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Gold f├╝r die "Schneeprinzessin": China jubelt ├╝ber Gu

Von dpa
Aktualisiert am 08.02.2022Lesedauer: 2 Min.
Eileen Gu aus China ist die neue Olympiasiegerin im Ski-Freestyle.
Eileen Gu aus China ist die neue Olympiasiegerin im Ski-Freestyle. (Quelle: Peter Kneffel/dpa./dpa)
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Peking (dpa) - Erst einmal richtete Eileen Gu ihre Haare, dann beantwortete sie charmant l├Ąchelnd in Mandarin und breitem amerikanischen Englisch die vielen Fragen, die auf sie einprasselten.

Die "Schneeprinzessin" aus Kalifornien l├Ąsst China ├╝ber das n├Ąchste Gold jubeln und ist der neue Liebling im Land des Olympia-Gastgebers. Mit dem schwierigsten Sprung ihrer Ski-Freestyle-Karriere katapultierte sich Gu nicht nur auf das oberste Podest bei der Premiere des Big-Air-Wettbewerbs in Peking.

Superstar in zwei Welten?

Die in San Francisco aufgewachsene 18-J├Ąhrige hat durch den Triumph beste Chancen, zu einem Sport-Superstar in beiden Welten aufzusteigen. Die Tochter eines Amerikaners und einer Mutter mit chinesischen Wurzeln startet seit 2019 f├╝r China.

Offen lie├č sie auch nach dem Triumoh, ob sie f├╝r China ihre amerikanische Staatsb├╝rgerschaft aufgegeben hat und verbreitete stattdessen im umstrittenen Gastgeberland die olympische Botschaft. "Sport kann Menschen vereinen. Wir sind hier, um menschliche Grenzen zu verschieben", sagte der Teenager diplomatisch und dankte erst dem US-Verband und dann China f├╝r die Unterst├╝tzung. "Ich bin genauso Amerikanerin wie Chinesin. Ich bin Amerikanerin in den USA und Chinesin in China." 25 bis 30 Prozent ihrer Zeit verbringe sie in China, in Peking lebe ein Teil ihrer Familie. Es f├╝hle sich also wie eine Heimkehr an.

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Die einheimischen Fans unter den Zuschauern auf dem Gel├Ąnde einer fr├╝heren Stahlh├╝tte waren aus dem H├Ąuschen und schwenkten chinesische Fahnen. Im dritten und letzten Durchgang stand Gu erstmals einen extrem schwierigen Sprung mit viereinhalb Drehungen in der Luft - im Fachjargon ein Double Cork 1620 - und landete sicher. "Grenzen zu ├╝berschreiten, das ist mein Charakter", erkl├Ąrte Gu selbstbewusst. Entscheidungen treffe sie immer im gr├Â├čeren allgemeinen Interesse. "Wenn Menschen mich nicht m├Âgen, dann ist das ihre Sache."

Mit dem dritten Gold bef├Ârderte sie China zwischenzeitlich sogar an die Spitze der Medaillenwertung und kr├Ânte sich zur bislang j├╝ngsten chinesischen Olympiasiegerin bei Winterspielen.

Bach und Peng Shuai schauen zu

Auch IOC-Pr├Ąsident Thomas Bach und Tennisspielerin Peng Shuai - wegen eines sp├Ąter gel├Âschten Posts ├╝ber angebliche sexuelle Bel├Ąstigung durch einen chinesischen Spitzenpolitiker seit Monaten im Fokus - verfolgten das Spektakel im Bezirk Shougang, etwa 50 Busminuten entfernt vom Olympiastadion. "Ich freue mich zu h├Âren, dass sie gl├╝cklich und gesund ist", sagte Gu ├╝ber Peng, um deren Wohlergehen es seit Monaten Sorgen gibt.

In der Qualifikation am Montag war Gu noch gest├╝rzt, nun erf├╝llte sie Chinas Hoffnungen. In Chinas Sozialen Medien schlug die Goldmedaille f├╝r die "Schneeprinzessin" genannte Gu hohe Wellen. Nur wenig sp├Ąter z├Ąhlte der Hashtag "Gold f├╝r Gu Ailing" mit ihrem chinesischen Namen schon 75 Millionen Klicks. "Chinesische M├Ądchen sind gro├čartig", lauteten Kommentare im chinesischen Kurznachrichtendienst Weibo oder auf Sportwebseiten. "Es ist fantastisch." Auch hie├č es: "L├Ąsst sich auf dem Weg zum Sieg nicht stoppen. Vorw├Ąrts Gu Ailing." Dahinter stand ein Emoticon mit der roten chinesischen Nationalflagge.

Noch am Vortag hatte Chinas Zensur dagegen scharfe Kritik in Sozialen Medien an der chinesischen Eiskunstl├Ąuferin Zhu Yi gel├Âscht - die ebenfalls in den USA geboren ist und in Peking zweimal gest├╝rzt war.

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