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Matthäus als Bundestrainer? "Aktuelle Generation kennt ihn nur als TV-Onkel"


Bundestrainer Lothar Matthäus: Sind denn alle verrückt geworden?

  • Noah Platschko
Ein Kommentar von Noah Platschko

Aktualisiert am 17.03.2021Lesedauer: 2 Min.
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Lothar Matthäus. Seit knapp zehn Jahren ist der Rekordnationalspieler als TV-Experte bei Sky tätig.
Lothar Matthäus. Seit knapp zehn Jahren ist der Rekordnationalspieler als TV-Experte bei Sky tätig. (Quelle: Sven Simon/imago-images-bilder)
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Wer wird Nachfolger von Joachim Löw als Bundestrainer? Bei der Suche nach einem geeigneten Kandidaten fiel zuletzt auch der Name Lothar Matthäus. Doch er wäre der falsche Mann für den Posten.

Joachim Löw macht Schluss. Er führt die deutsche Nationalmannschaft noch durch die EM 2021, anschließend verlässt er den DFB nach 15 Jahren.

Die Suche nach einem Nachfolger läuft bereits auf Hochtouren – zumindest medial. Denn während der DFB nach außen kommuniziert, dass man den vollen Fokus auf Löws Abschiedsturnier im Sommer legt, reißen die Spekulationen um den neuen Bundestrainer nicht ab.

Die Diskussion um Matthäus ist hanebüchen

Neben Ralf Rangnick (er würde es gerne machen), U21-Trainer Stefan Kuntz (er hält sich bedeckt), Jürgen Klopp (er sagt nein) und Hansi Flick (er ist nicht abgeneigt) fällt dabei auch immer wieder ein Name: Lothar Matthäus.

"Lothar hätte sich das verdient", sagt etwa Ex-Nationalspieler und "Doppelpass"-Moderator Thomas Helmer. "Ich könnte mir das vorstellen – mit seiner Fußballkompetenz", sagt auch Trainer-Veteran Friedhelm Funkel. Auch Matthäus selbst ist nicht abgeneigt.

Sind denn alle verrückt geworden? Bloß nicht Matthäus! Denn die Diskussion um ihn ist hanebüchen.

Vorab: Als Fußballer war Matthäus natürlich einer der Größten.

Doch was um alles in der Welt qualifiziert ihn für den Bundestrainerposten? Womit wir beim Kernpunkt wären, denn: Im Vergleich zu allen anderen genannten Kandidaten befähigt ihn exorbitant wenig.

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Matthäus ist kein Trainer mehr. Er ist ein passabler TV-Experte, seit einem knappen Jahrzehnt philosophiert er bei Sky über seinen Ex-Klub Borussia Mönchengladbach oder analysiert den angeblichen Rücktritt von Lucien Favre.

Die aktuelle Generation kennt Matthäus nur als TV-Onkel

Dem Job als Trainer ist er aber seit zehn Jahren nicht mehr nachgegangen. Seine bisherigen Vereine Rapid Wien, Partizan Belgrad, Athletico Paranaense und Maccabi Netanja lesen sich mehr wie Stationen für Wochenendtrips zum Junggesellenabschied. Und auch seine Zeit als Nationaltrainer in Ungarn beziehungsweise Bulgarien war nur von kurzer Dauer und von wenig nachhaltigem Erfolg geprägt. Im Schnitt war Matthäus nie länger als ein Jahr im Amt. Um etwas langfristig aufzubauen, wäre er also der Falsche.

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Die aktuelle Spielergeneration kennt Matthäus zudem zu großen Teilen nur als TV-Onkel. Seine Einschätzungen sind zumeist auf den Punkt, doch aus der Position des Experten heraus zu urteilen, ist immer einfacher, als selbst in der Verantwortung zu stehen.

Zu mutmaßen, seine Erfolge aus der Vergangenheit würden ihm den notwendigen Respekt im Nationalteam bescheren, entbehrt jeder Realität. Trainer wie Nagelsmann, Flick oder Klopp können durch ihre jüngst erzielten Erfolge sowie ihre Erfahrung bei Topklubs punkten – Matthäus maximal durch den Glanz längst vergangener Tage.

Sollte der DFB ernsthaft Matthäus in Betracht ziehen, wäre das ein Armutszeugnis für den Verband – und ein Schlag ins Gesicht für alle anderen ernsthaften Bewerber.

Wie sagte es Matthäus einst selbst so schön in einem bekannten Video: "You don't respect me". In diesem Sinne, Lothar: "Please respect us" – und werde nicht Bundestrainer.

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Verwendete Quellen
  • Trainerprofil von Lothar Matthäus auf transfermarkt.de
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Eine Kolumne von Gerald Asamoah
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