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Narrenfreiheit für das Schlagerurgestein

t-online, mmh

Aktualisiert am 21.12.2014Lesedauer: 7 Min.
Der einstige Schlager-Barde Heino fühlt sich wohl in der Rocker-Kluft.
Der einstige Schlager-Barde Heino fühlt sich wohl in der Rocker-Kluft. (Quelle: Pressefoto)
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Es muss sich unglaublich gut anfühlen, Heino zu sein: glücklich, froh, cool. Man schafft Probleme einfach ab, feiert im Phantasialand Geburtstag und in Kitzbühel Weihnachten und genießt unendliche Narrenfreiheit. Die nutzt Heino auch ausgiebig. Bester Beweis: Das aktuelle Rocker-Video mit all seinen Volksmusikkollegen.

Oder man kann als Heino stundenlang mit Hannelore telefonieren, statt Interviews zu geben. Kaum aber ist Heino unter die Rocker gegangen, hat er auch schon Stress mit der Polizei. Ein Telefon-Interview mit t-online.de muss abgebrochen werden, weil ihn die Polizei aus dem Auto holt, doch später ist der blonde Barde wieder in Plauderlaune. Fazit des Interviews mit dem 76-Jährigen Urgestein der deutschen Schlager-Landschaft: Er hat eine Menge Spaß im Leben, mit Hannelore und mit der Musik. Ans Aufhören denkt er noch lange nicht.

t-online.de: Sie hatten anscheinend eine Menge Spaß bei dem Videodreh mit ihren Volksmusikkollegen - alle als Rocker?

Heino: Man darf das nicht alles so ernst nehmen, was wir da mit Rock und Heavy Metal machen. Man muss das schon mit ein bisschen Augenzwinkern sehen.

Das Video arbeitet ja stark mit Klischees. Oder ist das tatsächlich ihr neues Image und Lebensgefühl?

Nein, ich fühle mich schon sehr wohl mit dem, was ich tue. Aber man soll sich gar nicht so ernst nehmen. Viele Rocker nehmen sich ja sehr ernst. Ich mache das, weil es mir Spaß macht, weil ich auch die Musik mag. Ich mache natürlich auch immer noch meine Volksmusik weiter. Das Problem ist nur, dass die meisten, die mich jetzt hören, denken, ich mache keine Volksmusik mehr.

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Welche Auswirkungen hat das?

Ich habe erst mal mein Publikum um 40 Jahre verjüngt. Und mein Programm um viele schöne, rockige Lieder erweitert.

Junge dazugewinnen, die Alten nicht vergraulen - ist das ihr Erfolgsrezept? Davon träumen doch alle ihre Kollegen?

Die Alten vergraule ich hoffentlich nicht. Meine älteren Fans sind ja auch immer ein bisschen belächelt worden, die können jetzt erhobenen Hauptes sagen, "Seht ihr, der Heino kann das auch, nicht nur ihr alleine." Die sind damit glücklich und können gut damit leben.

Inzwischen hören viele junge Menschen wieder Schlager - Helene Fischer, Andreas Gabalier - das kommt ihnen sicher entgegen?

Das ist schön! Ich habe immer gesagt, wir produzieren genauso schöne und erfolgreiche Lieder wie andere aus dem englischsprachigen Bereich, aber man hat mir ja nie zugehört. Wir können das auch, aber wir haben nie die Chance gehabt. Dass Andrea Berg, Helene Fischer oder Andreas Gabalier so großen Erfolg haben, da freu ich mich doch persönlich sehr darüber.

Haben Sie eine Erklärung für diese Trendwende?

Im Grunde haben die Leute es ja auch satt, immer wenn sie das Radio anschalten, nur englische Musik zu hören. Als ich 1965 angefangen habe, habe ich ja aus Trotz Volkslieder gesungen, denn das Einzige, was im Radio in Deutsch war, waren die Nachrichten, und das hat mich geärgert. Die Leute, die Rundfunkgebühren zahlen, die ärgern sich ja auch. Die wollen nicht nur englische Musik hören, die wollen auch mal deutsche hören. Wir haben ja hier wunderbare Komponisten und tolle Sänger, die das auch alle genauso gut können.

