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Man United gegen PSG: Tuchels Sorgen sind Solskjaers Chance

Von dpa
11.02.2019Lesedauer: 3 Min.
Thomas Tuchel (l) muss gegen Manchester United auch auf Edinson Cavani verzichten.
Thomas Tuchel (l) muss gegen Manchester United auch auf Edinson Cavani verzichten. (Quelle: Christophe Ena/AP./dpa)
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Manchester (dpa) - Thomas Tuchel gehen die Spieler aus. Der Trainer von Paris Saint-Germain bangt vor dem Champions-League-Achtelfinale gegen Manchester United um den nächsten Leistungsträger. Der Uruguayer Edinson Cavani leidet unter einer Hüftverletzung.

"Ja, wir haben echt viel Pech", klagte Tuchel, "wir haben keinen zweiten Edi oder Neymar." Der brasilianische Superstar fehlt in Manchester definitiv.

Neymar hatte sich schon Ende Januar im Pokal gegen Racing Straßburg am Mittelfußknochen verletzt und fällt voraussichtlich bis zu zehn Wochen aus. Auch Thomas Meunier muss wegen einer Gehirnerschütterung mindestens bis Ende der Woche pausieren. "Wenn (nun auch) Edi in Manchester fehlt, ist das heftig", sorgte sich Tuchel.

Was die Sache für den früheren BVB-Trainer erschwert: Manchester United befindet sich derzeit in Topform. Seit Interimstrainer Ole Gunnar Solskjaer den glücklosen José Mourinho abgelöst hat, hat der englische Fußball-Rekordmeister kein Spiel mehr verloren und in der Premier League aus elf Spielen zehn Siege geholt. "Die scheinen gerade ziemlich selbstbewusst zu sein", sagt auch PSG-Star Julian Draxler. "Die sind sehr gefährlich. Aber ich glaube, unsere Mannschaft ist auch ziemlich stark", sagte der Nationalspieler.

Als die Auslosung im Dezember stattfand, saß Solskjaer noch zuhause in Norwegen vor dem Fernseher. "Ich habe gedacht: Wow, was für eine Herausforderung", erzählte er jetzt. Kurz drauf verpflichtete ihn der Club, bei dem er elf Jahre als Spieler unter Vertrag stand, als Interimstrainer. "Zwei oder drei Tage später ist es auf einmal meine Herausforderung", schwärmte Solskjaer. "Und ich kann Ihnen sagen, ich habe eine Gänsehaut."

Für den Gegner und vor allem dessen Trainer Tuchel hat Solskjaer viel Respekt. "Tuchel ist taktisch sehr gut", lobte der Norweger, "er kann 3-4-3 spielen oder auf 4-4-2 oder 4-3-3 setzen. Also können wir uns nicht auf eine spezielle Taktik vorbereiten. Wir müssen uns auf uns selbst konzentrieren." Das klappte zuletzt gut. Am Sonntag gewann Man United beim Abstiegskandidaten FC Fulham klar mit 3:0 (2:0). Und Solskjaer stellte klar: "In Manchester gehen wir in jedes Spiel mit dem Gedanken, dass wir es gewinnen können".

Ganz hat Tuchel die Hoffnung auf Cavani noch nicht aufgegeben. Wann der Uruguayer wieder spielen kann, hängt von der Entwicklung in den nächsten Tagen ab, hieß es am Sonntag von PSG. "Das Spiel gegen Manchester United wird eng, aber wir werden die Zeit nutzen, um uns zu erholen", kündigte der Coach an. Wichtig sei es, ruhig und gelassen zu bleiben, lautet Tuchels Mantra. Ob das klappt?

Die französische Presse äußerte Bedenken. "Thomas Tuchel musste seinen Ansatz komplett überdenken. Das Worst-Case-Szenario für einen Coach", urteilte die Zeitung "Le Parisien". Ohne Neymar zu spielen, sei möglich, schrieb "L'Equipe". "Aber ohne Cavani und Neymar gleichzeitig zu spielen, scheint komplizierter zu sein, einen Plan B für diese möglichen Ausfälle zu finden, ist keine leichte Aufgabe."

Der Druck auf Trainer Tuchel ist hoch. Zwar kann der 45-Jährige nach gut einem halben Jahr bei den Parisern eine positive Bilanz ziehen. Aber er wird letzten Endes daran gemessen werden, wie er mit PSG in der Königsklasse abschneidet. Für den gleichaltrigen Ole Gunnar Solskjaer, der gern dauerhaft in Manchester bleiben würde, ist die Champions League vor allem eine Chance. Wenn er in Europa ähnlich erfolgreich ist wie in England, dauert es bestimmt nicht mehr lang, bis die Man-United-Bosse ihm ein Angebot machen.

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