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Champions League: So setzte der FC Bayern Barça schachmatt | Analyse

Analyse zum historischen CL-Sieg  

Die Geheimzutat, die Bayern überragend macht

Von Constantin Eckner

15.08.2020, 17:34 Uhr
Bayern-Trainer zieht nach historischem Sieg gegen Barca Bilanz

Mit einem überragenden Ergebnis von 8:2 hat der FC Bayern München den FC Barcelona geschlagen. Trainer Flick zieht eine Bilanz zum Spiel. (Quelle: t-online.de)

Nach unglaublichem 8:2 gegen Barcelona: So schätzt Bayern-Trainer Hansi Flick die aktuelle Leistung seiner Mannschaft ein. (Quelle: t-online.de)


Bayern München ging als leichter Favorit in die Partie mit dem FC Barcelona, aber ein Aspekt sorgte dafür, dass der deutschen Rekordmeister die Katalanen mit 8:2 demolierte. Auch deshalb wusste die Mannschaft um Lionel Messi sich gegen die Bayern nicht zu helfen.

Es war bereits ein schlechtes Zeichen, dass sich Barça-Trainer Quique Setién für eine 4-4-2- statt der typischen 4-3-3-Grundformation entschied. In der Vergangenheit ging die Mannschaft mit diesem System bereits mehrfach unter. Setién wollte das Mittelfeld so kompakt und dicht besetzt wie möglich halten, weshalb er Sergi Roberto und Arturo Vidal als nominelle Flügelspieler recht zentral agieren ließ.

Die Idee dahinter war, das bayerische Zentrum um Thiago und Leon Goretzka zu übermannen und anschließend die Konterangriffe einzuleiten. In den ersten Minuten gelang das im Prinzip sogar mehrfach, aber Barças System hatte zu viele strukturelle Schwächen, als dass über 90 Minuten eine annehmbare Leistung möglich gewesen wäre: So musste etwa Rechtsverteidiger Nélson Semedo weite Vorstöße unternehmen und deshalb viel Raum in seinem Rücken freilassen. Oder Sergio Busquets rückte nach vorn, hatte aber nicht das Tempo für schnelle Rückzugsbewegungen.

Das dicht gestaffelte Mittelfeld Barcelonas sollte Bayerns Doppelsechs Thiago/Goretzka einschnüren. (Quelle: Constantin Eckner)Das dicht gestaffelte Mittelfeld Barcelonas sollte Bayerns Doppelsechs Thiago/Goretzka einschnüren. (Quelle: Constantin Eckner)

Die Grundformationen beider Mannschaften: Bayern spielte im 4-2-3-1, das sich unter Hansi Flick als Grundformation wieder fest etabliert hat. Barcelona wechselte auf das selten erfolgreiche 4-4-2 mit Messi in der Sturmspitze.

Barca hält Pressingdruck Bayerns nicht stand

Doch die taktischen Schwächen von Barcelona allein sorgten nicht für das Ergebnis. Bayern war dem Gegner individuell bei weitem überlegen. Cheftrainer Hansi Flick hatte sich für die Partie keinen besonderen Plan überlegt, sondern sein Team stattdessen sehr ähnlich wie gegen Chelsea spielen lassen. Aber das genügte schon, weil die Bayern mit hoher Intensität den Aufbau von Barça störten und nach Ballverlusten sofort mit mehreren Spielern auf den gegnerischen Ballführenden gingen.

Die Geheimzutat, die Bayern so überragend gemacht hat: Pressing und Gegenpressing waren verantwortlich dafür, dass im Anschluss Serge Gnabry oder auch Thomas Müller mit Geschwindigkeit auf die hüftsteife Abwehr von Barcelona zulaufen konnten. Anders als in ihrer Hochzeit vor einigen Jahren schafften es die Katalanen nicht, den Ball für eine längere Zeit zu halten und kontrolliert durch die eigenen Reihen laufen zu lassen. Sie waren ständig unter Druck und wurden zu Fehlern gezwungen. Vermeintlich clevere Spielzüge wie die kurzen Abstöße und halblangen Pässe von Marc-André ter Stegen entpuppten sich als kontraproduktiv.

Hohe Abwehrkette bleibt anfällig

Für Bayern besteht ob der Gesamtleistung der Mannschaft natürlich Grund zur Freude. Lediglich die hin und wieder anfällige Abwehrkette könnte im weiteren Verlauf dieses Champions-League-Turniers noch für Probleme sorgen. Auch Barça erkannte, dass sie die Bayern mit langen Bällen hinter die hochstehende Viererkette aushebeln konnten. Bayerns intensive Defensivarbeit im Mittelfeld wird in vielen Fällen diese langen Bälle verhindern, aber wenn der deutsche Rekordmeister wie etwa vorm 1:1 dem Gegner ausnahmsweise zu viel Raum und Zeit lässt, dann kann das nach hinten losgehen. 

In diesem Fall spielte Clément Lenglet einen präzisen langen Ball hinter Joshua Kimmich auf Jordi Alba, dessen Hereingabe von David Alaba ins eigene Tor abgelenkt wurde. Solche Szenen werden sich die kommenden Gegner genau anschauen, um die klitzekleinen Schwachstellen in einer Mannschaft zu entdecken, die ansonsten sehr stark an Bayerns triumphale Elf von 2013 erinnert.

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