Sie sind 76 Jahre alt und seit über 50 Jahren auf Bühnen - könnten Sie überhaupt ohne Musik leben?

Nein, deshalb tue ich das ja, ich bekomme ja schon seit elf Jahren meine Rente. Aber ich habe keine Lust zu Hause zu sitzen, Däumchen zu drehen und nicht wissen, was tun. Seit fast 60 Jahren mache ich Musik. Also mache ich das weiter, das hält mich jung, das hält Hannelore jung, und ich bin sehr glücklich dabei.

In Ihrem Cafe treffen die verschiedensten Gruppen ihrer Fans aufeinander - wie passt das?

Ja, auch bei Auftritten, da entdecke ich auch immer wieder Grüppchen älterer Zuhörer unter den jungen, das ist sehr schön. Da fühlt sich jeder Interpret gebauchpinselt, wenn er auf die Bühne geht und hat noch junges Publikum. Das kann mir keiner weismachen, dass er das nicht will, dass er nur älteres Publikum will. Und jetzt habe ich die Gunst der Stunde ergriffen und singe für junge Leute, was mir sehr viel Spaß macht. Das hält mich jung, das hält mich fröhlich und ich bin sehr glücklich dabei.

Viele rätseln, ob sie das überhaupt ernst meinen, ob ihr Rocker-Image cool oder peinlich ist. Verfolgen Sie diese Debatte?

Im Grunde genommen ist es mir wurscht, wie man darüber diskutiert. Mir ist sehr wichtig, dass ich vor anderthalb Jahren ein Album herausgebracht habe, das Platin erreicht hat. Mehr kann man nicht erreichen. Dass da jetzt jemand neidisch ist, juckt mich nicht. Nur wer neidisch ist, diskutiert so viel. Man muss da gar nicht so viel reden. Man muss sagen: Der Mann ist 76, er ist cool, er macht momentan eine gute Musik und uns gefällt das. Wem das nicht gefällt, der kann ja woanders hingehen.

Waren sie schon immer so cool und gelassen?

Ich war schon immer cool. (empört)

Hatten Sie schon immer so ein dickes Fell?

Ich war schon immer so, wie ich jetzt bin. Ich bin ja immer angegriffen worden. Ich war ja der erste, der in den 60er Jahren erfolgreich Volkslieder gesungen hat, als das total verpönt war. Und viele, viele sind mir da gefolgt, die vorher etwas anderes - wie Rock - gesungen haben. Die sind dann angetreten und haben Volkslieder gesungen, um damit Geld zu verdienen und konnten es vielleicht noch nicht mal. Ich bin nicht wegen des Geldes angetreten, sondern weil diese Musik nicht kaputt gehen durfte, die wollte ich retten. Und ich habe sie gerettet. Viele Interpreten, viele Kollegen sind auf den fahrenden Zug, den ich angeschoben habe, aufgesprungen.

Sie wurden veräppelt, beschimpft, verklagt. Wie geht man damit um?

Ja, ich wurde ja schon bei dem ersten Titel beschimpft. Da kam in der Hochzeit des Beats, als die Beatles auf ihrem Höhepunkt waren, ein blonder Sänger an, mit blauen Augen, züchtet Schäferhunde und singt Volkslieder. Das war ungewöhnlich, aber ich habe mich nicht beirren lassen.

Und später die Anfeindungen in Zusammenhang mit Rammstein, den Ärzten, Jan Delay - da ging es ja noch mal um andere Themen.

Jan Delay nehme ich nicht ernst. Wenn einer solche Sprüche von sich gibt, dann nehme ich den nicht ernst, weil er sich in der deutschen Geschichte nicht auskennt. Er hat 20.000 Euro gezahlt, die habe ich für soziale Zwecke gestiftet.

