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Darum ist Tanken jetzt so teuer

  • Markus Abrahamczyk
Von Markus Abrahamczyk

Aktualisiert am 02.02.2022Lesedauer: 4 Min.
Immer neue Rekorde: E10 und Diesel sind in Deutschland so teuer wie nie.
Immer neue Rekorde: E10 und Diesel sind in Deutschland so teuer wie nie. (Quelle: Rolf Poss/imago-images-bilder)
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Ein Rekordwert nach dem anderen: Die Spritpreise steigen und steigen. Nun erreicht Biosprit E10 ein neues Allzeithoch. Woher kommen diese hohen Preise? Wie geht es weiter an der Tanke? Und was sollten Autofahrer nun tun?

Das Wichtigste im Überblick


  • