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Palina Rojinksi: "Das sind meine Learnings aus der Pandemie"

INTERVIEWPalina Rojinski  

Das sind meine Learnings aus der Pandemie

Von Sebastian Berning

19.07.2021, 18:34 Uhr
Palina Rojinksi: "Das sind meine Learnings aus der Pandemie". Palina Rojinski im Tonstudio: Im neuen "Space Jam"-Film spricht sie eine Heldin ihrer Kindheit. (Quelle: Andre Mischke / Warner Bros.)

Palina Rojinski im Tonstudio: Im neuen "Space Jam"-Film spricht sie eine Heldin ihrer Kindheit. (Quelle: Andre Mischke / Warner Bros.)

Jetzt wird es gaga: Die Looney Tunes sind wieder im Kino. Lola-Bunny-Sprecherin Palina Rojinski spricht mit t-online über Stillstand, Existenzängste, das Kino und "feine Hasendamen".

"Space Jam" mit Michael Jordan war 1996 ein Kinohit. 25 Jahre später treffen Bugs Bunny und Co. auf NBA-Profi LeBron James, der das Spiel seines Lebens spielen muss. Mit dabei: Lola Bunny, in der deutschen Version gesprochen von Palina Rojinksi.

Kurz nachdem die Kinos in Deutschland wieder eröffnen durften, ist dies einer der ersten großen Blockbuster. Im Interview mit t-online spricht die Schauspielerin über Sehnsüchte, Learnings und Lola Bunny.

t-online: "Space Jam" ist einer der ersten großen Filme, die jetzt in die wieder eröffneten Kinos kommen. Wie sehr haben Sie das Kino vermisst?

Palina Rojinski: Oh Gott, ich habe es so doll vermisst! Kultur generell habe ich vermisst. Ich freue mich, dass der Film jetzt rauskommt. Wenn man im Kino sitzt und diesen Dolby-Surround-Sound hat und sieht alles auf dieser großen Leinwand, das ist einfach so ein schönes Erlebnis. Ich finde es ist total wichtig, dass man ins Kino geht. Zu Hause auf der Couch ist es auch schön, aber Kinofilme sind einfach für die große Leinwand gemacht.

Was war der letzte Film, den Sie noch im Kino gesehen haben?

Tatsächlich die Premiere von "Nightlife", wo ich auch noch selbst mitgespielt habe (lacht). Das war einer der letzten deutschen Filme, die noch ins Kino gekommen sind. Sonst war es der letzte Guy-Ritchie-Film "The Gentlemen". Das war total geil im Kino. Da gab es sogar Szenenapplaus.

Wir kommen ja jetzt an einen Punkt, wo es besser wird durch Impfungen und sinkende Fallzahlen. Wie haben Sie denn besonders die letzten sechs bis neun Monate erlebt?

Ja, so langsam wird es besser. Ich hoffe, dass wir diese, bei vielen leider schlimme Krankheit bald besiegen können. Natürlich habe auch ich die Einschränkungen gespürt. Aber ich habe das einfach angenommen. Ich denke Eltern von Kindergarten- oder Schulkindern haben es da schwerer gehabt. Ich habe bei Freunden, die zum Beispiel Homeschooling machen mussten, gesehen, dass das eine krasse Situation war. Und ich möchte gar nicht von den Familien anfangen, die Angehörige verloren haben oder gerade noch mit den Spätfolgen zu kämpfen haben.

Unter dem Lockdown litten ja auch TV-Produktionen, Filme und alles Mögliche. Hatten Sie da auch viel Stillstand?

Was mir im letzten Jahr besonders klar wurde, ist, dass man nicht planen kann. Am Ende verläuft eh alles anders, als man es sich vorgestellt hat. Das war in den letzten Monaten enorm. Ich habe allerdings das Glück, dass ich Spontanität und Überraschungen mag. 

Sind Sie jemand, der lieber plant oder sind Sie eher spontan?

Nun, ich bin schon gerne spontan, aber ich mag es auch, zu planen. Weil wenn man nichts plant, dann kann man auch nicht spontan sein (lacht).

Macht durchaus Sinn! Gab es im Lockdownjahr denn auch mal Phasen, wo Sie Existenzängste hatten, weil vielleicht auch andere ihre Projekte nicht mehr planen konnten?

Ich glaube, so funktioniere ich gar nicht. Ich kann mich gut in die jeweilige aktuelle Situation hineinfühlen und mich darin bewegen. Ich habe 2019 bis Anfang 2020 extrem viel gearbeitet. Ich glaube, das waren insgesamt um die 340 Tage, also fast ein komplettes Jahr. Ich wollte Ende März 2020 eigentlich einen großen Urlaub im Ausland machen. Einfach mal backpacken und reisen. Aber ich war dann auf der Couch und habe entspannt. Aber natürlich habe ich mir auch Sorgen wegen der Krankheit gemacht. 

