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Gross "ist die ärmste Sau" – Schalke versinkt im Chaos

Von dpa, sid, t-online
Aktualisiert am 27.02.2021Lesedauer: 3 Min.
Glücklos bei S04: Trainer Christian Gross.
Glücklos bei S04: Trainer Christian Gross. (Quelle: Pressefoto Baumann/imago-images-bilder)
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Schalke 04 kommt einfach nicht zur Ruhe. Nach dem Wirbel um eine angebliche Spielerrevolte gegen Trainer Groß verlor das Team beim VfB Stuttgart deutlich. Dortmund klettert derweil in der Tabelle nach oben.

Die Möchtegern-Rebellen von Schalke 04 stürzen mit wehenden Fahnen dem Abstieg entgegen. Nach dem angeblichen Spieler-Aufstand gegen Trainer Christian Gross unterlag das abgeschlagene Bundesliga-Schlusslicht auch beim Aufsteiger VfB Stuttgart und gab beim 1:5 (1:3) erneut ein trauriges Bild ab. "Es ist eine bittere Niederlage", sagte der Schweizer zur Klatsche. Von seiner Mannschaft fühle er sich aber "nicht im Stich gelassen". Ein Weiter so mit Gross, dem vierten Schalke-Coach in dieser Horrorsaison, scheint jedoch schwer vorstellbar.


Ex-Stars von Schalke 04: Klubbesitzer und Vollzeit-Vater

Der FC Schalke 04. Revierklub, Lebensmittelpunkt für unzählige Menschen im Pott, emotional und auch mal chaotisch, aber immer: lebendig. Ein Klub mit Charakter – nur logisch, dass auch einige echte Typen den Verein über die Jahrzehnte prägten. Von Klaus Fischer über Marc Wilmots bis Ebbe Sand (v. li.): t-online.de zeigt, was die königsblauen Ikonen von einst heute machen.
Die "Wildkatze": Norbert Nigbur gehörte zu den besten deutschen Torhütern der 70er, hielt über zehn Jahre den Rekord für die längste Zeit ohne Gegentor (555 Minuten) – und ein echter Typ: Das Pokalhalbfinale gegen Köln 1972 entschied er selbst, als er erst insgesamt drei Elfmeter hielt und den entscheidenden Elfer selbst verwandelte. Mitte der 70er nahm Nigbur eine Schlagerplatte auf. Heute ist der mittlerweile 71-Jährige Immobilienunternehmer.
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Doppelpacker Wataru Endo (10./26.), Sturmtank Sasa Kalajdzic (34.) mit seinem elften Saisontor sowie die eingewechselten Philipp Klement (88.) und Daniel Didavi (90.+2) sicherten dem VfB den erst zweiten Heimsieg dieser Spielzeit. Schalkes Kapitän Sead Kolasinac, der den Putsch gegen Gross laut Bild-Zeitung mit Shkodran Mustafi und Klaas-Jan Huntelaar angeführt haben soll, konnte nur zwischenzeitlich verkürzen (40.).

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Bentaleb verschießt Elfmeter

Der eingewechselte Nabil Bentaleb vergab die Chance zum 2:3, als er mit einem Foulelfmeter an VfB-Torwart Gregor Kobel scheiterte (72.). Gross verfolgte das Grauen meist wie zu einer Statue erstarrt in der linken Ecke seiner Coaching-Zone stehend, die Hände tief in die Hosentaschen vergraben.

Mustafi wich der Frage nach dem Spieler-Aufstand aus. "Unser Job ist es, auf den Platz zu gehen und alles auf dem Platz zu lassen", sagte der Abwehrspieler bei Sky: "Alles andere ist nicht in unserer Hand." Torwart Michael Langer wurde deutlicher: "Wir schätzen den Trainer extrem, er hat eine große Autorität. Zudem was gesagt wurde, möchte ich nichts sagen. Das betrifft meinen Aufgabenbereich nicht. Ich bin hier, um sportliche Leistungen zu bringen und wenn wir so verteidigen, dann ist der Trainer die ärmste Sau. Wir müssen uns an die eigene Nase packen und hinterfragen, was jeder Einzelne besser machen kann."

BVB gewinnt locker gegen Bielefeld

Schalkes Revierkonkurrent Borussia Dortmund macht im Kampf um die Champions-League-Qualifikation derweil Fortschritte. Mit dem 3:0 (0:0) über Arminia Bielefeld verkürzte das Team von Trainer Edin Terzic den Abstand zu Rang vier auf drei Punkte.

Zwar bot der BVB keine so starke Vorstellung wie zuletzt gegen Sevilla (3:2) und Schalke (4:0), ersparte sich aber einen weiteren Rückschlag. Im leeren Signal Iduna Park sorgten Mahmoud Dahoud (48. Minute), Jadon Sancho (58./Foulelfmeter) und Reinier (81.) am Samstag für den verdienten Sieg. "Nach den ersten beiden Möglichkeiten haben wir ein bisschen den Faden verloren", sagte Terzic nach der Partie. "Insgesamt haben wir uns aber auch schon in der ersten Hälfte viele Chance herausgespielt, auch wenn wir nicht so effektiv waren. In der zweiten Halbzeit war es deutlich besser. Wir haben uns mit den schön herausgespielten Toren belohnt."

Wolfsburg wieder ohne Gegentor

Ebenfalls verdient, aber auch etwas glücklich gewann der VfL Wolfsburg gegen Hertha BSC und vergrößerte damit die Abstiegssorgen der Berliner. Die Wolfsburger siegten mit 2:0 (1:0) und sind nun bereits seit neun Ligapartien ungeschlagen. Ein Eigentor von Herthas Lukas Klünter (38.) und Maxcence Lacroix (89.) sorgten für den Erfolg der Niedersachsen.

Mit dem siebten Spiel in Serie ohne Gegentor festigte das Team von Trainer Oliver Glasner den dritten Tabellenplatz. "Ich habe gedacht, was für ein Schicksal. Das kann nicht sein, dass das Spiel 0:2 ausgeht", sagte Hertha-Trainer Pal Dardai nach der Partie – der Ungar wartet nach seiner Rückkehr auf die Bank der Hauptstädter weiter auf den ersten Sieg. Dardai glaubt aber weiter an die Wende. "Wir müssen einfach arbeiten. Es dreht sich, das weiß ich, aber ich muss die Jungs davon überzeugen." Hertha steht als 15. kurz vor dem Relegationsplatz. Erster bleibt Bayern München. Der Rekordmeister gewann 5:1 gegen den 1. FC Köln.

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Von Julian Buhl
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