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Dreikampf statt Titelduell: Mercedes glaubt an Wende

Von dpa
23.05.2022Lesedauer: 3 Min.
Mit dem technisch verbesserten Auto ist Mercedes auf einem guten Weg.
Mit dem technisch verbesserten Auto ist Mercedes auf einem guten Weg. (Quelle: Joan Monfort/AP/dpa./dpa)
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Barcelona (dpa) - Nach seiner furiosen Fahrt vom letzten Platz bis fast aufs Podium hatte Lewis Hamilton keine Zweifel mehr. "Das ist ein gro├čartiges Zeichen, dass wir uns in die richtige Richtung bewegen", sagte der siebenmalige Formel-1-Weltmeister nach Platz f├╝nf in Barcelona.

Zwar wartet der Brite mit Mercedes nach sechs Rennen 2022 noch immer auf den ersten Triumph, doch die Silberpfeile kommen der Spitze n├Ąher und d├╝rften bald aktiv in die Formel-1-Entscheidung eingreifen: "Ein Rennen wie dieses, in dem du von so weit hinten kommst, ist wie ein Sieg. Wir haben das Auto sehr verbessert."

Bislang stritten Titelverteidiger Max Verstappen im Red Bull und Herausforderer Charles Leclerc im Ferrari quasi allein um die Weltmeisterschaft. Mit dem technisch stark verbesserten Auto ist Mercedes auf einem guten Weg, daraus noch einen Dreikampf zu machen. "Es gibt keinen Grund, warum wir das nicht noch rumdrehen k├Ânnten, auch wenn schon sechs Rennen vorbei sind", sagte Hamiltons Teamkollege George Russell, der in Spanien Dritter wurde. Als Vierter der Gesamtwertung liegt der 24-J├Ąhrige vor dem Sechsten Hamilton.

Der Altmeister musste "vom Rande der Verzweiflung zur├╝ckgeschleift werden, glaubt aber nun, dass er wieder die Welt erobern kann", schrieb die englische Tageszeitung "Daily Mail" am Montag. W├Ąhrend Hamilton in der "Sun" vom "Rand der H├Âlle auf den f├╝nften Platz" kletterte, sah der "Guardian" einen "Beweis daf├╝r, dass das Auto auf dem richtigen Weg ist, um wieder an der Spitze mitzumischen".

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Red Bull und Ferrari weiterhin an der Spitze

Zur Wahrheit geh├Ârt aber auch, dass der Sieg in der Gluthitze von Katalonien normalerweise klar an Leclerc gegangen w├Ąre. Probleme am Motor f├╝hrten dazu, dass der Monegasse seinen Wagen in F├╝hrung liegend mit gro├čem Vorsprung abstellen musste. Nur so konnte Max Verstappen vor Teamkollege Sergio Perez gewinnen und erstmals in diesem Jahr mit sechs Z├Ąhlern vor Leclerc die WM-F├╝hrung ├╝bernehmen.

"Es ist gut, in solchen Situationen auf das Positive zu schauen. Und davon gibt es viel", sagte Leclerc. Die Scuderia kam ebenfalls mit einem aufgemotzten Auto, das bis zum Ausfall dominierte. "Sie hatten ein sehr starkes Wochenende und wir m├╝ssen uns definitiv verbessern", musste auch Verstappen anerkennen: "Sie haben einen Schritt nach vorne gemacht. Jetzt liegt es an uns, das wieder aufzuholen."

Qualifikation und Start in Monaco entscheidend

Bereits am kommenden Sonntag wird in Monaco, der Heimat des 24 Jahre alten Leclerc, gefahren. Auf dem engen Stadtkurs im F├╝rstentum sind ganz andere Qualit├Ąten gefragt als in Spanien. "Die Erwartungen sind niedriger als auf allen anderen Kursen", sagte Motorsportchef Toto Wolff von Mercedes offen: "Monaco war kein guter Ort f├╝r uns in der Vergangenheit." Die langsamen Kurven sind der Bereich, in dem die Silberpfeile noch Probleme haben. Aufgrund weniger M├Âglichkeiten zum ├ťberholen wird es in der Wahlheimat von Hamilton und Verstappen auf eine gute Qualifikation und einen vorderen Startplatz ankommen.

Nach einem fr├╝hen Unfall mit Haas-Pilot Kevin Magnussen war Hamilton in Barcelona in der ersten Runde ans Ende des Feldes durchgereicht worden und wollte eigentlich schon aufgeben. Nachdem ihn das Team ├╝berredete weiterzumachen, belohnte sich der einstige Dominator. "Es hat sich wie fr├╝her angef├╝hlt, das war richtig gut", sagte der 37-J├Ąhrige.

Wolff: "Wir machen Druck"

Achtmal hatte Mercedes zuletzt die Konstrukteurs-WM gewonnen, Hamilton Rekord um Rekord gebrochen und die Konkurrenz ├╝ber Jahre gedem├╝tigt. Den Platz an der Spitze musste das Werksteam aber am Jahresanfang abgegeben, nachdem die Kontrahenten das neue Reglement besser umsetzten und den deutschen Autobauer abh├Ąngten.

"Wir konnten das Blatt wenden", sagte Russell, der von "einer Saison der Probleml├Âsung" sprach. Teamchef Wolff wollte hingegen noch nicht klar sagen, dass seine beiden Piloten nun immer direkt um Siege mitfahren k├Ânnen. "Es steht im Moment gegen uns. Aber wir machen Druck, um zur├╝ck ins Spiel zu kommen", sagte der ├ľsterreicher.

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