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Für wen sich das E-Bike eignet – und für wen nicht

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PRO & KONTRAGroßer Überblick  

Für wen sich das E-Bike eignet – und für wen nicht

22.05.2018, 13:57 Uhr | Markus Abrahamczyk, t-online.de

Für wen sich das E-Bike eignet – und für wen nicht. E-Mountainbike auf Tour im Gebirge: Gerade in schwierigem Gelände spielt es seine Stärken aus. Aber es hat auch Nachteile. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/Alessandra Eusebio)

E-Mountainbike auf Tour im Gebirge: Gerade in schwierigem Gelände spielt es seine Stärken aus. Aber es hat auch Nachteile. (Quelle: Alessandra Eusebio/Thinkstock by Getty-Images)

Der Komfort ist hoch, das Tempo auch – genau wie Preis und Gewicht: Fans und Gegner des E-Bikes haben gute Argumente für ihre Haltung. t-online.de zeigt, für wen sich ein E-Bike eignet.

Besitzer eines E-Bikes lieben die Vorteile ihres Elektromotors, andere spotten über Gewicht und Unhandlichkeit. Recht haben beide Seiten: Vieles spricht für den Kauf eines E-Bikes, aber es gibt auch Argumente für ein klassisches Fahrrad.

Aber für welchen Radler ist das E-Bike eine gute Wahl? Und wer fährt besser mit einem normalen Fahrrad? Hier finden Sie alle Pros und Kontras.

PRO: Für wen sich das E-Bike eignet

Wer genug Geld ausgeben kann

Denn günstig ist ein gutes E-Bike nicht. Zwar kann man in Baumärkten oder anderswo immer wieder auf Schnäppchen stoßen. Kaufen sollte man diese aber eher nicht. Unabgängige Tests, zum Beispiel von Stiftung Warentest, zeigten immer wieder, dass ihre Rahmen, Lenker und Bremsen den auftretenden Belastungen teilweise nicht standhalten können. Auch die Lebensdauer der Akkus und Motoren enttäuschte.

Für ein gutes Modell investiert man mindestens 2.000 Euro. Sonst fährt nicht der Spaß mit, sondern das Risiko. Hinzu kommt, dass E-Bikes mehr Pflege benötigen und Reparaturen teurer werden können.

Ein Gebrauchtkauf ist nicht unbedingt eine Alternative: Der Akku hält etwa 500-1.000 Ladezyklen, verliert dann an Leistungsfähigkeit. Ein neuer Akku kostet ab 500 Euro und macht das vermeintliche Schnäppchen schnell zum teuren Kauf.

Mountainbike mit E-Motor: Längst werden auch E-Bikes angeboten, die für ganz bestimmte Zwecke optimiert sind. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/jk78)Mountainbike mit E-Motor: Längst werden auch E-Bikes angeboten, die für ganz bestimmte Zwecke optimiert sind. (Quelle: jk78/Thinkstock by Getty-Images)

Wer nicht so fit ist

Wer nicht mehr ganz so mobil ist oder weniger Ausdauer besitzt, aber das Fahrradfahren nicht aufgeben möchte, kann auf das E-Bike zurückgreifen und verliert dadurch nicht den Anschluss.

Beim Kauf achtet man besonders auf einen geeigneten Rahmen, so dass Auf- und Absteigen keine Probleme machen. Allerdings ist das E-Bike für Ältere nur ratsam, wenn man sich im Umgang mit der Technik und dem höheren Tempo sicher fühlt (siehe unten).

Wer tragen kann

Auf Radtouren sind immer wieder Hindernisse wie Treppen oder sandige Waldstellen zu überwinden, an denen das Fahrrad am besten geschultert wird. Das kann bei einem bis zu 28 kg schweren E-Bike schnell sehr unangenehm werden.

Zum Gewicht kommt hinzu: Viele E-Bikes haben eine ganz andere Rahmengeometrie als normale Fahrräder. Dadurch lassen sie sich oft nur unbequem tragen.

Wer regelmäßig fährt

Besonders im täglichen Einsatz und auf längeren Touren spielt das E-Bike seine Vorteile aus. Der tägliche Arbeitsweg endet nicht im Schweißbad, und auch ein Anhänger für Kinder lässt sich viel leichter ziehen.

Wer nur gelegentlich eine kurze Runde drehen möchte, ist auch auf einem herkömmlichen Fahrrad gut aufgehoben – und spart sich die hohen Mehrkosten des Elektroantriebs.

