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Michael Wendler: RTL schneidet Sänger nach KZ-Vergleich aus DSDS

Sender entscheidet sich um  

Nach KZ-Vergleich: RTL schneidet Wendler aus DSDS

06.01.2021, 17:09 Uhr | JaH, t-online

Michael Wendler: RTL schneidet Sänger nach KZ-Vergleich aus DSDS. Michael Wendler: In den ersten 13 Folgen von DSDS ist er als Juror zu sehen.  (Quelle: TVNOW / Stefan Gregorowius)

Michael Wendler: In den ersten 13 Folgen von DSDS ist er als Juror zu sehen. (Quelle: TVNOW / Stefan Gregorowius)

Michael Wendler hatte am Mittwoch einen geschmacklosen und haltlosen Vergleich von Konzentrationslagern mit den erweiterten Corona-Maßnahmen veröffentlicht. Zuschauer kritisierten daraufhin seine Präsenz in der RTL-Sendung DSDS. Jetzt reagiert der Sender.  

Nachdem Michael Wendler auf seinem Telegram-Profil einen Vergleich zwischen Konzentrationslagern und den von der Bundesregierung verkündeten Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie veröffentlicht hat, entschied sich RTL nun doch dazu, den Entertainer aus der Sendung "Deutschland sucht den Superstar" herauszuschneiden. Zuvor hatte der Sender noch erklärt, man wolle sich die "erfolgreiche Show nicht von einem Verschwörungstheoretiker zerstören" lassen. 13 Folgen lang sollte Wendler eigentlich noch auftauchen. Am Mittwochnachmittag änderten die Verantwortlichen ihr Vorgehen. 

Wie kam es dazu?

Früher wurde über Michael Wendler oft geschmunzelt. Sein Verhalten galt häufig als eine Spur drüber. Doch jetzt ist beim Anblick des Schlagersängers den meisten wohl nicht mehr zum Schmunzeln zumute. Mit seinem jüngsten Beitrag auf der Plattform Telegram hat der 48-Jährige nämlich einen Vergleich angestellt, der nicht nur völlig an den Haaren herbeigezogen ist, sondern auch Taten, die während der Zeit des Nationalsozialismus verübt wurden, verharmlost und deren Opfer verunglimpft. 

Wendler hatte einen Artikel zu den jüngsten Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie geteilt. In dem Bericht ging es darum, dass die Bundesregierung ab einem bestimmten Inzidenzwert einen eingeschränkten Radius von 15 Kilometern um den Wohnort anordnet oder empfiehlt, in dem sich bewegt werden darf. Mehr dazu können Sie hier nachlesen

Der Entertainer schrieb zu diesem Beitrag: "KZ Deutschland?" Außerdem behauptete er, es sei dreist, was sich die Regierung erlaube und es sei gegen die Menschenwürde, unschuldige Menschen einzusperren. Die neuen Corona-Maßnahmen wurden unter anderem veranlasst, um touristische Reisen zu unterbinden. Wie Bundeskanzlerin Angela Merkel am Dienstag erklärte, solle somit verhindert werden, dass sich zu viele Touristen an einem Ort versammeln. Jüngste Bilder zeigten, dass es vor allem in Skigebieten zu Menschenansammlungen kam. Dadurch könne sich das Coronavirus weiter verbreiten und Menschenleben gefährden. Warum es so wichtig ist, die Ausbreitung des Virus zu bekämpfen, lesen Sie unter anderem hier

Kritiker fordern anderen Umgang mit Wendler nach KZ-Vergleich 

Wendler vergleicht also den Vorgang, Menschen in ein Konzentrationslager einzusperren, sie unter Zwangsarbeit sterben zu lassen oder sie zu vergasen mit der Maßnahme der Bundesregierung, Menschen von touristischen Freizeitaktivitäten fernzuhalten, um die Gesundheit aller Menschen zu schützen. Der Vergleich ist völlig unangebracht und falsch. Viele fordern deswegen, dass Wendler fortan in den Medien nicht mehr stattfinden soll. Das Medienmagazin "DWDL" twitterte zum Beispiel "Michael Wendler vergleicht Corona-Schutzmaßnahmen mit Konzentrationslagern. Und RTL darauf so: Dem geben wir die Primetime ohne Einordnung oder Distanzierung."

RTL entscheidet sich um 

Der Kölner Sender reagierte zunächst mit einem Post via Twitter auf die Kritik. "Wir lassen uns eine erfolgreiche Show nicht von einem Verschwörungstheoretiker zerstören. Die 13 Castingfolgen waren abgedreht, bevor Michael Wendler seine befremdlichen Aussagen tätigte. Nach den Castingepisoden spielt er keine Rolle mehr – weder bei DSDS noch bei RTL", hieß es darin.

Wenige Stunden später erklärt der Sender am späten Mittwochnachmittag in einer Pressemitteilung: "Wir verurteilen jegliche Form von Antisemitismus, Rassismus sowie Diskriminierung auf das Schärfste. In Zeiten, in denen es darum geht, durch gesellschaftlichen Zusammenhalt, gegenseitige Rücksichtnahme und Respekt gemeinsam eine schwere Krise zu bewältigen, wird RTL mit einer Unterhaltungsshow nicht die Bühne für Menschen sein, die ihrerseits Spaltung und Verharmlosung propagieren." Michael Wendler werde nach Beendigung der Zusammenarbeit im vergangenen Herbst aus allen bereits fertig produzierten Folgen der Castingshow DSDS herausgeschnitten. Zuvor berichtete das Medienmagazin "DWDL" über die Pläne des Senders.  

In der ersten Folge der neuen DSDS-Staffel, die am Dienstag ausgestrahlt wurde, wurden Wendlers Aussagen oft mit lustigen Spezialeffekten unterlegt. Distanziert hatte sich der Sender von dem Musiker nicht. Schon am Samstag soll die zweite Episode ausgestrahlt werden. Die Entscheidung sei nach den "neuen Äußerungen" von Wendler getroffen worden und ist daher so spontan. "RTL wird Michael Wendler komplett aus der Sendung schneiden, selbst wenn dabei für die Zuschauer sichtbare, dramaturgische Lücken entstehen", heißt es in der Meldung weiter.  

"Wieso nicht weniger Folgen?"

Viele Twitter-Nutzer hatten zuvor eine klare Linie von RTL gefordert. "Wart ihr vertraglich gezwungen, 13 Castingfolgen abzunehmen? Wieso nicht vorhandenes Material zusammenschneiden zu weniger Folgen und dafür seine Visage blurren, ihm dadurch komplett den Fokus nehmen und dafür mehr auf andere Teilnehmer richten?", schlug zum Beispiel ein Nutzer vor. "DSDS ist (wenn das überhaupt noch geht) bereits zerstört, da keine klare Distanzierung vor und nach einer jeden Folge eingeblendet wurde, aber mit dem Hype Werbeeinnahmen generiert werden. Ein Hitler-Gemälde wird auch nicht harmloser, weil es vor dem Holocaust gemalt wurde", meinte eine andere Person. 

Michael Wendler meldete sich inzwischen ebenfalls zu Wort. Auf seinem Instagram-Profil schrieb er, er habe mit der Abkürzung "KZ" nicht etwa Konzentrationslager, sondern Krisenzentrum gemeint. 

Verwendete Quellen:

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