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Olympia 2021 – Kanute Sebastian Brendel: Der harte Weg nach Tokio


Tokio 2021
"Das ist eine Katastrophe" – Sportler bangen um ihr Olympia-Gefühl

  • Melanie Muschong
Von Melanie Muschong

02.04.2021Lesedauer: 3 Min.
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Sebastian Brendel: Der Kanute hat seinen Fokus auf die Olympischen Spiele in Tokio gerichtet.Vergrößern des Bildes
Sebastian Brendel: Der Kanute hat seinen Fokus auf die Olympischen Spiele in Tokio gerichtet. (Quelle: Sven Simon/imago-images-bilder)

Sebastian Brendel ist dreifacher Olympiasieger und Gold-Anwärter für die diesjährigen Spiele in Tokio. Der Kanute spricht über den Konflikt, in dem er aktuell steckt.

Trainingslager in der Türkei, Heimtraining in Potsdam und danach wieder Übungseinheiten in Italien. Was sich nach dem normalen Leben eines Sportlers anhört, ist für den dreifachen Kanu-Olympiasieger Sebastian Brendel eine neue Situation. Eigentlich wäre der gebürtige Schwedter mit seinem Team im November und Februar nach Amerika aufgebrochen, um sich für die Olympischen Spiele in Tokio bestmöglich vorzubereiten. Sportlich und klimatisch. Doch die Pandemie machte diesen Plan zunichte und stattdessen folgte das Ausweichprogramm.

Brendel hat bereits Olympische Spiele erlebt, holte in London 2012 und in Rio de Janeiro 2016 jeweils Gold im Canadier-Einer. "Ich bin froh, dass ich schon normale Olympische Spiele erleben konnte", sagt der Kanute, der am Olympiastützpunkt in Potsdam trainiert. Aber auch er leidet aktuell aufgrund der Corona-Pandemie. Die Situation ist kompliziert. "Es war schon hart, das Training durch die Verschiebung der Spiele um ein Jahr noch einmal zu machen. Gerade auch das Wintertraining, das ja immer sehr ermüdend ist." Während er die Situation selbst "ganz gut weggesteckt" hat, sieht er doch, dass es für seine Familie nicht einfach ist.

Körper und Familie, beides leidet bei unserem Olympiahelden unter der Pandemie. Eine große Zerrissenheit.

"Die Herausforderung ist, alles mit der Familie unter einen Hut zu bekommen"

Brendel ist zweifacher Vater, seine Partnerin heißt Romy Leue. "Die größte Herausforderung für mich ist, das alles auch mit der Familie unter einen Hut zu bekommen. Ich habe zwei Kinder, die zur Schule gehen, die zuletzt natürlich auch zu Hause waren. Es ist viel an meiner Frau hängen geblieben", erklärt er. Und ergänzt: "Sie ziehen mit, aber es ist schwer. Die Vorbereitung auf die Spiele hat jetzt noch einmal ein Jahr länger gedauert. Das zehrt an allen und geht nicht spurlos an den Sportlern und Familien vorbei. Deswegen hoffen wir, dass wir in diesem Jahr für alles belohnt werden und die Spiele auch wirklich stattfinden."

Ein Satz, der zuletzt von vielen Athleten zu hören war. Auch von Speerwurf-Olympiasieger Thomas Röhler (mehr dazu lesen Sie hier). Die japanischen Organisatoren haben bereits beschlossen, keine ausländischen Zuschauer in Tokio zuzulassen. Die Stimmung für die Sportler vor Ort wird eine andere sein. Auch ein "Deutsches Haus", das den Athleten als Treffpunkt dienen könnte, wird es in Tokio nicht geben.

"Das ist eine Katastrophe"

Isolation statt Gesellschaft. Einsamkeit statt ausgelassener Stimmung. Für ein Ziel, auf das der Athlet sein ganzes Leben hinarbeitet. "Das wird ganz ganz traurig ohne ausländische Zuschauer. Es wird keine Stimmung aufkommen. Ich gehe auch davon aus, dass es kein Olympisches Dorf gibt. Das ist eine Katastrophe. Das ist das, wovon die Olympischen Spiele leben", sagt Brendel.

Nicht nur der deutsche Kanute beschäftigt sich mit den möglichen Szenarien vor Ort. Auch andere Sportler des Landes, wie der Turner Andreas Toba, blicken gespannt auf den Sommer – mit gemischten Gefühlen.

"Es ist der große Traum"

"Olympische Spiele sind für einen Leistungssportler das High-End-Produkt. Man arbeitet sein ganzes Leben lang darauf hin. Es ist der große Traum. Alle Sportler wollen einmal dorthin. Deshalb wünsche ich mir, dass die Spiele stattfinden. Auch, wenn alles anders ablaufen wird, als ich es kenne", sagt Toba.

"Es ist schwierig das aktuelle Geschehen in Worte zu fassen. Die Unsicherheit hat man überall, abgesehen vom Sport. Man muss das alles hinnehmen und darf dennoch das Ziel nicht aus den Augen verlieren. Zum Schluss müssen wir auch anpassungsfähig sein und lernen, mit der Situation umzugehen", führt Toba weiter aus.

"Noch einmal das Gefühl haben"

Zwei Leistungssportler, zwei Sportarten, der gleiche Traum. "Alle Sportler hoffen, dass es klappt und wir uns nicht Extra-Probleme einholen. Wenn es dann geht, will ich den bestmöglichen Wettkampf turnen. An die Platzierung braucht keiner zu denken. Ich persönlich würde mich freuen, wenn ich noch einmal das Gefühl haben darf, an den Olympischen Spielen teilgenommen zu haben", sagt Toba. Das teilt auch Sebastian Brendel mit ihm: "Ich wünsche mir, dass die Spiele stattfinden und, dass alle gesund an- und abreisen."

Verwendete Quellen
  • Eigene Recherche
  • Interviews mit Sebastian Brendel und Andreas Toba
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