Computer am Lenker: Er verrät Tempo, Reichweite und vieles mehr. Hier lässt sich auch die Power des Elektromotors einstellen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/tigerstrawberry)Computer am Lenker: Er verrät Tempo, Reichweite und vieles mehr. Hier lässt sich auch die Power des Elektromotors einstellen. (Quelle: tigerstrawberry/Thinkstock by Getty-Images)

Wer in schwierigem Gelände fährt

Häufig im Gebirge unterwegs oder mit Gegenwind entlang der Küste? Da bietet ein Elektromotor die ideale Entlastung. Selbst Mountainbikes für den Profieinsatz, Rennräder und sogar Lastenräder, um Kinder oder schwere Güter zu transportieren, sind inzwischen schon mit einem Motor ausgerüstet.

Ist der Akku aber leer, und das ist im Schnitt nach 70 km der Fall, wird ohne Unterstützung gestrampelt. Denn eine komplette Ladung dauert schon mal vier Stunden. Dann muss die volle Last des Rades allein mit den Waden bewegt werden. Der Technik des Fahrrads schadet das aber nicht.

Reparatur am E-Bike: Besitzer sollten sich auf höheren Aufwand und auch höhere Kosten einstellen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/tigerstrawberry)Reparatur am E-Bike: Besitzer sollten sich auf höheren Aufwand und auch höhere Kosten einstellen. (Quelle: tigerstrawberry/Thinkstock by Getty-Images)

KONTRA: Für wen sich das E-Bike weniger eignet

Wer Besorgungen macht

Wenn man gerne zum Shoppen radelt und das Fahrrad in der Innenstadt abstellt, ist ein teures E-Bike keine gute Wahl. Zumindest in Großstädten wie Berlin kann es einfach nicht sicher genug angeschlossen werden. Professionelle Banden stehlen Fahrräder selbst vor den Augen von Passanten – und bevorzugen natürlich wertvolle Modelle.

Wer Sport treiben will

Wenn stramme Waden und ein knackiger Hintern gefragt sind, bleibt Ihnen das Strampeln nicht erspart. Der Hilfsmotor lindert die Qualen, aber auch den Trainingseffekt. Andererseits ist auch ein Ausflug auf dem Elektrofahrrad besser als gar keiner. Auch er kurbelt den Kreislauf an und bringt Sauerstoff ins Blut.

Abnehmbarer Akku: ein hilfreiches Detail, wenn Keller oder Garage keinen freien Stromanschluss bieten. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/tigerstrawberry)Abnehmbarer Akku: ein hilfreiches Detail, wenn Keller oder Garage keinen freien Stromanschluss bieten. (Quelle: tigerstrawberry/Thinkstock by Getty-Images)

Wer keine Möglichkeit zur sicheren Unterbringung hat

Das E-Bike im Innenhof abstellen? Im Gemeinschaftsfahrradkeller oder gar auf der Straße anschließen? Keine gute Idee. Denn dann ist es garantiert bald gestohlen – das kann auch das beste Fahrradschloss nicht verhindern. Das wertvolle E-Bike benötigt einen sicheren Raum – und sei es die eigene Wohnung. Dann aber ist ein Aufzug nötig, um das schwere und sperrige Bike zu transportieren.

Denn auch E-Bikes werden zwar immer leichter, einige Modelle sind kaum schwerer als ein normales Fahrrad. Allerdings kosten sie ein Vermögen. Die meisten Modelle wiegen mindestens 20 kg, viele sind noch schwerer. Das lässt sich kaum vermeiden, weil Akku und Motor zum normalen Gewicht hinzukommen. Außerdem müssen gerade die schnelleren E-Bikes, deren Motor den Fahrer bis Tempo 45 unterstützt, stabiler gebaut sein als andere Fahrräder.

Idealerweise hat der Lagerraum einen Stromanschluss, damit Sie den Akku laden können. Andernfalls ist wichtig, dass der Akku abnehmbar und nicht fest im Rahmen verbaut ist.

