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Nach Türkei-Eklat: Deutsche Fußball-Verbände wollen Salut-Jubel verbieten

Türkischer Militär-Gruß  

Deutsche Fußball-Verbände wollen Salut-Jubel verbieten

15.10.2019, 14:52 Uhr | sid , dpa , t-online.de

Nach Türkei-Eklat: Deutsche Fußball-Verbände wollen Salut-Jubel verbieten. Haben die UEFA zu Ermittlungen und Disziplinaranhörungen veranlasst: Die türkischen Nationalspieler beim Salut-Jubel. (Quelle: imago images/Le Pictorium)

Haben die UEFA zu Ermittlungen und Disziplinaranhörungen veranlasst: Die türkischen Nationalspieler beim Salut-Jubel. (Quelle: Le Pictorium/imago images)

Der Salut der türkischen Nationalspieler ist sogar in den deutschen Kreisklassen angekommen. Dagegen will nicht nur der Bayerische Fußball-Verband vorgehen – und droht deshalb mit Strafen.

Der Bayerische Fußball-Verband (BFV) droht Spielern, die den provozierenden türkischen Torjubel nachahmen, mit Konsequenzen. Nachdem im Bereich des BFV am vergangenen Wochenende Spieler bei mindestens zwei Partien nach Toren in Richtung der Zuschauer salutiert hatten, teilte der Verband mit, dass "ein solches provozierendes Verhalten nicht toleriert und jeder einzelne Fall zur Anzeige vor dem Sportgericht gebracht wird".

Stürmer Cenk Tosun hatte beim Spiel der Türkei gegen Albanien (1:0) in der EM-Qualifikation am vergangenen Freitag nach seinem Siegtreffer in der 90. Minute zu den Zuschauern salutiert. Beim 1:1 gegen Weltmeister Frankreich in Paris zeigten türkische Nationalspieler den Militärgruß wiederholt.

BFV sieht Sport für "Provokationen und Beleidigungen" missbraucht

Der BFV teilte nun auf seiner Verbandshomepage mit: "Spieler, die den Fußball für politisch motivierte Provokationen missbrauchen, können sich der Diskriminierung gemäß Paragraf 47a der Rechts- und Verfahrensordnung schuldig machen und müssen mit empfindlichen Strafen rechnen."

Verbandsspielleiter Josef Janker machte deutlich, dass der BFV es nicht dulden werde, "dass jemand unseren Sport für Diskriminierungen, Provokationen und Beleidigungen missbraucht". Fußball stehe für "Fairplay, Respekt, Gewaltfreiheit, Toleranz und Anerkennung", deshalb werde der BFV "von unserer Linie der Null-Toleranz-Politik bei gewalttätigen oder diskriminierenden Vorfällen auch keinen Millimeter abweichen".

Auch der Nordostdeutsche Fußball-Verband (NOFV) hat sich auf Nachahmer des Salut-Jubels eingestellt. "Sollte es Vorfälle geben, werden wir den Fall prüfen und weiterleiten", sagte NOFV-Geschäftsführer Holger Fuchs am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa.


Auch Fuchs würde rechtliche Verfahren nicht ausschließen. "Die Maßnahmen, die ergriffen werden, könnten je nach Schwere des Falles bis zu den Rechtsorganen des Verbandes führen", sagte der Geschäftsführer. Zugleich betonte Fuchs: "Bis zu diesem Zeitpunkt gab es noch keine Vorkommnisse in den Spielen unseres Verbandes."

Verwendete Quellen:
  • Mit Material der Nachrichtenagenturen sid und dpa

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