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Geisterspiele? So könnte es im Fußball weitergehen

Von sid, dd

Aktualisiert am 15.04.2020Lesedauer: 3 Min.
Geisterspiel zwischen Gladbach und Köln am 11. MÀrz: Ob Partien ohne Zuschauer in Zukunft eine Option sind, ist noch unklar.
Geisterspiel zwischen Gladbach und Köln am 11. MÀrz: Ob Partien ohne Zuschauer in Zukunft eine Option sind, ist noch unklar. (Quelle: /imago-images-bilder)
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Großveranstaltungen sind bis 31. August untersagt. Was bedeutet die Bekanntgabe der Bundesregierung im Rahmen der Corona-Krise jetzt fĂŒr den Fußball? Es geht weiter um viel Geld.

Der Spuk ist noch lange nicht vorbei, die "Geisterspiele" bleiben eine vage Hoffnung: Hinter dem Saison-Neustart im Profifußball steht weiter ein großes Fragezeichen, das positive Signal der Politik blieb am Mittwoch vorerst aus. Entgegen der Erwartungen bei den Klubs verstĂ€ndigten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und die MinisterprĂ€sidenten der LĂ€nder bei ihren Beratungen noch nicht darauf, den Weg fĂŒr Partien unter Ausschluss der Öffentlichkeit trotz der Corona-Pandemie ab Mai frei zu machen.

Damit mĂŒssen die 36 Profiklubs weiter um ihre Existenz bangen. Eine Entscheidung soll erst bei der nĂ€chsten Konferenz der Kanzlerin mit den LĂ€nderchefs am 30. April fallen. Bis dahin wird der Spielbetrieb also auf keinen Fall in irgendeiner Weise wieder aufgenommen. "Die Bundesliga war kein Thema. Sie wird im nĂ€chsten Schritt Thema sein. Ob Geisterspiele möglich sind, werden wir dann diskutieren", sagte Bayerns MinisterprĂ€sident Markus Söder (CSU). Bei ihrem nĂ€chsten virtuellen Krisentreffen am 23. April mĂŒssen die Vereine den Wiederbeginn also erneut ohne konkrete Vorgaben der Politik planen.

Da die öffentlichen Restriktionen vorerst bis zum 3. Mai verlĂ€ngert wurden, könnte der Ball im besten Fall wohl ab dem 8. Mai (Freitag) wieder rollen. Seit einigen Tagen wird bei den Klubs in Kleingruppen trainiert, um sich auf den "Tag X" vorzubereiten. Da der Profifußball damit gerechnet hat, dass es in diesem Jahr keine Partien mit Publikum mehr gibt, war er auf das Verbot der Großveranstaltungen bis zum 31. August eingestellt. Die Spielzeiten der Bundesliga und der 2. Liga sind seit Mitte MĂ€rz unterbrochen. Es stehen jeweils noch neun Spieltage aus.

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Die DFL arbeitet bereits an der Logistik

Zuletzt wurde ĂŒber die Zahl von 239 Personen spekuliert, die fĂŒr den Ablauf eines "Geisterspiels" zugelassen werden soll. Zudem benötigt der Profifußball etwa 20.000 Corona-Tests fĂŒr die ausstehenden Begegnungen. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) geht in diesem Zusammenhang von einer deutschlandweiten TestkapazitĂ€t von mindestens 550.000 pro Woche aus. Die Argumentation ist klar: Angesichts einer KapazitĂ€t von mehreren Millionen ĂŒber mehrere Wochen hinweg sind 20.000 Tests fĂŒr den Profifußball in diesem Zeitraum vertretbar.

Vor den Beratungen der Kanzlerin mit den MinisterprĂ€sidenten hatte die Nationale Wissenschaftsakademie Leopoldina empfohlen, "sportliche Veranstaltungen nach und nach" wieder zu ermöglichen. Konkret wurden die Experten allerdings nicht. Die Lockerungen sollen "in AbhĂ€ngigkeit von der möglichen rĂ€umlichen Distanz und den KontaktintensitĂ€ten der Beteiligten" geprĂŒft werden.

Die DFL arbeitet bereits seit Wochen an der Logistik fĂŒr die Austragung von Partien unter Ausschluss der Öffentlichkeit. "Wir werden bereit sein", versprach DFL-Boss Christian Seifert zuletzt, er stellte allerdings klar: "Es darf nicht der Eindruck entstehen, der Fußball ignoriere in seiner Selbstbezogenheit die RealitĂ€t."

Negativer Effekt muss ausgeschlossen werden

Diesen Eindruck will der Profifußball auch bei seiner Sitzung in der kommenden Woche vermeiden. Dennoch geht es in erster Linie um die 770 Millionen Euro, die bei einem Saisonabbruch verloren gehen könnten. Laut dem kicker droht 13 der 36 Klubs die Pleite, falls der Ball in den kommenden Wochen immer noch nicht rollen sollte.

Mitentscheidend dĂŒrfte sein, wie der Fußball garantieren kann, dass durch die AusfĂŒhrung der Spiele keine Gefahren einer Ansteckung bestehen und dass es keinen negativen Effekt fĂŒr die Allgemeinheit geben wird. Das Szenario fĂŒr einen Wiederbeginn wird derzeit von der DFL-Taskforce unter der Leitung von Nationalmannschaftsarzt Tim Meyer erarbeitet.

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