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Olympia 2022: Yanqing National Sliding soll 2,5 Milliarden gekostet haben


Der "Betondrachen" als Milliardengrab

  • Dominik Sliskovic
Von Dominik Sliskovic

Aktualisiert am 08.02.2022Lesedauer: 3 Min.
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Das Bob- und Rodelzentrum in Yanqing: Kritiker sprechen von einem Milliardengrab.
Das Bob- und Rodelzentrum in Yanqing: Kritiker sprechen von einem Milliardengrab. (Quelle: Xinhua/imago-images-bilder)
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Im Yanqing National Sliding Center feierte das deutsche Olympiateam seine erste Goldmedaille. Doch der Komplex nordwestlich von Peking ist umstritten. Kritiker sehen in ihm den Inbegriff des chinesischen Gigantismus.

Als Johannes Ludwig seinen Vorsprung auf den Österreicher Wolfgang Kindl auch nach dem vierten und finalen Lauf aufrechterhalten konnte, war der Jubel groß. Der 35-jährige Rennrodler aus Oberhof hatte sich im Herbst seiner Karriere zum Olympiasieger gekrönt – und damit die erste Goldmedaille für Deutschland bei den Winterspielen in Peking geholt.


Traum geplatzt: Wer wegen Corona Olympia verpasst

Die Corona-Pandemie hält die Welt im Würgegriff. Auch der Sport ist davor nicht gefeit. Mehrere Medaillenhoffnungen verpassen aufgrund des Virus' die Olympischen Winterspiele in Peking. t-online gibt den Überblick.
Andreas Wellinger: Der 2018-Olympiasieger von der Normalschanze konnte aufgrund einer Corona-Infektion nicht am Heimspringen in Titisee-Neustadt teilnehmen und verpasste es so, die Norm für die Spiele in Peking zu erreichen. Er gilt jedoch als möglicher Nachrück-Kandidat, sollte ein DSV-Adler vor Beginn der Wettbewerbe in China ausfallen.
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Auch Rekordweltmeister Felix Loch freute sich für seinen langjährigen Wegbegleiter – trotz des Frusts, dass ihm am Ende nur zwei Zehntelsekunden zur Bronzemedaille fehlten. Dieser bittere Ausgang mit dem undankbaren vierten Platz dürfte endgültig den letzten Funken Hoffnung erloschen haben, dass Loch mit dem Yanqing National Sliding Center jemals richtig warm wird.

"Da hast du gedacht, du bist im Dschungel"

"Alles viel zu protzig, das muss nun wirklich nicht sein", hatte der 32-jährige Dreifacholympiasieger bereits vor Monaten über das olympische Bob- und Rodelzentrum gute 80 Kilometer nordwestlich von Peking geurteilt. Damit stand Loch im krassen Kontrast zu Francesco Friedrich. "Eine Bahn der Superlative, absolut beeindruckend", schwärmt der Bob-Dominator von der größten 360-Grad-Strecke der Welt, "perfekter geht es nicht."

Nun muss die Abneigung gegenüber Protz die Anerkennung für ein Meisterwerk der Ingenieurskunst nicht grundsätzlich ausschließen. Doch im Falle des Yanqing National Sliding Center muss man schon viele Aspekte völlig ausblenden, um nur eine hochmoderne Sportstätte zu sehen. Etwa den Standort.

"Da ist bei 32 Grad und extremer Luftfeuchtigkeit einer mit einer Machete vor uns her gelaufen. Da hast du gedacht, du bist im Dschungel." So erinnert sich Thomas Schwaab, Vorstandschef des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland, bei der "Tagesschau" an die Suche der Baufläche im Xiaohaituo-Gebirge.

Luxushotel wacht über Kurve 13

Schwaab war als Berater für die Olympia-Organisatoren einer der wichtigsten Planer des Yanqing National Sliding Center. Die Ausgestaltung der knapp zwei Kilometer langen Bahn mit ihren 16 Kurven – darunter dem weltgrößten Kreisel – geht zu großen Teilen auf seine jahrzehntelange Expertise zurück.

Damit endete jedoch auch sein Mitspracherecht. Dass über Kurve 13 ein Luxushotel wacht, zig verkehrsleere Zufahrtsstraßen in die Wildnis geschlagen und Felsvorsprünge weggesprengt wurden; all das waren einzig Entscheidungen der chinesischen Behörden, so Schwaab.

Auch er kann keine finale Klarheit in den Pekinger Kostendickicht bringen. So schätzen Kritiker der Spiele die Kosten für das Yanqing National Sliding Center auf horrende 2,5 Milliarden US-Dollar (gut 2,2 Milliarden Euro). Zum Vergleich: Das sind gut zweieinhalb Hamburger Elbphilharmonien und gut und gerne elf Schalker Veltins-Arenen. Schwaab setzt die Kosten im Xiaohaituo-Gebirge mit gut 500 Millionen Euro an – und meint damit vermutlich den reinen Bahnbau.

Doch auch damit würde die aufgrund der fehlenden natürlichen Neigung auf gut einem Dutzend Betonstelen stehende Anlage, die in der Lufttotale der Form eines chinesischen Drachen nachempfunden sein soll, aus jeglichem bekannten Bobbahn-Kostenrahmen fallen. Hightechanlagen, wie die der vergangenen Winterspiele in Südkorea und Kanada, werden mit 80 bis 100 Millionen Euro veranschlagt.

-20 Grad Celsius – und doch kein Schnee

Solche Zahlenspielchen sind der chinesischen Führung derweil egal. Sie will mit den Olympischen Spielen angeblich auch den Wintersport und den damit zusammenhängenden Tourismus ankurbeln. In einer Region, in der es im Winter zwar -20 Grad Celsius kalt wird, aber so gut wie nie schneit. In einem Land, in dem nur rund 70 Personen Kufensport im Eiskanal betreiben.

Die Voraussetzungen, dass aus dem Yanqing National Sliding Center das nächste olympische Milliardengrab wird, sind prächtig.

Die besten Szenen und emotionalsten Momente von Olympia 2022 in Peking zeigt Ihnen t-online im Video.

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Verwendete Quellen
  • Eigene Recherche
  • "Tagesschau": Die olympische Goldrinne geplant von zwei Deutschen
  • "Süddeutsche Zeitung": Träge, tückische Schlange
  • "Welt": "Ein Wunderwerk der Baukunst. Die Endstufe" (kostenpflichtig)
  • "Heidenheimer Zeitung": Ritt auf dem Schafrücken
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