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"Tatort"-Kritik: "Fegefeuer" mit Til-Schweiger fehlte die Logik

Schweiger im "Tatort: Fegefeuer"  

One-Man-Show mit sinnentleerter Action und logikfreier Story

04.01.2016, 14:46 Uhr | Lars Schmidt, t-online.de

"Tatort"-Kritik: "Fegefeuer" mit Til-Schweiger fehlte die Logik. Nick Tschiller (Til Schweiger, li.) und Firat Astan (Erdal Yildiz) im "Tatort: Fegefeuer". (Quelle: NDR/Gordon Timpen)

Nick Tschiller (Til Schweiger, li.) und Firat Astan (Erdal Yildiz) im "Tatort: Fegefeuer". (Quelle: NDR/Gordon Timpen)

Die Geschichte hatte sich nach dem Ende des ersten Teils der Doppel-"Tatorts" mit Til Schweiger abgezeichnet: Kommissar Nick Tschiller (Schweiger) begab sich in "Fegefeuer" als Einzelkämpfer auf Rachefeldzug in einer actiongeladenen aber weitgehend sinnentleerten und viel zu dick aufgetragenen Geschichte.

Während ein angeblich tschetschenisches Terrorkommando das ARD-Tagesschau-Studio in Hamburg stürmt und unter anderem Judith Rakers als Geisel nimmt, greift sich Nick Tschiller seinen Todfeind Firat Astan (Erdal Yildiz). Den wollen aber auch die Geiselnehmer und so beginnt ein 90-minütiges Katz-und-Maus-Spiel. Und auch der windige Innensenator, der den Hamburger Hafen an die Russen verkaufen will, spielt ein Rolle.

Til Schweigers One-Man-Show

Der "Tatort" bemüht dabei bekannte Szenarien des Actionkinos, umgesetzt mit den Mitteln des öffentlich-rechtlichen Fernsehens und zugeschnitten auf die One-Man-Show eines Til Schweigers. Während er mit Astan durchs nächtliche Hamburg kurvt und ballert, versucht ein Krisenstab Herr der Lage zu werden, geht ein mobiles Einsatzkommando auf Position und ermitteln Tschiller-Assi Yalcin Gümer (Fahri Yardim) und Kollegin Ines Kallwey (Britta Hammelstein) im Hintergrund.

Kein Platz für Logik

Für Logik oder gar tiefgehende Dialoge bleibt in diesem Konstrukt natürlich kein Platz. Hauptsache der Cop mit der blutigen Nase darf sich durch die Story prügeln und schießen. Natürlich hat er da auch eine Panzerfaust zur Hand, mit der er sich den Weg frei schießen kann. Und wenn er auf einem LKW-Rastplatz in eine Schießerei gerät, kriegt niemand etwas mit. Dann werden aus den angeblichen Tschetschenen plötzlich Mitglieder des russischen Inlandsgeheimdienstes, die mitten in Deutschland Kommandoaktionen mit Hubschraubern vornehmen.

Plötzlich wieder gesetzestreuer Beamter

"Bist du Rächer oder Bulle", fragt Firat Astan Nick Tschiller irgendwann im Laufe des Films. Die Antwort bekommt er ganz am Ende nach einer weiteren Prügelei und Verfolgungsjagd. Tschiller tötet Firat Astan nicht. Obwohl seine Tochter das von ihrem Papa forderte, aus Rache für den Tod ihrer Mutter in Teil eins. Da ist der kompromisslose Bulle dann wieder ganz der gesetzestreue Beamte, der er zuvor in einem völlig überkandidelten "Tatort" nicht eine Minute lang war. Toll, Til!

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