marco Reus schon in der Hinrunde nicht mehr hören konnte, muss er sich die Frage gefallen lassen, ob die Häufigkeit der lethargischen Auftritte nicht automatisch dazu führt, dass man die Mentalität der Mannschaft in Frage stellt.

Ihre Lethargie hat den Dortmundern jedenfalls nun die erste Titelchance genommen. Tritt sie weiter in dieser Regelmäßigkeit auf, sind auch die weiteren sehr bald futsch. 

Verwendete Quellen:
  • Eigene Beobachtungen

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