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DFB-Team feiert Tor-Festival gegen Estland

Von sid
Aktualisiert am 12.06.2019Lesedauer: 3 Min.
Acht Tore gegen Estland: (v. l.) Leroy SanĂ©, Marco Reus und Ilkay GĂŒndogan bejubeln ihre famose Leistung in der EM-Qualifikation.
Acht Tore gegen Estland: (v. l.) Leroy SanĂ©, Marco Reus und Ilkay GĂŒndogan bejubeln ihre famose Leistung in der EM-Qualifikation. (Quelle: Moritz MĂŒller/imago-images-bilder)
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Tricks, TraumpÀsse, tolle Tore: Das DFB-Team hat das Mainzer Publikum mit einer famosen Leistung gegen Estland verwöhnt. Phasenweise erinnerte die Partie an das historische WM-Halbfinale 2014 gegen Brasilien.

Mit himmelweiter Überlegenheit haben Zehn-Tage-Bundestrainer Marcus Sorg und die deutsche Nationalmannschaft Joachim Löws Sechs-Punkte-Plan perfekt umgesetzt. Die DFB-Elf feierte gegen das heillos ĂŒberforderte Estland in Mainz mit 8:0 (5:0) ihren höchsten Sieg seit drei Jahren und bleibt auf ihrem Weg zur EM 2020 ohne Makel. Nun heißt es: Ab in den Urlaub.

Sorg fĂŒr Löw an der Seitenlinie

Fast ein Jahr nach dem WM-Desaster war Löw vor dem Fernseher in Freiburg wie schon gegen Weißrussland (2:0) sicherlich angetan. Marco Reus (10./37.), Serge Gnabry (17./62.), Leon Goretzka (20.), Ilkay GĂŒndogan (26., Foulelfmeter), Timo Werner (79.) und Leroy Sane (88.) verwandelten den dritten Sieg im dritten Quali-Spiel in ein SchĂŒtzenfest, im ausverkauften Stadion kreiste schon nach einer halben Stunde die La Ola. Die Esten hatten als Nummer 96 der Weltrangliste kaum mehr als körperlose Verteidigung zu bieten.

Vor dem Klassiker gegen die Niederlande am 6. September und dem Duell mit den bisher starken Nordiren drei Tage danach wird Löw wieder "mit voller Kraft" ĂŒbernehmen, wie Nationalmannschaftsdirektor Oliver Bierhoff versicherte. Eine Arterienquetschung als Folge eines Unfalls auf der Hantelbank hatte den 59-JĂ€hrigen erstmals in 13 Jahren als Bundestrainer außer Gefecht gesetzt.

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Reus eröffnet das Scheibenschießen

Nach zwei Absprachetelefonaten mit Löw am Spieltag offenbarte Sorg eine verĂ€nderte, offensivere Aufstellung. Thilo Kehrer spielte fĂŒr Lukas Klostermann auf der rechten Seite einer Vierer-Abwehrkette, Kreativmann Leon Goretzka kam fĂŒr Innenverteidiger Jonathan Tah in die Mannschaft. Estland formierte sich in einer FĂŒnfer- und einer Viererkette am und im eigenen Strafraum. Der bemitleidenswerte StĂŒrmer Sergei Zenjov von Schachtjor Qaraghandy aus Kasachstan wartete an der Mittellinie mutterseelenallein auf lange PĂ€sse.

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Kehrer und Nico Schulz links waren als Außenverteidiger fast FlĂŒgelstĂŒrmer, so tief drĂŒckte die deutsche Mannschaft den Gegner in die Defensive. Sane und Reus, TorschĂŒtzen gegen Weißrussland am Samstag, rĂŒckten dadurch weiter nach innen. Das zahlte sich aus, als Reus nach Direktpass von Kehrer zum 1:0 traf.

Klavan fehlt den Esten

TorhĂŒter Sergei Lepmets verhinderte mit einem Reflex das 2:0 durch Goretzka (13.), das vier Minuten spĂ€ter Gnabry erzielte. Estland war ein Spielball, schon nach einer Viertelstunde ging es nur um die Höhe des Sieges. Sorg, der "die Fans wieder begeistern wollte", lĂ€chelte zufrieden, als auch Goretzka traf. FĂŒr die Esten war Schlimmstes zu befĂŒrchten. Reus traf nur die Latte (30.), dafĂŒr schlenzte er eben einen Freistoß ins Tor.

Im DFB sind fĂŒnfmal so viele Menschen organisiert, wie Estland Einwohner (1,32 Millionen) hat. Zudem fehlte den GĂ€sten der frĂŒhere Augsburger Ragnar Klavan, der einzige Spieler von internationalem Niveau. Als KapitĂ€n Konstantin Vassiljev einen Freistoß auf das Tor brachte, brandete Applaus auf (45.).

26.050 Zuschauer in Mainz

Es stand schließlich die höchste deutsche HalbzeitfĂŒhrung seit dem WM-Halbfinale gegen Brasilien 2014 (7:1). 14 Siege in Serie in Qualifikationsspielen (EM und WM) hat es nie zuvor gegeben, ein 8:0 zuletzt gegen San Marino im November 2016.

Nach der Pause löste die deutsche Mannschaft ihren eisernen Klammergriff. Marcel Halstenberg (fĂŒr Schulz) und Julian Draxler (fĂŒr GĂŒndogan) kamen ins Spiel, Estland hatte einige Ballstafetten, Zenjov prĂŒfte Manuel Neuer (55.). Auf der Gegenseite kĂ€mpfte Sane darum, unter den TorschĂŒtzen zu sein (57.), Werner kam fĂŒr den stĂŒrmisch bejubelten Reus und traf auch. "Oh, wie ist das schön", sangen die 26.050 Zuschauer.


Nur mit einem Tor fĂŒr Sane wollte es lange nicht klappen. Der Schiedsrichter-Assistent entschied nach einem Weltklasse-Treffer des von Bayern MĂŒnchen umworbenen England-LegionĂ€rs auf Abseits - und lag damit falsch (67.). Kurz vor Abpfiff traf Sane regulĂ€r: endlich. Marcus Sorg rĂŒckt nun plangemĂ€ĂŸ wieder in die zweite Reihe, fĂŒr die Nationalspieler geht es in den ersehnten Sommerurlaub. Allerdings nicht fĂŒr Tah und Klostermann: Die spielen ab dem 17. Juni in Italien und San Marino noch die U21-EM.

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