Der Verkauf von E-Bikes steigt seit Jahren: Gründe sind laut des Zweirad-Industrie-Verbands (Ziv) die immer ausgereiftere Technik, die höhere Akkuleistung und die Modellvielfalt. (Quelle: Statista)Der Verkauf von E-Bikes steigt seit Jahren: Gründe sind laut des Zweirad-Industrie-Verbands (Ziv) die immer ausgereiftere Technik, die höhere Akkuleistung und die Modellvielfalt. (Quelle: Statista)

Wer sich nicht sicher fühlt

Die Statistik ist eindeutig: Immer mehr E-Biker sind in schwere Unfälle verwickelt. In den ersten neun Monaten des Jahres 2017 gab es knapp 4.300 Unfälle mit Personenschäden, an denen ein Elektro-Fahrrad beteiligt war – 28 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

In diese Unfälle geraten extrem viele Senioren, warnt Siegfried Brockmann von der Unfallforschung der Versicherer (UDV). "Viele ältere Menschen fahren durch die Unterstützung des Elektromotors viel schneller, als es ihre Fähigkeiten eigentlich erlauben", sagt der Unfallforscher. Das führe vielfach zu Kontrollverlust und Stürzen.

Gerade ältere Radfahrer machen sich am besten ganz behutsam mit Technik und Tempo eines E-Bikes vertraut – und entscheiden dann ganz ehrlich, ob sie sich dem Fahrrad gewachsen fühlen.

Radtour durchs Grüne: Gerade manche Ältere tun sich schwer mit dem Umstieg aufs E-Bike und bleiben lieber bei ihrem gewohnten Fahrrad. (Quelle: Getty Images/22kay22)Radtour durchs Grüne: Gerade manche Ältere tun sich schwer mit dem Umstieg aufs E-Bike und bleiben lieber bei ihrem gewohnten Fahrrad. (Quelle: 22kay22/Getty Images)

Wer das Fahrrad im Urlaub nutzt

Auch das E-Bike kann mit auf Reisen gehen – aber dann ist der Transport gut zu planen. Im Flugzeug lässt es sich nicht mitnehmen. Denn die meisten Fluglinien nehmen keine Akkus an Bord, da sie als Gefahrgut eingestuft werden. Bahnreisende bedenken am besten das Gewicht und die Sperrigkeit des E-Bikes, insbesondere an Treppen im Bahnhof. 

Am Auto sind Dachgepäckträger alles andere als ratsam. Wegen des Gewichts lassen sich E-Bikes kaum aufs Autodach hieven. Heckträger wiederum müssen auf das hohe Gewicht, den oftmals stärkeren Rahmen und auch auf die häufig größere Länge von E-Bikes ausgerichtet sein. Der vorhandene Träger für normale Fahrräder ist dieser Aufgabe oftmals nicht gewachsen.

Wer zu jung ist

Kinder unter 14 Jahren gehören nicht auf ein E-Bike, da sie die höheren Geschwindigkeiten noch nicht einschätzen können und eventuell die Kontrolle über das Fahrrad verlieren.

Die Alternative

E-Bikes mit besonderer Technik können 4.000 Euro oder mehr kosten. Wer keine extremen Touren fährt, muss nicht so viel Geld ausgeben. Ein relativ günstiges E-Bike – aber kein Billigmodell – genügt alltäglichen Ansprüchen vollkommen. Und wer sich gar nicht entscheiden kann, hat dann vielleicht noch genügend Geld übrig für ein günstiges normales Fahrrad.

Alle PROS und KONTRAS im Überblick

PRO E-BikeKONTRA E-Bike

Macht längere Touren auch im
Alter möglich

Nicht ganz billig

Erleichtert Fahrten in
schwierigem Gelände

Schwer und unhandlich zu tragen
Erlaubt hohes TempoBraucht sichere Unterbringung
Schwierig in den Urlaub mitzunehmen
Nichts für Kinder

E-Bike, Pedelec und S-Pedelec – die Unterschiede

Jedes Fahrrad mit Elektromotor wird als E-Bike bezeichnet. Und dann unterscheidet man: Kann der Motor das Fahrrad allein antreiben? Oder unterstützt er nur die Trittbewegung des Fahrers? In diesem Fall wird auch vom Pedelec gesprochen. Das Kürzel steht für "Pedal Electric Cycle".

Eine weitere Sonderform wiederum ist das S-Pedelec. Hier unterstützt der Motor den Fahrer bis zu Tempo 45. Vorgeschrieben sind deshalb ein Versicherungskennzeichen und ein Helm. Das S-Pedelec gehört außerdem nicht auf den Radweg, sondern auf die Straße. Auch auf Waldwegen und in Fußgängerzonen, die für Fahrräder freigegeben sind, hat es nichts zu suchen. Beim normalen Pedelec unterstützt der Motor den Fahrer nur bis Tempo 25.

Verwendete Quellen:
  • dpa
  • Eigene Recherche

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