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Bundesliga - Im Corona-Hotspot Berlin: Union vor Fans gegen Freiburg

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Im Corona-Hotspot Berlin: Union vor Fans gegen Freiburg

22.10.2020, 16:14 Uhr | dpa

Bundesliga - Im Corona-Hotspot Berlin: Union vor Fans gegen Freiburg. Am Samstag dürfen 4500 Zuschauer in das Stadion An der Alten Försterei.

Am Samstag dürfen 4500 Zuschauer in das Stadion An der Alten Försterei. Foto: Andreas Gora/dpa. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Trotz eines drastischen Anstiegs der Infektionszahlen im Corona-Hotspot Berlin darf der 1. FC Union sein Heimspiel gegen den SC Freiburg vor rund 4500 Zuschauern austragen.

Ein entsprechendes Hygienekonzept des Fußball-Bundesligisten genehmigte das zuständige Gesundheitsamt im Stadtbezirk Treptow-Köpenick am Donnerstag. Während deutschlandweit durch die Verschärfung der Pandemie der Zugang für die Fans immer stärker zurückgefahren wird, sollen am Samstag (15.30 Uhr/Sky) insgesamt 5000 Personen, darunter auch die Teams, im Stadion An der Alten Försterei dabei sein.

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) rief allerdings dazu auf, besser nicht zu kommen. "Ich verstehe die Leidenschaft zum Fußball", sagte Kalayci auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. "Aber ich bleibe dabei: Meiden Sie soziale Kontakte. Wenn es geht, bleiben Sie zuhaus'", sagte sie an die Adresse der Bürger gerichtet. Eine Zulassung von Fans habe das Gesundheitsamt ansonsten aber sicher nach den notwendigen Regularien geprüft, meinte Kalayci außerdem.

Das Bezirksamt Treptow-Köpenick hatte kurz zuvor mitgeteilt, dass das "vorliegende überarbeitete Hygienekonzept vom 1. FC Union" den "Maßgaben der aktuellen Infektionsschutzverordnung" entspreche. Und weiter hieß es in dem Schreiben: "Bisher gibt es keinen Nachweis für ein Ausbruchsgeschehen im Zusammenhang mit einer geregelten Veranstaltung mit eingegrenzter Personenzahl (...) und unter Einhaltung der bekannten Hygienerichtlinien."

Zu diesen Richtlinien gehört, dass Fangesänge und Sprechchöre auf den Tribünen untersagt sind. Dies werde bei Vergehen nun auch im Stadion durchgesagt werden, erklärte Kommunikations-Geschäftsführer Christian Arbeit. Die Union-Fans hatten bei einem Testspiel gegen Hannover 96 zuletzt dagegen verstoßen und der Verein hatte sie noch nicht aktiv davon abgehalten. Eine Strafe gab es dafür jedoch nicht. Außerdem werde die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im Stadion noch einmal verschärft, sagte Arbeit bei einer Pressekonferenz.

Dass die lokalen Behörden eine Veranstaltung dieser Größe erlauben, kommt durchaus überraschend. Erst am Dienstag hatte der Berliner Senat eine Maskenpflicht für Wochen- und Weihnachtsmärkte sowie für zehn besonders belebte Einkaufsstraßen beschlossen. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller sprach von einer "besorgniserregenden Situation", in der sich die Hauptstadt befinde. "Jenseits eines Lockdowns hat die Politik nicht mehr viele Möglichkeiten, Maßnahmen zu beschließen, die genau das verhindern", sagte der SPD-Politiker.

Im Gegensatz dazu muss Unions Ligakonkurrent FSV Mainz 05 sein Zuschauerkontingent wegen gestiegener Corona-Zahlen herabsetzen. Statt wie zuletzt gegen Bayer Leverkusen 250 dürfen gegen Borussia Mönchengladbach am Samstag nur noch 100 Zuschauer ins Stadion. Bei RB Leipzig wurde das Kontingent für das Heimspiel gegen Hertha BSC von 8500 auf 999 gesenkt. Die bereits verkauften Tickets werden storniert, die neuen Karten unter den bisherigen Käufern verlost. Auch das deutsche Frauen-Länderspiel gegen England in Wiesbaden wird am kommenden Dienstag nur noch vor 50 Zuschauern ausgetragen.

Union kann trotz eines Sieben-Tage-Inzidenzwerts von mehr als 100 in Berlin auf ein zu etwa 20 Prozent gefülltes Stadion hoffen, wenn der Senat die Entscheidung nicht doch noch kippt. Dies war zu Beginn der Corona-Krise schon einmal passiert. Im März hatten die örtlichen Behörden in Treptow-Köpenick zunächst entschieden, dass gegen den FC Bayern München vor Fans gespielt werden kann. Diese Entscheidung wurde wenig später zurückgenommen. Es kam zu einem Geisterspiel.

Das rund 22.000 Zuschauer fassende Stadion von Union zählt zu den stimmungsvollsten in Deutschland. Die Berliner drängten schon früh in der Corona-Krise auf eine Rückkehr der Fans. Dafür hatten sie ein Konzept mit präventiven Massentests vorgelegt und ursprünglich sogar vor, schon zu Saisonbeginn wieder vor ausverkauftem Haus zu spielen. Diese Pläne scheiterten bislang, sollen aber weiter verfolgt werden.

"Ich finde es schön, dass Zuschauer im Stadion sein dürfen", sagte Unions Trainer Urs Fischer mit Blick auf die Begegnung gegen die punktgleichen Freiburger. Es sei aber "ein neues Gefühl, wenn Zuschauer da sind und ruhig sein müssen", ergänzte der Schweizer Coach, der Verständnis für diese Maßnahme hat: "Es gibt Regeln, die eingehalten werden müssen. Deswegen müssen wir damit umgehen." Freiburgs Trainer Christian Streich sagte: "Es hat keine Relevanz, ob ich das sinnvoll finde. Ich gehe davon aus, dass Verantwortliche ihre Entscheidungen so treffen, dass keine Menschen gefährdet sind."

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