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Blitzer messen jahrelang falsches Tempo – Hersteller wusste Bescheid

Hersteller wusste Bescheid  

Blitzer messen jahrelang falsches Tempo

18.03.2021, 15:45 Uhr
Blitzer messen jahrelang falsches Tempo – Hersteller wusste Bescheid  . Blitzer im Einsatz: Bei einem bestimmten Modell kann es zu Messfehlern kommen, wenn das Fahrzeug nicht während der gesamten Messentfernung vom Laser erfasst wird. (Quelle: imago images/Eibner)

Blitzer im Einsatz: Bei einem bestimmten Modell kann es zu Messfehlern kommen, wenn das Fahrzeug nicht während der gesamten Messentfernung vom Laser erfasst wird. (Quelle: Eibner/imago images)

Längst haben Experten nachgewiesen: Der Blitzer Leivtec XV3 misst teilweise falsche Geschwindigkeiten. Trotzdem blieb er im Einsatz. Nun stoppt der Hersteller das Gerät – viel zu spät, sagen Kritiker.

Schon 2019 gab es einen Verdacht, seit vergangenem Sommer den Beweis: Beim Blitzer XV3 des Herstellers Leivtec treten teilweise Messabweichungen auf. Oder anders gesagt, er misst manchmal falsche Geschwindigkeiten. In Betrieb blieb das Gerät dennoch. Bis jetzt.

Es ist ein einfacher Test, dem sich der Leivtec XV3 im August 2020 stellen muss: Zwei identische Blitzer messen das Tempo desselben Autos – natürlich müssen dabei auch identische Ergebnisse herauskommen. So ist es aber nicht. Beide Geräte zeigten unterschiedliche Geschwindigkeiten an, der Messfehler liegt außerhalb eines erlaubten Grenzwerts. Der Blitzer hat versagt. So steht es seit einer Beurteilung des Tests im Oktober 2020 fest. Nach aktuellen Angaben eines Berliner Anwalts soll der Messfehler bei bis zu 20 km/h liegen.

Im folgenden Monat reagiert der Hersteller – mit einer neuen Bedienungsanleitung. Das Gerät selbst bleibt unverändert. Und weiterhin in Betrieb.

Bundesbehörde schaltet sich ein

Nochmals drei Monate später, am 12. März 2021, folgt eine Veröffentlichung der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB). Weitere Versuche von Sachverständigen würden bestätigen, dass es weiterhin zu falschen Messungen kommen kann. Obwohl doch Leivtec eine neue Bedienungsanleitung verfasst hat. Die PTB informiert den Hersteller und beginnt eigene Messungen. Deren Ergebnisse stehen allerdings noch aus.

Nun, im März 2021, reagiert der Hersteller erneut – aber nicht mit einer neuen Anleitung. In einem Brief an die Betreiber seines Blitzers heißt es stattdessen: "Da zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht mit der notwendigen Sicherheit ausgeschlossen werden kann, dass es auch bei Beachtung der Regeln der ergänzten Gebrauchsanweisung zu unzulässigen Messwertabweichungen kommen kann, möchten wir Sie bitten, von weiteren amtlichen Messungen vorerst Abstand zu nehmen."

Der Blitzer könne also falsch messen und soll nicht mehr benutzt werden, schreibt Leivtec – mehr als ein halbes Jahr nach den ersten Messungen. Damit dürfte sich der Hersteller nicht nur den Ärger unzähliger Autofahrer einhandeln, sondern auch den Groll der Abnehmer seines Geräts. Und davon gibt es eine ganze Menge. Die sogenannte Referenzliste des Herstellers, auf der Kunden (darunter Großstädte wie Dresden oder Oldenburg) notiert sind, umfasst ganze zehn Seiten. Sie müssen nun unter Umständen die laufenden Verfahren einstellen, die auf Daten des Fehler-Blitzers basieren. Hier erfahren Sie, was betroffene Autofahrer nun tun können.

Verwendete Quellen:
  • presseportal.de
  • Rundfunk Berlin-Brandenburg

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