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Prinzessin Diana wäre 60: Warum sie für immer die Königin der Herzen sein wird

Prinzessin wäre heute 60 geworden  

Dianas Schatten liegt bis heute über der Royal Family

Von Maria Bode und Manfred Schäfer

01.07.2021, 13:02 Uhr
Lady Diana: Was vom Leben der "Königin der Herzen" bis heute bleibt

Am 1. Juli 2021 wäre Prinzessin Diana 60 Jahre alt geworden. Doch die royale Berühmtheit starb am 31. August 1997 im Alter von nur 36 Jahren bei einem tragischen Autounfall. Bis heute wird Lady Di verehrt. (Quelle: t-online)

Lady Diana: Historische Aufnahmen zeigen wichtige Höhepunkte im Leben der "Königin der Herzen". (Quelle: t-online)


An diesem Donnerstag wäre Prinzessin Diana 60 Jahre alt geworden. Auch über 20 Jahre nach ihrem Tod ist sie den Menschen in Erinnerung als die "Königin der Herzen". Aber warum eigentlich?

Prinzessin Diana wurde nur 36 Jahre alt, so alt wie ihr jüngerer Sohn Prinz Harry heute ist. Gerade 20 war sie, als sie Prinz Charles geheiratet hat. Das Leben als öffentliche Person, als Mitglied der Royal Family war eine seelische Belastung für Diana, das ist kein Geheimnis – und doch hat sie, gefangen im goldenen Käfig, viel erreicht. Insbesondere für Minderheiten hat Diana gekämpft. Heute hätte sie ihren 60. Geburtstag gefeiert.

Nicht nur in Großbritannien wird Diana als "Königin der Herzen" bezeichnet, sondern weltweit. Prinzessin Diana nahm Leprakranke in den Arm, gab Aidskranken ohne Handschuhe die Hand. Für ein Mitglied des Königshauses war das zu jener Zeit, in den Achtzigerjahren, höchst ungewöhnlich. Prinzessin Diana hat für frischen Wind im eingestaubten Königshaus gesorgt, sie hat die steifen Windsors von einer anderen Seite präsentiert. Das liebten die Menschen an ihr. 

Denn ihre offene und nahbare Art war es, die Menschen weltweit in den Bann zog. Sie war das Gegenteil zu ihrem damaligen Ehemann, Prinz Charles. Der Thronfolger war für viele unnahbar und verschroben. All das war Diana nicht, sie war eine Modeikone und eine Frau, die all ihr Herzblut in die karitative Arbeit gesteckt hat. Wie sehr die Welt diese Frau bewunderte, wurde bei ihrer Trauerfeier deutlich und auch noch Jahre später, denn Diana ist zur Kultfigur geworden.

29. Juli 1981: An diesem Tag gaben sich Diana Spencer und Prinz Charles in London das Jawort. (Quelle: imago image / ZUMA Press)29. Juli 1981: An diesem Tag gaben sich Diana Spencer und Prinz Charles in London das Jawort. (Quelle: imago image / ZUMA Press)

Sie war Fashionikone und meistfotografierte Frau der Welt

Als am 29. Juli 1981 der britische Thronfolger Prinz Charles und Lady Diana Spencer in der Londoner St. Paul's Cathedral heirateten, wurde Lady Di zur meist fotografierten und bekanntesten Frau der Welt. Diana wurde zum Medienstar, der allein durch ihre mondänen Auftritte die Klatschpresse zum Jubeln brachte. Sie bildete diese junge Prinzessin, die Stars wie Gianni Versace, Elton John oder George Michael zu ihren Freunden zählte, in funkelnden Designerroben ab.

Diana war unkonventionell, brach das bis dahin steife öffentliche Bild der britischen Royal Family radikal auf. Ihre Looks wurden von Frauen weltweit kopiert, sie setzte immer wieder modische Trends: Es gab Lady-Diana-Fashion-Kollektionen, Lookalike-Wettbewerbe und die klassische Diana-Frisur wurde auch bei Deutschlands Friseuren in den Achtzigerjahren zum Hit. Sie war eine globale Influencerin – lange vor Instagram, YouTube und Facebook.

Juni 1983: Diana erscheint mit Prinz Charles bei der Premiere des Filmes "James Bond: Octopussy" am Londoner Leicester Square. Für diesen Abend hat sie eine funkelnde Robe des japanischen Designers Hachi ausgewählt.  (Quelle: IMAGO / PA Images)Juni 1983: Diana erscheint mit Prinz Charles bei der Premiere des Filmes "James Bond: Octopussy" am Londoner Leicester Square. Für diesen Abend hat sie eine funkelnde Robe des japanischen Designers Hachi ausgewählt. (Quelle: IMAGO / PA Images)

Doch Diana war nicht nur eine glitzernde und elegante Person der Öffentlichkeit. Sie lächelte zwar stets in die Kameras, winkte und schüttelte Hände. Doch seelisch ging es ihr schlecht. Sie hatte Depressionen und Bulimie. Aber sie ertrug eine Zeit lang den Druck, war im Privaten für ihre Kinder eine liebevolle Mutter und zeigte sich nach außen hin stark und lächelnd. Statt sich selbst half sie an allererster Stelle anderen.

