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"Keine Zeit zu sterben" erneut verschoben – und die Branche zittert

Von dpa, t-online, sow

Aktualisiert am 22.01.2021Lesedauer: 3 Min.
"Keine Zeit zu sterben": Daniel Craig als James Bond in der Szene eines Trailers zum neuen James-Bond-Film.
"Keine Zeit zu sterben": Daniel Craig als James Bond in der Szene eines Trailers zum neuen James-Bond-Film. (Quelle: Metro Goldwyn Mayer Pictures/Universal Pictures/dpa-bilder)
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Das kommt wenig überraschend: Der Start des neuen James-Bond-Films "Keine Zeit zu sterben" wurde erneut verschoben. Damit steht fest: So lange mussten 007-Fans bisher nur einmal warten.

Bis Daniel Craig in seinem letzten Einsatz als Geheimagent 007 auf Verbrecherjagd geht, dauert es noch knapp neun Monate. Der Start des neuen James Bond-Films "Keine Zeit zu sterben" wurde auf den 8. Oktober 2021 verschoben. Das gaben die Produzenten in der Nacht auf Freitag in einer äußerst knappen Mitteilung in den sozialen Medien und auf der offiziellen James-Bond-Website bekannt.


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Fast sechs Jahre ist es nun her, dass der bislang letzte 007-Streifen "Spectre" auf der Leinwand zu sehen war. Nur einmal mussten Bond-Fans so lange warten: Nach "Lizenz zum Töten" im Jahr 1989 mit Timothy Dalton dauerte es wegen eines Rechtsstreits sogar mehr als sechs Jahre, bis "GoldenEye" 1995 mit Pierce Brosnan in die Kinos kam.

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Obwohl Daniel Craig weniger Filme als seine berühmten Vorgänger Sean Connery und Roger Moore gedreht hat, steht er mittlerweile am längsten als Agent 007 im Dienste Ihrer Majestät. Sein Debüt gab Craig 2006 in "Casino Royale".

Kinos weltweit: Corona-Lockdown gefährdet Existenzen

"Keine Zeit zu sterben" wurde nun zum fünften Mal verschoben. Wegen der Coronavirus-Pandemie war schon länger spekuliert worden, dass der geplante Start am 31. März abgesagt wird. Eine Begründung nannten die Macher dieses Mal zwar nicht, ein Zusammenhang mit der Pandemie gilt aber als sicher. Nicht nur in Deutschland sind die Filmtheater derzeit geschlossen. Auch in Bonds Heimat Großbritannien, den USA und vielen anderen Ländern bleiben die Kinosäle vorerst leer.

Laut dem gut vernetzten 007-Magazin "MI6" wurden in den vergangenen Wochen Werbe- und Kooperationspartner über die Änderung informiert. Als der Start zuletzt von November 2020 auf April 2021 verlegt wurde, wurden dem Vernehmen nach einige überrascht. Das Unternehmen DHL hatte gerade einen Bond-Werbespot lanciert. Eine Werbekampagne des Mobilfunkkonzerns Nokia mit Schauspielerin Lashana Lynch ging unter. Pikantes Detail: Die im Film verwendeten Nokia-Geräte gelten schon jetzt als veraltet. Die Dreh- und Produktionsarbeiten an "Keine Zeit zu sterben" wurden im Dezember 2019 abgeschlossen.

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Noch mehr macht die Lage den Kinobetreibern zu schaffen. "Keine Zeit zu sterben" (Originaltitel: "No Time To Die") ist dabei fast zum Symbol der gebeutelten Branche geworden. Im vergangenen November waren die Kinos noch geöffnet. Als der Filmstart verschoben wurde, entschieden einige Kinoketten, ihre Häuser vorerst zu schließen.

"Ich hoffe, dass der neue Bond sehr bald kommt", sagte Peter Dinges, Vorstand der deutschen Filmförderungsanstalt (FFA), der Deutschen Presse-Agentur. "Denn er wird mit Sicherheit ein Kassenschlager." Dinges erwartet nach der Corona-Pandemie einen neuen Kinoboom. Dass "Keine Zeit zu sterben" bei einem Streamingdienst landet, glaubt er nicht. Den Machern sei klar, "dass der neue Bond ein Kinotitel Nummer eins ist, der die Leinwand braucht. Und das Kino braucht den neuen Bond."

"James Bond – Keine Zeit zu sterben": Im März 2020 hingen in Berlin noch solche Großplakate, um damals auf den Start im November 2020 hinzuweisen.
"James Bond – Keine Zeit zu sterben": Im März 2020 hingen in Berlin noch solche Großplakate, um damals auf den Start im November 2020 hinzuweisen. (Quelle: imago images / Stefan Zeitz)

Der US-Konzern Warner will 2021 all seine Filme, darunter Blockbuster wie "Godzilla vs. Kong" oder "Matrix 4", gleichzeitig in den US-Kinos und beim eigenen Streamingdienst zeigen. Im Oktober hatten US-Medien von Überlegungen im Hause MGM berichtet, mit Anbietern wie Apple oder Netflix über einen Verkauf des 007-Films zu verhandeln. Wie konkret diese angeblichen Pläne waren, blieb jedoch unklar. Und im November stellte ein MGM-Sprecher im US-Branchenmagazin "Variety" klar, der Film stehe nicht zum Verkauf. Man wolle das Kinoerlebnis erhalten.

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James-Bond-Fans sind das Warten mittlerweile gewohnt. Ursprünglich sollte "Keine Zeit zu sterben" sogar schon im Oktober 2019 seine Premiere feiern. Wegen des Regisseurwechsels von Danny Boyle zu Cary Joji Fukunaga und wegen Nachbesserungen am Drehbuch wurde der Start zweimal verschoben. Als der Film fertig war, brach das Coronavirus aus. Bis zum 8. Oktober werden 007-Fans wohl zittern müssen – mindestens.

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Von Aliki Rettig, Cannes
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