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Tatort heute aus Bremen: So wird der Sonntags-Krimi "Echolot"

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"Tatort: Echolot"  

Augenzwinkern aus dem digitalen Jenseits

30.10.2016, 13:08 Uhr | Maria M. Held, t-online.de

"Tatort" aus Bremen verspricht fesselnde Unterhaltung. (Screenshot: t-online.de)
"Tatort" aus Bremen verspricht fesselnde Unterhaltung

Kommissare Inga Lürsen und Stedefreund haben alle Hände voll zu tun.

"Tatort" aus Bremen verspricht fesselnde Unterhaltung


Diesem "Tatort" wird eine besondere Ehre zuteil: Die Folge "Echolot" eröffnet die ARD-Themenwoche "Zukunft der Arbeit". Klingt langweilig? Ist es nicht. Denn die digitale Welt rüttelt die manchmal biederen Bremer Kripo-Dinosaurier durcheinander. Ihre Ermittlerkompetenz stößt hier an Grenzen.

"Da läuft unsere Tote", stellt Inga Lürsen (Sabine Postel) fest. Dieses Mordopfer ist nämlich ganz schön lebendig und am Ende die zuverlässigste Augenzeugin, die sich eine Ermittler wünschen kann: Akkurat und mit einem untrüglichen Gedächtnis. Nur eben leider tot beziehungsweise nur eine Software.

Das passiert im "Tatort: Echolot"

Die Unternehmerin und Mutter Vanessa Arnold (Adina Vetter) kommt bei einem Autounfall ums Leben - eigentlich kein Fall für die Kripo. Doch irgendetwas stimmt da nicht. Tatsächlich: Ein manipuliertes Assistenzsystem im Bordcomputer des Autos hat die Steuerung lahmgelegt. Der totale Kontrollverlust durch die manipulierte Steuerungssoftware hat den tödlichen Unfall verursacht.

Die Bremer "Tatort"-Kommissare Inga Lürsen und Nils Stedefreund (Oliver Mommsen) stoßen in dem hippen Bremer Start-up-Unternehmen "Golden Bird Systems" auf Ungereimtheiten und verschiedenste mögliche Motive wie verschmähte Liebe oder Geldgier.

Gemeinsam mit zwei Freunden und ihrem Mann hatte Vanessa Arnold das Unternehmen gegründet, eine Ideenschmiede dort, wo früher Kaffee geröstet wurde. Zeit, Ideen und Geld flossen in die Entwicklung eines digitalen Assistenten, der vor der Marktreife stand und die Junguntenehmer reich machen sollte.

Der intelligente Assistent ist ein genaues Ebenbild von Vanessa, die digitale Kopie, ein perfekter Helfer, immer zuverlässig, nie gestresst - eine liebevolle, geduldige Mutter und Tochter. "Vanessa war das Herz von GBS, unsere Gallionsfigur", schwärmt ihr Partner Kai. Ihre Kopie Nesssa sagt über sich selbst: "Ich habe gelernt, mich wie ein Mensch zu verhalten." Die echte Vanessa aber besaß die Datei, die der Schlüssel zum Programm ist.

Das beschäftigt Lürsen und Stedefreund

Absurd kommt Inga Lürsen manches vor. Konventionelle Ermittlungsarbeit hilft da nicht weiter. Computer-Nerd Linda Selb, die leicht autistisch wirkende BKA-Kollegin, muss helfen.

Mordmotiv, Zeugin, Tathergang und Indizienkette sind für die Bremer Hauptkommissare Inga Lürsen und Stedefreund irritierend. Wer hat überhaupt das Know-How um zu der Tat fähig zu sein?

Das fällt auf

Es geht um künstliche Intelligenz, um denkende Maschinen, die selbst Gefühle abrufen können. Dieser Tatort wirft die Frage auf, ob sich die von Menschen geschaffenen Entwicklungen verselbständigen können.

Beeindruckend gelöst ist die Darstellung von Medien im Medium Fernsehen - immer ein schwieriges Unterfangen. Die "Tatort"-Macher lassen den Zuschauer ein bisschen Virtual-Reality-Luft schnuppern. Den Fortschritt haben sie durch den perfekten digitalen Assistenten Nessa verkörpert, sie ist sozusagen die Seele der Software - eine Glanzleistung von Adina Vetter.

Sehenswerter Blick in die digitale Zukunft?

Ja, denn "Echolot" bleibt ein "Tatort". Er vergrault niemanden durch abgehobene Technik-Sprache. Inga Lürsen wird zur Integrationsfigur. Dieser Fall erschließt neue Motive, dürfte aber noch stärker überzeichnen. Die Macher hätten noch eine Schippe drauflegen können, die hippen Jungunternehmer hätten gerne noch nerdiger sein können.

Zu viel SciFi?

Nein, nur in den letzten zehn Minuten hebt die Handlung mit viel Tech-Sprech ein bisschen ab. Das Schlussbild ist ein grandioses Augenzwinkern aus dem digitalen Jenseits.

"Tatort: Echolot": Sonntag, 30. Oktober 2016, 20.15 Uhr, ARD.

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