Entwicklung zur Schwulenikone in den Achtzigern

Als Mitte der Achtzigerjahre viele Schwule von der Aids-Pandemie regelrecht hingerafft wurden und sie dadurch in weiten Teilen der Gesellschaft auf unglaubliche Weise stigmatisiert wurden, ging Di unerschrocken zu Aidskranken und stellte sich demonstrativ an ihre Seite. Sie eröffnete 1987 die erste Aids-Station in einem Londoner Krankenhaus und engagierte sich bis an ihr Lebensende im Kampf gegen die tödliche Krankheit.

Prinzessin Diana 1988 mit dem Aidskranken Dante Degiorgis: Sie war die erste bekannte Person, die vor den Augen aller HIV-Patienten die Hand gab. (Quelle: IMAGO / ZUMA Wire)Prinzessin Diana 1988 mit dem Aidskranken Dante Degiorgis: Sie war die erste bekannte Person, die vor den Augen aller HIV-Patienten die Hand gab. (Quelle: IMAGO / ZUMA Wire)

Das 1987 entstandene Bild, auf dem sie einem schwer aidskranken Mann die Hand hält, ist ikonografisch. Zu dieser Zeit hatten viele Menschen größte Ressentiments gegen Homosexuelle, viele wollten nicht in ihre Nähe kommen, sie schon gar nicht berühren, da man fürchtete, sich mit HIV zu infizieren. Diana war furchtlos und weigerte sich, Handschuhe zu tragen, um den Aidskranken die Hand zu geben. Sie lud HIV-Forscher nach Hause in den Kensington-Palast ein und sprach auf Aids-Charitys. Vor allem beeinflusste sie aber durch ihren Stand und ihre Haltung die Meinung vieler Briten gegenüber Aids. Niemand anderes in ihrer Position hat dies in den Achtzigerjahren gewagt. Seit diesem legendären Foto steht Diana für viele Homosexuelle als empathische Kämpferin für die Rechte von Minderheiten. Sie setzte sich darüber hinaus auch für Obdachlose, Behinderte, Leprapatienten und kranke Kinder ein. 

April 1991: Prinzessin Diana hält während ihrer Brasilienreise ein HIV-positives Baby im Arm. (Quelle: AP/dpa/Dave Caulkin)April 1991: Prinzessin Diana hält während ihrer Brasilienreise ein HIV-positives Baby im Arm. (Quelle: Dave Caulkin/AP/dpa)

Das Jahr 1992

Das Jahr des Skandalbuches von Andrew Morton "Diana – eine wahre Geschichte". Die Öffentlichkeit war schockiert von den intimen Details des Buches, ganz England hatte Mitleid mit der gequälten Diana. Ihre Gegner schimpften, alles sei frei erfunden. Doch die Sympathien des Volkes gingen klar zu Diana. So intim hatte vorher noch nie ein Mitglied des englischen Königshauses Einblicke in sein Innerstes gewährt. Am Ende des Jahres standen Charles' öffentliches Geständnis, Diana mit Camilla Parker-Bowles betrogen zu haben und letztlich die Trennung des Prinzen und der Prinzessin von Wales. Diana nutzte ihren Sympathiebonus, um noch öffentlichkeitswirksamer für ihre karitative Arbeit, zum Beispiel den Kampf gegen Aids und die Landminen in Angola (dies insbesondere und sehr aktiv im Jahr vor ihrem Tod), aufmerksam zu machen.

Januar 1997: Diana beim Besuch eines von Landminen betroffenen Gebietes in Angola. (Quelle: IMAGO / ZUMA Wire)Januar 1997: Diana beim Besuch eines von Landminen betroffenen Gebietes in Angola. (Quelle: IMAGO / ZUMA Wire)

Für Queen Elizabeth II. war 1992 das sogenannte "Annus Horribilus", ein Schreckensjahr, denn zwei weitere ihrer Kinder ließen sich ebenfalls scheiden. Außerdem brannte ihr Lieblingsort, Schloss Windsor, ab. Für Diana war 1992 letztlich alles andere als ein Schreckensjahr: Sie verwandelte sich endgültig von der fremdbestimmten und betrogenen Prinzessin zur selbstbestimmten Frau, deren Charisma immer größer zu werden schien.

Nach der Trennung und auch noch nach der Scheidung 1996 wurde sie weiter von Paparazzi verfolgt, Bilder zeigten, wie sie das nun so freie Leben genoss – außerhalb des goldenen Käfigs. Sie wurde zwar weiterhin als Mitglied der Royal Family angesehen, übernahm aber keine Aufgaben mehr im Namen der Queen, setzte sich selbst Themen, auf die sie die Öffentlichkeit aufmerksam machen wollte. Dabei für Diana immer an erster Stelle: ihre beiden Söhne Prinz William und Prinz Harry. Mit nur 15 und 12 Jahren mussten sie vor den Augen der Welt hinter dem Sarg ihrer Mutter herlaufen.

