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EM 2016 heute: Darum ist die Ukraine ein undankbarer Gegner

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DFB-Team muss aufpassen  

Darum ist die Ukraine ein undankbarer Gegner

12.06.2016, 18:24 Uhr | t-online.de

EM 2016 heute: Darum ist die Ukraine ein undankbarer Gegner. Der Star im Team der Ukraine: Andrij Jarmolenko. (Quelle: Reuters)

Der Star im Team der Ukraine: Andrij Jarmolenko. (Quelle: Reuters)

Von Mark Weidenfeller

WM 2014: 4:0 gegen Portugal, EM 1996: 2:0 gegen Tschechien, WM 1990: 4:1 gegen Jugoslawien. Die Vergangenheit des DFB-Teams beweist, dass ein guter Start ins Turnier elementar für den späteren Titelgewinn ist und Rückenwind für die kommenden Spiele bringt. "Ein guter Beginn ist sehr wichtig", bestätigt Taktik-Experte und Fußballlehrer Christian Titz.

"Das gibt Selbstvertrauen und die Gegner bekommen Respekt", so Titz weiter. Ein Sieg der deutschen Nationalmannschaft am Sonntag im ersten EM-Spiel gegen die Ukraine (ab 20.45 Uhr im Live-Ticker bei t-online.de) ist dementsprechend fest eingeplant. Doch wie stehen die Chancen, dass das auch gelingt?

Credo: Gegentore verhindern

"Die Ukraine ist ein sehr undankbarer Gegner, das wird eine schwierige Aufgabe“, warnt der Experte, der nicht an einen leichten Auftakt glaubt. Denn anders als die Portugiesen vor zwei Jahren werden die Ukrainer, die sich in den Qualifikations-Playoffs gegen Slowenien durchsetzten, so gut wie gar nicht aktiv am Spiel teilnehmen.

Statt nach vorne rennen, um Tore zu schießen, heißt das Credo bei den Osteuropäern: sicher stehen, um Gegentore zu verhindern – und ab und zu kontern. Platz zum Kombinieren für die deutsche Elf? Fehlanzeige.

Die Taktik der Ukraine

Auf die Taktiktafel wird der ukrainische Nationalcoach Michail Fomenko aller Voraussicht nach ein 1-4-2-3-1-System malen und dabei auch vier gelernte Offensiv-Spieler aufbieten. Mit dem Konzept der DFB-Elf, die wohl in der gleichen Grundausrichtung auflaufen wird, wird die Spielweise jedoch recht wenig gemeinsam haben.

"Daraus kann in der Defensive auch schnell eine Fünfer- oder Sechserkette werden", so Titz. „Es wird nur sehr wenige Räume für das Umschaltspiel der deutschen Mannschaft geben."

So muss die DFB-Elf spielen

Was muss die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw also tun, um dieses blau-gelbe Defensiv-Bollwerk zu knacken? Einfache Antwort: Die DFB-Elf muss die ukrainische Hintermannschaft in Bewegung bringen und möglichst schnell in die gefährliche Zone hinter der letzten Abwehr-Reihe kommen.

Das jedoch ist leichter gesagt als getan. "Das deutsche Team muss mit schnellem Passspiel die Seiten verlagern, die Zonen zwischen den Ketten besetzen, die Außen müssen Einrücken – und dann muss es zügig in die Tiefe gehen", erklärt Titz. "Sie müssen es schaffen, dass der Gegner verschieben muss. Dann entstehen Lücken."

Gomez oder Götze?

In diese selten auftauchenden Lücken sollte an vorderster Front entweder Mario Götze oder Mario Gomez stoßen. Der eine klein und wendig, der andere groß und zweikampfstark. Zwei verschiedene Stürmertypen, zwei verschiedene Optionen. Aber welche ist die bessere?

"Ich kann mir gut vorstellen, dass sich Joachim Löw mit Gomez für einen Spieler entscheiden wird, der die Zuspiele in die Tiefe sichern und auf die nachrückenden Spieler weiterleiten kann. Er selbst kann dann schnell – ohne Ball – in den torgefährlichen Raum starten und dort Zuspiele verwerten", sagt der Experte. "Außerdem könnte Götze dann durchaus auch eine Option für die Außenbahn sein."

Die Gefahr heißt Jarmolenko

Bei allen Offensiv-Bemühungen dürfen die deutschen Auswahlspieler aber auch die eigene Tor-Sicherung nicht außer Acht lassen. Die Ukraine, die in zehn Qualifikations-Partien gerade einmal vier Gegentore zuließ, ist zwar vor allem für eine starke Defensive bekannt. Die gelegentlichen Nadelstiche können es aber durchaus in sich haben.

Allen voran Top-Star Andrij Jarmolenko ist bei Kontern stets gefährlich und kann die DFB-Elf mit seiner Schnelligkeit vor Probleme stellen. "Die Ukrainer werden versuchen, das Zentrum zu verdichten und das deutsche Team auf die Außen zu lenken, zu Ballverlusten zu zwingen und dann blitzschnell zu kontern", macht Titz deutlich. "Da müssen sie aufpassen. Das Wichtigste ist deshalb: geduldig bleiben." 

Über Christian Titz:

Unser Taktikexperte Christian Titz ist DFB-Fußballlehrer und Autor mehrerer Fußballfachbücher. Aktuell ist er U17-Trainer beim Hamburger SV. Mehr Infos zu seinen Tätigkeiten finden Sie unter www.coaching-zone-portal.de oder in diesem Video.

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