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Schmerzen in der H├╝fte: Weinender Murray vor Abschied

Von dpa
Aktualisiert am 11.01.2019Lesedauer: 3 Min.
Emotional: Andy Murray k├╝ndigt sein Karriere-Ende an.
Emotional: Andy Murray k├╝ndigt sein Karriere-Ende an. (Quelle: Daniel Pockett/AAP./dpa)
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Melbourne (dpa) - Zwei Worte, weiter kam Andy Murray erst einmal nicht. "Nicht toll" - nach dem Anfang der ersten Antwort musste sich die einstige Nummer eins der Tennis-Welt in einem Nebenraum noch einmal sammeln.

Murray musste wohl auch die ersten Tr├Ąnen vergie├čen, bevor er in Melbourne mit belegter Stimme und viel M├╝he erstmals das Wort "aufh├Âren" ├Âffentlich ├╝ber die Lippen brachte.

Die Schmerzen an der rechten H├╝fte sind weiter so schlimm, dass der 31 Jahre alte Schotte sich derzeit nicht einmal beschwerdefrei Schuhe und Socken anziehen kann. "Ich habe eine Menge Schmerzen - es ist zu viel", sagte er. "Der Schmerz erlaubt mir nicht, Spa├č am Training oder Wettkampf zu haben", klagte Murray. "Ich habe versucht, damit klar zu kommen. Ich habe dar├╝ber geredet, aber davon geht es meiner H├╝fte nicht besser." Echte Lebensqualit├Ąt sieht anders aus.

Gut m├Âglich also, dass die Montag beginnenden Australian Open schon das letzte Turnier f├╝r einen der besten Spieler des vergangenen Jahrzehnts sind, auch wenn sich Murray gern erst im Sommer in Wimbledon verabschieden w├╝rde. "Ich bin nicht sicher, ob ich noch vier oder f├╝nf Monate unter Schmerzen spielen kann. Ich m├Âchte es bis Wimbledon schaffen und dann aufh├Âren, aber ich bin nicht sicher, ob ich das machen werde", sagte er.

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Es sei sehr wohl m├Âglich, dass er in Melbourne sein letztes Turnier spiele. Auch die bejahende Antwort auf diese Frage bereitete Murray Pein. Mehrfach senkte er in der knapp 13-min├╝tigen Pressekonferenz den Kopf, so dass der Schirm seines Basecaps das Gesicht verdeckte, w├Ąhrend er sich zwischendurch Tr├Ąnen aus den Augen wischte. Es fiel ihm immer dann sichtbar schwer, wenn er vom Aufh├Âren und Abschied nehmen sprechen musste. "Er liebt, was er tut, auch nach so langer Zeit. Es ist wie bei allen Gro├čen", hatte seine Mutter Judy zuletzt bei einem Tennis-Kongress in Berlin erkl├Ąrt.

Das Anfang Dezember beschlossene Ende k├Ânnte schon in der ersten Runde der Australian Open der Spanier Roberto Bautista Agut besiegeln, der gerade das ATP-Turnier in Doha gewann. Murray wird nur noch auf Platz 230 der Weltrangliste gef├╝hrt und sieht sich nicht mehr in der Lage, auf dem h├Âchsten Niveau zu spielen.

Als einer der wenigen konnte der beste britische Tennisspieler der Nachkriegszeit dem ├╝berragenden Trio Roger Federer, Rafael Nadal und Novak Djokovic auch einmal einen Titel abluchsen. Sein vor allem auf Defensive und Konter ausgerichtetes Spiel mit viel Laufarbeit brachte Murray zwei Triumphe in Wimbledon, zwei Olympiasiege und einen Titel bei den US Open. Er stand f├╝nfmal im Finale der Australian Open sowie einmal im Endspiel der French Open.

Doch das hatte seinen Preis. Murray leidet seit 20 Monaten unter H├╝ftproblemen und lie├č sich deswegen vor einem Jahr in Melbourne operieren. Geholfen hat es wenig, am Donnerstag traf er sich mit seinem Operateur. Wegen der fortw├Ąhrenden Schmerzen erw├Ągt er nun sogar einen weiteren Eingriff. Dieser w├╝rde ihm zumindest ein k├Ârperlich schmerzfreies Leben nach der Tennis-Karriere erm├Âglichen.

Die einstige Top-Ten-Spielerin Andrea Petkovic sprach von einem gro├čen Verlust - auch, weil Murray sich f├╝r gleiches Preisgeld bei Damen und Herren stark machte und nach seiner Mutter Judy in der Franz├Âsin Amelie Mauresmo eine Frau als Coach engagierte. "Man wird immer M├Ąnner brauchen, die sich f├╝r die Frauen einsetzen", sagte die Hessin und schw├Ąrmte von Murrays trockenem britischen Witz. Umso trauriger sah er an diesem Freitag im Angesicht des Abschieds aus.

Deutschlands Nummer eins Alexander Zverev w├╝rdigte Murray als "echte Legende" im Tennis und w├╝nschte ihm nach dem angek├╝ndigten nahenden Karriereende alles Gute. "Wir Spieler wissen, was du in den vergangenen Monaten und Jahren durchgemacht hast, und wir alle hoffen wirklich, dass du es hoffentlich noch ein paarmal genie├čen kannst, zu spielen", schrieb der Weltranglistenvierte auf Instagram. "Ich m├Âchte dir nur das Beste f├╝r deine letzten Australian Open w├╝nschen. Ich werde dir zuschauen und f├╝r Sir Andy jubeln."

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