September 1997: William und Harry mit ihrem Onkel Charles Spencer und ihrem Vater Charles bei der Beerdigung ihrer Mutter. (Quelle: imago images / ZUMA Press)September 1997: William und Harry mit ihrem Onkel Charles Spencer und ihrem Vater Charles bei der Beerdigung ihrer Mutter. (Quelle: imago images / ZUMA Press)

Öffentliche Massentrauer bei der Todesmeldung

Denn am Sonntag, den 31. August 1997, starb Diana bei einem Autounfall in Paris, mit ihr der Chauffeur und ihr Lebenspartner Dodi Al Fayed. Die Meldung sorgte weltweit für Erschütterung, fasst jede Person die vor den Neunzigerjahren geboren wurde, erinnert sich wohl noch heute an das, was sie gerade tat, als die Nachrichten weltweit vom Tod der "Königin der Herzen" berichteten.

September 1997: Nach dem Unfalltod von Prinzessin Diana legten Tausende Menschen Blumen vor dem Kensington-Palast in London nieder. (Quelle: dpa/Michael Stephens/PA Wire)September 1997: Nach dem Unfalltod von Prinzessin Diana legten Tausende Menschen Blumen vor dem Kensington-Palast in London nieder. (Quelle: Michael Stephens/PA Wire/dpa)

In London versammelten sich Tausende Menschen nach dem plötzlichen Tod der Prinzessin vor dem Kensington-Palast, Dianas ehemaligem Wohnsitz. Wochenlang legten die Menschen dort Blumen nieder. Vermutlich wurde in London in den Tagen nach Dianas Tod das größte spontane Blumenmeer der Welt gebildet. Die in der Öffentlichkeit als nicht sehr emotional geltenden Briten verfielen angesichts des brutalen Todes ihres Lieblingsroyals in eine kollektive Trauer. Vor dem Palast trafen sich schluchzende Frauen und Männer, viele kampierten nächtelang in den Straßen, um Diana nach der Trauerzeremonie in Westminster Abbey persönlich die letzte Ehre zu erweisen.

Die Trauerfeier

Die Live-Übertragung der Trauerfeier in Westminster Abbey am 6. September war ein Medienereignis, das die Welt noch nicht erlebt hatte. Es war eher ein hochemotionales Popevent als ein streng-nüchternes royales Begräbnis. Als Elton John seinen Hit "Candle in the Wind" zu Ehren seiner verstorbenen Freundin Diana in "Goodbye Englands Rose" verwandelte, waren ihr Kultstatus und der Begriff "Königin der Herzen“ wohl für alle Ewigkeit besiegelt. Eine sehr subtile Art sich von seiner Freundin zu verabschieden und gleichzeitig öffentlich Kritik an der königlichen Familie zu üben, die sich durch ihr steifes Protokoll in den Tagen zuvor beim britischen Volk auf einen Popularitätstiefpunkt katapultiert hatte.

Bei Elton Johns bewegender Performance sollen selbst bei vielen der stocksteifen Trauergästen in der Abbey die Dämme gebrochen sein. Die neue Aufnahme wurde zu einer der meistverkauften Singles aller Zeiten, im September 1997 wurde angeblich alle sechs Sekunden auf der Welt "Goodbye Englands Rose" verkauft. Elton John hat diese Version nie wieder gesungen, selbst die Bitte von Harry und William, es beim Diana-Gedenkkonzert 2007 noch einmal zu spielen, lehnte er mit der Begründung ab, es sei einfach zu emotional für ihn.

Spekulationen um Todesumstände befeuern den Diana-Kult

Die weltweit immense Anteilnahme an Dianas Tod ist ein Phänomen, das es so vorher nicht gegeben hat. Bis heute ebbt der Kult um Diana nicht ab. Die Umstände ihres Unfalltodes im Pariser Tunnel sind bis heute Grund für wilde Spekulationen. Von einem Attentat des britischen Geheimdienstes bis zum Auftragsmord der Royal Family selbst verstummen die Gerüchte nicht. Der Vater ihres damaligen Freundes Dodi, Mohammed Al-Fayed sprach wiederholt von Mord. Offiziell haben mehrere Gerichtsverfahren in Frankreich und Großbritannien das Unglück am 30. August 1997 als einen Unfall eingestuft. All dies hat den Kult um Diana nur noch befeuert.

Die populärste Prinzessin des 20. Jahrhunderts bleibt durch die schicksalhaften Wendungen in ihrem Leben, ihren brutalen Tod und vor allem ihrem karitativen Engagement für Minderheiten und als emanzipierte Frau bis heute Liebling der Massen – die "Königin der Herzen" eben. 

April 1994: Diana mit Harry und William in einer Wildwasserbahn (Quelle: imago images)April 1994: Diana mit Harry und William in einer Wildwasserbahn (Quelle: imago images)

Zu ihrem 60. Geburtstag enthüllen ihre beiden geliebten Söhne William und Harry heute in den versunkenen Gärten des Kensington-Palastes, dem einstigen Lieblingsort von Diana, ihr zu Ehren eine Statue. Damit erinnern sie mitten in London für immer an dieses charismatische Mitglied der Royal Family. Mehr Kult geht nicht.

Verwendete Quellen:

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