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EM 2021: Reaktionen zum Uefa-Verbot von Regenbogenfarben in München


Reaktionen aus Sport, Politik, Show  

"Schämt euch" – scharfe Kritik an Uefa-Entscheidung

22.06.2021, 15:45 Uhr | t-online, flv

EM 2021: Reaktionen zum Uefa-Verbot von Regenbogenfarben in München. Die Uefa verbietet Regenbogen-Optik: So wie hier wird die Allianz Arena in München beim EM-Vorrundenspiel der deutschen Mannschaft gegen Ungarn am Mittwoch nicht aussehen. (Quelle: imago images/Sven Simon)

Die Uefa verbietet Regenbogen-Optik: So wie hier wird die Allianz Arena in München beim EM-Vorrundenspiel der deutschen Mannschaft gegen Ungarn am Mittwoch nicht aussehen. (Quelle: Sven Simon/imago images)

Die Uefa verbietet, das EM-Stadion in München am Mittwoch als Zeichen für Toleranz und Vielfalt in Regenbogenfarben zu beleuchten. Die Reaktionen darauf sind deutlich.

Diese Entscheidung können die wenigsten verstehen. Während die Uefa tags zuvor noch das Tragen der regenbogenfarbenen Kapitänsbinde von DFB-Spielführer Manuel Neuer gestattete, verbot der europäische Fußballverband nun die Ausleuchtung der Münchener EM-Arena in eben jenen Farben. Die Stadt München hatte den Antrag gestellt, um so ein Zeichen für Toleranz und Vielfalt zu setzen.


Im Spiel der DFB-Elf am Mittwoch gegen Ungarn sollte das Stadion in Regenbogenfarben illuminiert werden. Doch die Uefa lehnte ab. Ihre Begründung: "Angesichts des politischen Kontextes dieses speziellen Antrags – eine Botschaft, die auf eine Entscheidung des ungarischen nationalen Parlaments abzielt – muss die Uefa diesen Antrag ablehnen."

Vergangene Woche wurde in Ungarn ein Gesetz verabschiedet, das die Informationsrechte von Jugendlichen in Sachen Homosexualität und Transgeschlechtlichkeit einschränkt.

Die Reaktionen in den sozialen Medien auf den Uefa-Beschluss ließen nicht lange auf sich warten. Der Tenor ist eindeutig: Unverständnis, Bedauern – und scharfe Kritik.

Reiter: "Ich finde es beschämend"

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder twitterte: "Schade, dass die Münchner Arena nicht in Regenbogenfarben leuchten darf. Das wäre ein sehr gutes Zeichen für Toleranz und Freiheit gewesen. Wir müssen uns stark machen gegen Ausgrenzung und Diskriminierung."

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter wurde besonders deutlich: "Ich finde es beschämend, dass die UEFA uns hier in München verbietet, ein Zeichen für Weltoffenheit, für Toleranz, für Respekt und für Solidarität zu den vielen Menschen der LGBT-Community abzugeben."

Er empfinde es zudem als sehr enttäuschend, dass der Deutsche Fußball-Bund "sich nicht in der Lage sah oder sich nicht in der Lage sehen wollte, hier dieses Ergebnis zu beeinflussen". Den Gegenvorschlag, die Münchner Arena an einem anderen Tag entsprechend zu beleuchten, bezeichnete Reiter als "aus meiner Sicht lächerlich".

Stattdessen solle am Spieltag das Münchner Rathaus mit Regenbogenflaggen geschmückt werden und das Windrad in unmittelbarer Nähe der Arena in Regenbogenfarben beleuchtet werden. 

Klingbeil: "Ihr seid noch peinlicher, als ich dachte"

Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock positionierte sich ebenfalls klar "für Toleranz. Gegen Homofeindlichkeit."

SPD-Politiker Karl Lauterbach schrieb von einer "Enttäuschung": "Die Uefa will kein Zeichen für Weltoffenheit und Toleranz. Es geht offenbar vornehmlich ums Geld."

Lauterbachs SPD-Parteikollege und -Generalsekretär Lars Klingbeil schrieb: "Liebe Uefa, es ist nicht so, dass ich von euch viel erwartet habe. Aber ihr seid noch peinlicher, als ich dachte. Schämt euch!"

Ebenfalls deutlich wurde Comedian Oliver Pocher. Er bezeichnete die Entscheidung als "lächerlich".

Bundesligaklubs wollen Zeichen setzen

Auch Konstantin Kuhle, innenpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Bundestag, machte seinem Ärger Luft: "Was ist die Uefa bitte für ein Saftladen?! Der Einsatz für Menschenrechte ist wertlos, wenn es dabei nicht zu Konflikten kommen darf."

Bundesligaklubs meldeten sich ebenfalls zu Wort. So soll etwa das Stadion in Frankfurt am Mittwoch in Regenbogenfarben erleuchten. Eintracht-Vorstand Axel Hellmann rief andere Klubs dazu auf, seinem Beispiel zu folgen.

In Köln, Augsburg, Wolfsburg und im Olympiastadion in Berlin plant man eine ähnliche Aktion. "Wir machen da gerne mit, weil wir uns für Toleranz und Menschenrechte einsetzen“, sagte Christoph Meyer, Sprecher der Olympiastadion GmbH, der "Berliner Zeitung".

Zweitligist FC St. Pauli forderte: "Ein Regenbogen hat noch niemanden wehgetan und sollte nicht durch Paragrafen verhindert werden."

Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger, der nach dem Ende seiner Karriere seine Homosexualität öffentlich gemacht hatte, forderte die Uefa auf, "an diejenigen zu denken, die noch immer diskriminiert werden."

Unter dem Hashtag "Regenbogen" hat ProSieben-Senderchef Daniel Rosemann angekündigt, am Mittwoch die Farben des Senderlogos zu ändern.

Schauspieler Elyas M'Barek verbreitete via Instagram einen Hinweis zu einer Petition, mit deren Unterzeichnung erreicht werden soll, die Arena in Regenbogenfarben erleuchten lassen zu dürfen.

Verwendete Quellen:

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