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Abstiegskampf statt Europa - War es das?: Labbadia gehen bei Hertha Argumente aus

Abstiegskampf statt Europa  

War es das?: Labbadia gehen bei Hertha Argumente aus

20.01.2021, 11:55 Uhr | dpa

Abstiegskampf statt Europa - War es das?: Labbadia gehen bei Hertha Argumente aus. Besorgter Blick: Für Trainer Bruno Labbadia wird die Luft bei Hertha BSC immer dünner.

Besorgter Blick: Für Trainer Bruno Labbadia wird die Luft bei Hertha BSC immer dünner. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/ZB. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Mit den Phrasen vom Big City Club muss bei Hertha BSC gerade niemand mehr um die Ecke kommen. Statt internationalen Glanz zeigen die Berliner alle bedenklichen Symptome des sportlichen Niedergangs.

Purer Abstiegskampf lautet im vom neuen Geschäftsführer Carsten Schmidt zum Monat des Aufschwungs ausgerufenen Januar die bittere Realität. Die drängende Frage vor dem Start der Rückrunde in der Fußball-Bundesliga am Samstag gegen Werder Bremen heißt jetzt: mit oder ohne Bruno Labbadia?

Der Trainer wollte sich nach der nächsten Ernüchterung beim 0:3 gegen die TSG 1899 Hoffenheim nicht zu seiner Zukunft äußern. "Dass wir ein Spiel verloren haben, das wir nicht verlieren können und nicht verlieren dürfen. Trotzdem haben wir es verloren." Das beschäftige ihn, meinte Labbadia und nicht der mögliche Rauswurf nach nur neun Monaten in der Hauptstadt. Von einem Tiefpunkt wollte er noch nicht sprechen: "Es ist eine bittere Niederlage. Es ist einfach schade, dass wir so verloren haben."

Labbadia sucht schon die ganze Saison nach Erklärungen für die Enttäuschungen in Serie. "Momentan schaffen wir es nicht, stabil genug zu sein, das muss man ganz klar sagen, das ist auffällig, weil wir da verschiedene Probleme haben", gestand Labbadia. Die Probleme konnte er auch gegen Hoffenheim auf dem Platz sehen: eine Mannschaft ohne Seele. Eine Mannschaft ohne Struktur. Eine Mannschaft ohne Kopf.

Vergeblich hatte Labbadia im Spätsommer auf weitere Verstärkungen gedrängt. Manager Michael Preetz fuhr einen defensiven Kurs, der sich jetzt rächt. Verräterische Sekunden schwieg Ersatzkapitän Niklas Stark im Sky-Interview nach der Frage, ob gegen Hoffenheim elf Spieler oder ein Team auf dem Platz gestanden hätte. "Natürlich sind wir eine Mannschaft, auch wenn das Ganze auch schwierig ist", lautete dann die ziemlich schwammige Antwort.

Platz vier sollte es perspektivisch werden, so die Hoffnung von Geldgeber Lars Windhorst, der einst im Überschwang den Big City Club erfand. Nun ist es zur Saisonhalbzeit Platz 14. Längst werden in Berlin Vergleiche zu Abstiegsjahren gezogen. Nur vier Siege in der Hinrunde gelangen auch 2011/2012. Weniger als 17 Punkte hatte man zum gleichen Zeitpunkt zuletzt 2009/2010. Sogar in der chaotischen Vorsaison - die Labbadia später rettete - waren es unter Jürgen Klinsmann zwei Zähler mehr.

Wie aber nun weiter in Berlin? Als große Lösung gilt Ralf Rangnick, der Preetz und Labbadia als Sportdirektor und Trainer auf einen Schlag ablösen könnte. Als kleine Lösung wird Domenico Tedesco medial als neuer Coach gehandelt. Die ganz kleine Lösung wäre ein Augen zu und weiter durch. Auch wenn Windhorst formal keine Vereinspolitik machen kann, wird er sich kaum mit der Rolle des Goldesels begnügen, der 374 Millionen Euro zuschießt und dann schweigt. Hinter den Kulissen Druck machen kann der Investor sicherlich - auch in der Personalie Preetz, der noch von Präsident Werner Gegenbauer gestützt wird.

Schmidt hatte als neuer starker Mann in der Geschäftsführung mehr Punkte im Januar gefordert, ganze vier sind es bislang geworden. Der frühere Sky-Chef muss sich in Berlin positionieren. Momentan fragt er unter dem Arbeitstitel "Goldelse", den Berliner Namen für die Figur auf der Siegessäule im Herzen der Hauptstadt, intern die Stimmung ab. Sollten die Antworten ähnlich verheerend sein wie das Urteil von Klinsmann über Preetz und Co. vor seiner Flucht aus Berlin im Februar 2020, dürfte viel für eine große Lösung bei der Hertha sprechen.

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