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Den Bundesligisten droht in der Corona-Krise ein Problem


Spieltage vorerst ausgesetzt  

Den Bundesligisten droht in der Corona-Krise ein Problem

Von Jannik Meyer

20.03.2020, 19:16 Uhr
Den Bundesligisten droht in der Corona-Krise ein Problem. Sind beide vom FC Bayern bis zum 30. Juni ausgeliehen: Philippe Coutinho (l.) und Ivan Perisic. (Quelle: imago images/Laci Perenyi)

Sind beide vom FC Bayern bis zum 30. Juni ausgeliehen: Philippe Coutinho (l.) und Ivan Perisic. (Quelle: Laci Perenyi/imago images)

Wann die Bundesliga ihren Spielbetrieb wieder aufnehmen kann, ist fraglich. Jedoch laufen einige Spielerverträge am 30. Juni aus. Doch welche Spieler betrifft das überhaupt und was gibt es für Lösungsansätze?

In der Fußball-Bundesliga sind bislang 25 Spieltage gespielt, neun müssen noch stattfinden. Inklusive eines Nachholspiels (Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt) sind es damit noch 82 Partien, bis ein Haken hinter diese einmalige Saison gesetzt werden kann. Doch wegen der Corona-Pandemie ist es äußerst ungewiss, wann und ob der Spielbetrieb in dieser Saison überhaupt wieder aufgenommen werden kann.

Dank EM-Verschiebung: Mehr Zeit für nationale Verbände

"Man muss sich davon verabschieden. Es ist nicht realistisch, dass die Saison zu Ende geführt werden kann", sagt der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit im NDR-Sportclub. Dieses Statement macht Fußball-Fans wenig Hoffnung. Dabei ist diese aus zwei Gründen noch groß: Zum einen haben die Klubs den finanziellen Druck, dass eine Absage eigentlich keine Option ist. Zum anderen ist terminlich durch die EM-Absage viel Spielraum da. Die nationalen Verbände haben zwei Monate mehr Zeit, die Saison irgendwie zu Ende zu bringen. Doch das bringt ein Problem mit sich: Viele Spielerverträge laufen am 30. Juni aus. 

Nach momentanem Stand scheint es nicht ausgeschlossen, dass die Saison – sollte sie überhaupt fortgesetzt werden können – erst im Juli abgeschlossen wird. Dann müsste der Verband eine Lösung für das Problem mit den auslaufenden Spielerverträgen erarbeiten. Warum das dringend notwendig ist, zeigen mehrere Fälle, die anhand prominenter Beispiele erklärt werden können.

Die vier Fälle

Fall 1: Per Skjelbred von Hertha BSC. Der Norweger wird den Klub im Sommer verlassen und sich Rosenborg Trondheim anschließen. Für Trondheim sollte er ursprünglich ab Juli auflaufen. Hertha müsste in den letzten Spielen auf ihn verzichten. 

Fall 2: Mario Götze von Borussia Dortmund. Eine Vertragsverlängerung bei Borussia Dortmund erscheint unwahrscheinlich. Stand jetzt ist er ab Juli nicht mehr spielberechtigt für den BVB – und dürfte in den entscheidenden Spielen nicht mehr eingesetzt werden. Auch andere Stars haben noch keinen neuen Vertrag. Schalkes Leistungsträger Benjamin Stambouli oder Daniel Caligiuri zum Beispiel. Bei Hertha BSC würde mit Vedad Ibisevic sogar der Kapitän wegbrechen.

Ist bei Borussia Dortmund meist nur noch Reservist: Mario Götze. (Quelle: imago images/osnapix)Ist bei Borussia Dortmund meist nur noch Reservist: Mario Götze. (Quelle: osnapix/imago images)

Fall 3: Ivan Perisic und Philippe Coutinho vom FC Bayern München. Der Rekordmeister hat beide Spieler vor der Saison ausgeliehen – mit Kaufoption. Gleiches gilt für Alvaro Odriozola. Wenn die Regularien nicht geändert werden, müssen sich die Bayern nun überlegen, die Spieler zu verpflichten oder zurück zu ihren alten Vereinen zu schicken. Das ist zum jetzigen Zeitpunkt eine sehr schwierige Entscheidung: Beide Stars sollten in den entscheidenden Wochen ihre Wichtigkeit für das Team unterstreichen, was nun durch die Aussetzung der Wettbewerbe nicht mehr möglich scheint.

Fall 4: Alexander Nübel von Schalke 04. Dieses Szenario könnte besonders kurios werden. Bis Ende Juni steht er bei Schalke 04 unter Vertrag, ab dann wird er für den FC Bayern auflaufen. Sollte die Saison über den Juni hinaus gehen, könnte das bedeuten, dass Nübel den Schalkern in den letzten Saisonspielen nicht mehr zur Verfügung steht. Stattdessen könnten die Münchner den Keeper noch in der Saison für die letzten Spiele einsetzen.

Der Heynckes-Plan löst nicht alle Probleme

Wenn sich die Klub-Vertreter Ende März noch einmal telefonisch besprechen, wird dieses Problem wohl auch diskutiert. Denn nahezu jeder Klub ist davon in einer Form betroffen. 

Einen Lösungsvorschlag hat Bayerns Triple-Trainer Jupp Heynckes im "Kicker" präsentiert. Seine Idee beruht darauf, den Spielbetrieb mit all seinen Wettbewerben ab dem 10. Mai wieder zu starten. Da die Saison dann wohl über den Juni hinaus andauern würde, schlägt er vor, alle Spielerverträge um einen Monat zu verlängern. Dadurch stünden die Spieler den Vereinen auch in den letzten Spielen zur Verfügung – und würden sich ab August ihren neuen Vereinen anschließen.

Heynckes' Vorschlag würde aber nur "Fall 2" lösen, nicht die anderen. Die DFL könnte aber natürlich eine Regelung beschließen, die auch "Fall 4", also nationale Transfers, nach hinten verschiebt. Die anderen Fälle werden eher nicht zu lösen sein. 

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche

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