Das Feedback auf ihre CD - zumindest, was die Download-Zahlen angeht, ist gigantisch. Hatten Sie das erwartet?

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Nein, aber man ist ja immer gespannt, wie sich das entwickelt. Es sieht sehr, sehr gut aus. Darüber bin ich erfreut.

Sie sind auch für eine Casting-Show im Fernsehen aktiv: Wie ist denn die Zusammenarbeit mit Dieter Bohlen als Juror bei DSDS - er ist ja auch ein Urgestein der Unterhaltungsbranche, wie Sie?

Wir haben bisher sehr gut gepasst. Wir waren ein sehr gutes Team. Dieter ist ja ein bisschen gröber in seiner Wortwahl als ich, aber er bringt es immer auf den Punkt. Er ist fachlich sehr gut, das muss ich wirklich sagen. Und was meine Kommentare angeht: Wenn einer nicht singen kann, dann will ich das auch sagen. Es gibt ja noch andere schöne Berufe, die man lernen kann.

Wenn es denn jemals eine weitere Heino-Abschiedstournee geben würde - es gab ja schon mal eine , wie würde die dann aussehen? Wären sie dann eher der Rocker oder eher der Volksmusiker?

Ich würde an eine Abschiedstournee gar nicht mehr denken. Ich hatte mal daran gedacht und das war nicht gut. Wenn, dann hätte die natürlich von allem etwas. Volksmusiksänger, als der ich angefangen habe und Rocker, der ich jetzt bin. Aber ich denke im Grunde genommen da nicht darüber nach. Weil ich noch ein bisschen Spaß haben will.

Sie wirken nicht, als ob sie sich zur Ruhe setzen wollte. Viele würden sich wünschen, soviel Spaß im Alter zu haben wie Sie. Wie würden Sie und Ihre Frau sich wünschen, alt zu werden?

Ich kann mir gar nicht wünschen alt zu werden, ich bin alt. Mit 76 ist man alt. Unsere Wünsche - gemeinsam mit meiner Frau Hannelore - sind bisher zu 100 Prozent in Erfüllung gegangen. Wir haben gesagt, wir wollen sehr alt werden. Jetzt sind wir in einem Alter, wo wir sagen, wir wollen noch älter werden. Und das bei bester Gesundheit. Das kann man sich wünschen.

Es ist ja für viele kaum zu glauben, dass ein Paar in dieser Branche so lange zusammen und sich treu bleibt, haben Sie ein Geheimrezept?

Nein, ich wüsste nicht, was man da besonderes machen sollte. Wenn es ein Geheimrezept gäbe, und ich es wüsste, würde ich es anbieten, aber ich weiß keines. Das ist so, wie es ist.

Sind Sie so gelassen oder sind Sie ein großer Meister im Verdrängen von Problemen?

Nein, es gibt ja viele Probleme, aber die meisten Probleme macht sich der Mensch ja selbst. Ich habe keine Probleme und Hannelore auch nicht, bis auf ein paar Kleinigkeiten, die jeder hat, wie Knie- und Hüftschmerzen bei Hannelore. Ansonsten schaffen wir uns auch keine Probleme im Haus. Deshalb haben wir auch das Café abgegeben, ich wollte mir mit 75 nicht auch noch Arbeit aufhalsen, darum haben wir uns davon getrennt. Wir haben gar keine großen Probleme.

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Wie verbringen Sie Weihnachten?

Mit einer befreundeten Familie in Kitzbühel. ich mache mich schon jetzt auf den Weg, aber einen genauen Plan haben wir noch nicht.

Es gibt schon eine Biografie über sie, die heißt “Und sie lieben mich doch”, die ist schon aus dem Jahr 1996. Es ist Zeit für eine neue Biografie - wie wird die heißen?

“Mein Weg” wird der Titel sein und wird im März 2015 erscheinen. Unter diesem Motto habe ich mein Leben aufgeschrieben.

Ich danke für das Gespräch.

Das Interview führte Maria M. Held

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