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Steve Hogarth: "Habe Angst um die Zukunft meiner Kinder"

Von Sebastian Berning

12.03.2022Lesedauer: 4 Min.
Steve Hogarth ist seit 1989 Sänger von Marillion.
Steve Hogarth ist seit 1989 Sänger von Marillion. (Quelle: IMAGO / Revierfoto)
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Marillion wurden in den 80er-Jahren zu Superstars. Das bringt auch einige Privilegien mit sich: Seit Jahren tourt die Band nicht mehr in Russland. Warum, verrät Sänger Steve Hogarth im Interview mit t-online.

Sie werden wohl für immer mit dem Megahit "Kayleigh" in Verbindung gebracht. Auch Sie werden jetzt bestimmt direkt die Melodie mitsummen. Seitdem hat sich jedoch viel getan. Seit 1989 singt Steve Hogarth in der Prog-Rock-Gruppe und "Kayleigh" wird immer weiter aus dem Liveprogramm verdrängt. Viele Fans haben den Besetzungswechsel am Mikrofon bis heute nicht überwunden, wie der "Neue" im Gespräch anlässlich der neuen LP "An Hour Before It's Dark" mit t-online verrät.

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Zum Hintergrund: Ex-Sänger Fish spielte sein letztes Konzert mit der Band im Juli 1988. Er ging wegen finanzieller Streitigkeiten, ob Manager John Arnison nicht zu viel Geld an der Gruppe verdienen würde. Die restlichen Musiker hielten jedoch zum Management. In Internetforen und sozialen Netzwerken entbrennt auch weit über 30 Jahre später noch ein erbitterter Kampf zwischen Fish-Fans und Anhängern der aktuellen Besetzung.

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"Der Simple-Minds-Vergleich hat mich getroffen"

Hogarth nimmt das aber mit Humor: "Zur neuen Single 'Murder Machine' habe ich einige Kommentare gelesen. 98 Personen davon finden den Song gut, einer vergleicht ihn mit den Simple Minds und dann ist da dieser eine Typ, der nach Fish fragt, weil Fish die Seele von Marillion sei. Also ja, einige Leute kratzt das noch immer. Mich persönlich hat der Simple-Minds-Vergleich mehr getroffen!"

Marillion 2022.
Marillion 2022. (Quelle: Anne-Marie Forker)

Jüngst konnte die Gruppe im UK sogar wieder erste Konzerte nach einer langen Pause spielen. Während im aktuellen Weltklima viele Bands ihre Auftritte in der Ukraine und Russland absagen, haben Marillion schon seit Jahren eine klare Haltung, was das angeht.

"Wir buchen keine Konzerte mehr in Russland"

"Ich habe zu unserer Tourmanagerin bereits vor drei, vier Jahren gesagt, dass sie keine Konzerte mehr in Russland buchen soll", so der Sänger. "Ich möchte nicht in ein Land reisen, wo die Polizei für einen einzigen Mann arbeitet. Ich möchte nicht in ein Land reisen, das nicht frei ist, wo man nicht seine Meinung sagen kann. Die Polizei kann dort nachts an Ihre Tür klopfen und Sie mitnehmen. Das ist doch nicht die eigentliche Aufgabe der Beamten, oder? Wenn ich mich bei einem Konzert dort negativ über die Regierung äußere, könnte man mich verhaften."

Hogarth macht jedoch auch deutlich, dass er Russland für ein schönes Land halte und der Großteil der Menschen, die dort leben, nichts für diese Gründe könne. "Ich würde gerne einmal Sankt Petersburg sehen, wirklich! Aber ich werde nicht dorthin reisen, bis dieses Land frei ist."

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Generell bekommt man den Eindruck: Dieser Mann ist sehr am Weltgeschehen interessiert. Das neue Werk seiner Band, "An Hour Before It's Dark", behandelt Themen wie die Corona-Pandemie, Pflegenotstände, die Abhängigkeit von Technik oder den Klimawandel. "Auch Rock'n'Roll-Bands leben in der echten Welt. Wir haben das Album während des Lockdowns geschrieben und veröffentlichen es nun im dritten Weltkrieg, wenn es so weitergeht", zeigt sich der Musiker besorgt.

"Die Welt hat zwei große Probleme"

Seine Beobachtungen aus der "echten Welt" lauten wie folgt: "Die Welt hat aktuell zwei große Probleme: die Klimakrise sowie die Covid-19-Pandie, die vielleicht ein Effekt der Klimakrise ist. Die beiden sind durch die große Anzahl von Menschen auf diesem Planeten verbunden."

Auch zu Greta Thunberg hat er eine klare Meinung: Politiker müssen der jungen Frau Gehör schenken! "Diese alten Kerle meinen immer, dass sie es besser wüssten", so Hogarth. "Sie halten sich für schlauer, für mächtiger. Dabei haben sie einfach nur viel zu große Egos. Was soll ihnen so ein junger Mensch erzählen?"

Er selbst findet das Engagement der jungen Menschen in geopolitischen Fragen sehr gut. "Ich bin der Meinung, dass die Kids genau wissen, was man bei diesen Problemen zu tun hat", so der 65-Jährige. "In einer Krise braucht es junge Menschen, die sagen, was gemacht werden muss. Greta spricht diese Probleme an. Ich denke, es ist gut, dass sie die Klimakrise nur in Schwarz und Weiß betrachtet."

"Noch nie mehr Angst um die Zukunft meiner Kinder"

Auch für seine eigenen Kinder sieht der Sänger schwarz. "Ich hatte noch nie mehr Angst um die Zukunft meiner Kinder als jetzt. Im Westen ist es mittlerweile so, dass die jetzige Generation ärmer sein wird als die ihrer Eltern. Das muss unfassbar deprimierend sein. Als Vater möchte ich meine Kids natürlich finanziell unterstützen. Ich denke, es ist sogar unsere Pflicht als Eltern, unseren Kindern etwas von dem Wohlstand zu geben, den wir erarbeitet haben. Schauen Sie sich doch mal die Immobilienpreise an. Häuser sind heute um einiges mehr wert als vor zehn, fünfzehn Jahren."

Immerhin: Die Musik half ihm und seinen Bandkollegen wenigstens für ein paar Stunden am Tag abzuschalten. "Wir jammen viel und nehmen das auf. Wenn man Glück hat, entstehen da gute Ideen, an denen man dann weiter feilt. Das machen wir meist so anderthalb Stunden. Ehrlich gesagt, sitze ich mehr im Auto, um ins Studio zu kommen, als wirklich dort zu arbeiten", sagt er und lacht. Mit "An Hour Before It's Dark", dem immerhin 20. Album der Gruppe, gelang ihnen der bisher höchste Charteinstieg in Deutschland: Platz 2. Ist wohl doch noch nicht alles so dunkel.

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