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Rolling-Stones-Legende Keith Richards wird 75: "Ich habe eh alle durch"

"Ich habe eh alle durch"  

Rolling-Stones-Legende Keith Richards wird 75

18.12.2018, 10:22 Uhr | dpa, mbo, t-online

Rolling-Stones-Legende Keith Richards wird 75: "Ich habe eh alle durch". Keith Richards: Der Rolling-Stones-Gitarrist wird heute 75 Jahre alt.  (Quelle: Kevin Winter/Getty Images)

Keith Richards: Der Rolling-Stones-Gitarrist wird heute 75 Jahre alt. (Quelle: Kevin Winter/Getty Images)

Er ist ein Rockstar durch und durch: Keith Richards. Nachdem im Sommer Bandkollege Mick Jagger seinen 75. Geburtstag feierte, begeht heute auch Richards diesen besonderen Ehrentag.

Elton John beschrieb Keith Richards im Streit mal als "Affen mit Arthritis" – die knorrigen Finger, die schwarz umrandeten Augen, die großen Ohren und das zerknitterte Gesicht mit den freundlichen Augen erinnern an die vielen Drogenexzesse, für die der Gitarrist der Rolling Stones früher berüchtigt war. Doch seitdem er Weihnachten 2017 schließlich Hochprozentiges aufgegeben hat, bleiben der Rocklegende nur Kaffee und Zigaretten und vielleicht ein Glas Wein, um seinen 75. Geburtstag an diesem Dienstag zu feiern.

Geboren in Dartford östlich von London, verbrachte er als Kind Stunden in der Stadtbücherei und besuchte mit Bandkollege Mick Jagger dieselbe Grundschule. Seine Mutter liebte Musik, vor allem Jazz von Ella Fitzgerald, Billie Holiday und Louis Armstrong: "Sie war eine Zauberin des Radiofrequenz-Knopfes – wenn es irgendetwas gab, was es wert wäre, zu hören, fand sie es", erinnerte er sich in dem Dokumentarfilm "Keith Richards: Under the Influence". Muddy Waters beeinflusste ihn und Jagger so stark, dass sie ihre Band nach dem Song "Rollin' Stone" benannten.

Mick Jagger und Keith Richards: Die beiden kennen sich schon seit der Schulzeit. (Quelle: imago/United Archives International)Mick Jagger und Keith Richards: Die beiden kennen sich schon seit der Schulzeit. (Quelle: imago/United Archives International)

Er sorgt für den einzigartigen Sound

Zwar ist Frontmann Mick Jagger das Gesicht der Stones, doch für den einzigartigen Sound dahinter ist größtenteils Richards verantwortlich. Er schuf auch große Teile von Hits wie "I Can't Get No Satisfaction". Nicht immer ging es dabei zwischen ihm und Jagger friedlich zu – ihre Auseinandersetzungen auf und hinter der Bühne sind legendär.

"Es war eine interessante Zeit, das müssen Sie zugeben: 3.000 tollwütige Frauen, die versuchen, dir die Klamotten runter zu reißen", sagte er "GQ". Es half nicht, dass er ein Junkie war: "Man würde Heroin nicht unbedingt als Aphrodisiakum bezeichnen", erklärte Richards der "Sabotage Times". "Ein Junkie zu sein, ist langweilig. Sie wachen nicht morgens auf, schauen in den Spiegel und fangen an zu singen 'Oh, What A Beautiful Morning'."

Mit der Sechzigerjahre-Muse Anita Pallenberg hatte er drei Kinder, Marlon, Angela und Tara Jo Jo Gunne, der am plötzlichen Kindstod starb. Familienleben fand damals "irgendwie auf der Flucht" statt, sagte Richards der "Daily Mail". "Marlons Aufgabe bestand darin, die Zivilfahrzeuge der Polizei vor der Tür auszuspähen."

Versöhnung mit dem Vater

Inzwischen ist er stolz auf seine Erziehungsmethoden – zumindest bei seinen jüngeren Töchtern aus der Ehe mit Patti Hansen. Er selbst hatte ein weniger gutes Verhältnis zu seinem Vater. Nach der Scheidung der Eltern hatten sie 20 Jahre lang keinen Kontakt. Als sie sich Anfang der Achtzigerjahre zum ersten Mal wieder trafen, bat er den Stones-Gitarristen Ronnie Wood mitzukommen: "So verängstigt war ich!" Es stellte sich als unnötig heraus – sie versöhnten sich.

Patti Hansen und Keith Richards: Die beiden sind seit 1983 verheiratet. Seit genau 35 Jahren, sie gaben sich am 40. Geburtstag des Musikers das Jawort. (Quelle: imago/ZUMA Press)Patti Hansen und Keith Richards: Die beiden sind seit 1983 verheiratet. Seit genau 35 Jahren, sie gaben sich am 40. Geburtstag des Musikers das Jawort. (Quelle: imago/ZUMA Press)

Heute braucht er keine Exzesse mehr, um Musik zu machen. Zum einen hat er nur Verachtung für die heutigen Drogen übrig; sie seien "institutionalisiert und langweilig", sagte er dem "Telegraph". "Und überhaupt, ich habe eh alle durch."

Neue Stones-Platte in der Mache

In einem Interview mit dem "Rolling Stone" deutete Richards an, dass in einem Jahr möglicherweise eine neue Stones-Platte herauskommt. Er habe sich mit Jagger im Herbst zu einer Studiosession getroffen. "Wir haben zusammen mit Don Was ein paar Songs zusammengebastelt. Wir arbeiten sie gerade durch. Wir hatten eine tolle Zeit – wir haben einige schöne Sachen rausbekommen."

Die Stones lassen es inzwischen langsamer angehen: Statt der üblichen Marathon-Tourneen haben sie nur noch jeweils 14 Konzerte in diesem und letztem Jahr gegeben, spielten in diesem Sommer auch in Stadien in Deutschland. Ab April 2019 werden sie durch die USA mit ihrer "No Filter"-Show touren. Dafür proben selbst die Rockveteranen: "Es ist so, als würde man ein tolles Auto herausholen, das seit neun Monaten auf den Blöcken sitzt. Sie müssen es wieder einfahren."


"Gib mir 50.000 Menschen und ich fühle mich wie zu Hause"

Die Proben machen Keith Richards Spaß, weil die Band Neues ausprobieren kann, bevor sie wieder die Stadien zum Ausrasten bringen: "Gib mir 50.000 Menschen und ich fühle mich wie zu Hause", verriet der Gitarren-Gigant der Zeitschrift "Rolling Stone". "Wie Ronnie und ich oft sagen, bevor wir auftreten: 'Lass uns auf die Bühne gehen und etwas Ruhe und Frieden finden'."

Verwendete Quellen:
  • dpa

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