Hat die Politik genug für die Kultur getan? Kinos durften am 1. Juli aufmachen, die Gastronomie ist wieder offen und Konzerte finden vielleicht diesen Herbst wieder statt. Aber davor ist wenig passiert, oder?

Hoffentlich gehen die Konzerte wieder los! Es ist sehr schade, dass die Kulturbranche insgesamt sehr viel Geld in Deutschland umsetzt, das aber irgendwie nicht so richtig im Bewusstsein vor allem der Politiker verankert zu sein scheint. Der Kulturbranche, gerade den vielen selbstständigen Mitarbeitern wie Licht, Ton, Kostüm etc., ohne die man keinen Film, kein Konzert und keine Fernsehshow auf die Beine gestellt bekommt, wurde zu wenig geholfen. 

Glauben Sie, dass uns diese Pandemie noch nachhaltig beeinflussen wird oder ist das vielleicht im April 2023 schon wieder vergessen?

Ich finde, es gab – oder gibt – auch gute Learnings. Wie sich Zeit für Familie, sich selbst und die Gesundheit zu nehmen oder sich darauf zu besinnen, wie man sein Leben gestalten will. Das sind alles gute Themen und auf eine Art finde ich es gut, dass wir alle damit konfrontiert wurden, uns zu fragen, ob denn unsere Leistungsgesellschaft wirklich das beste Modell ist oder ob doch menschliche Werte eine größere Rolle spielen sollten als bisher. Aber es hätte nicht so extrem und plötzlich sein müssen.

Dann mal zum neuen "Space Jam": Was verbinden Sie mit den "Looney Tunes"? Für mich war das früher samstags, 7.30 Uhr aufstehen, Cartoons im TV gucken und Cornflakes essen.

Ich verbinde mit den "Looney Tunes" auch meine Kindheit. Ich finde es cool, dass dort einfach alles möglich ist. Wenn einer von ihnen einen Zug in die Landschaft malt, dann fährt da auch einfach ein Zug. Es gibt keine Grenzen!

Wie war das denn bei Ihnen? Viel vor dem Fernseher gehangen oder eher viel draußen gewesen?

Es war eine Mischung aus beidem. Ich fand Fernsehen total geil. Besonders Cartoons. Tom und Jerry, die ganzen "Looney Tunes" fand ich super cool. Bugs Bunny oder Tweety – Tweety war der Tollste! Ich hatte auch ein kleines Tweety-Kuscheltier. Aber ich habe auch ganz viel draußen gespielt! Irgendwelche Räuberspiele oder Piraten. "Space Jam" habe ich damals natürlich auch im Kino geschaut – mehrmals!

Und jetzt sind Sie ein Teil davon und sprechen Lola Bunny. War das Synchronsprechen unter Coronabedingungen eine einsame Angelegenheit?

Ach, beim Synchronsprechen von Filmen ist man eh relativ alleine. Das macht keinen Unterschied. Zusammen mit Sven, dem Regisseur, war es eine gute Zusammenarbeit und hat Spaß gemacht. Was viele, glaube ich, nicht wissen: Synchronsprechen ist auch eine körperlich anstrengende Sache. Man geht richtig mit. Man hört einen Unterschied in der Stimme, wenn man sich bewegt. Und Lola bewegt sich viel, weil sie viel Basketball spielt und vorher ist sie ja bei den Amazonen. Diese ganze Kraft muss man in die Stimme legen.

Welche große Trickfilmdame gefiel Ihnen früher besser: Lola Bunny oder Minnie Mouse?

Hm, ich finde, dieses "was war besser" schwierig. Ich fand beides gut. Und Lola ist in diesem Film total selbstbewusst und nicht "die Frau von". Sie ist eine starke Häsin, die am besten Basketballspielen kann. Eigentlich hat sie eine ganz andere Aufgabe und ein anderes Ziel. Aber sie ist eine echte Freundin, die ihren Freunden loyal zur Seite steht.

Brauchen Chaoten wie Bugs Bunny eine Frau wie Lola an ihrer Seite? Auch in der realen Welt?

Hmm, es kann ja auch mal andersrum sein. Der Frau wird oft die Rolle des Ruhepols des Mannes und die Aufgabe, für ihn da zu sein, zugeordnet. Das kann doch auch mal wechseln. Ich finde in einer Partnerschaft oder Freundschaft können diese Rollen beide füreinander übernehmen. Und natürlich habe ich auch Freunde, von denen ich weiß, dass sie mir immer helfen. Und so bin ich auch.

Lola Bunny ist ja schon eine Powerfrau. Was können junge Mädels von ihr lernen?

Sie weiß, wer sie ist. Jeder hat Respekt vor ihr, aber sie lässt das nicht raushängen, sondern ist einfach eine richtig feine Dame. Ich glaube, dass das auch für junge Mädels wichtig ist. Es gibt oft den Fall, dass es nicht unbedingt falsch ist, was andere einem raten, aber man sollte immer im Blick behalten, was man selbst will und was wichtig für einen ist.

Verwendete Quellen:

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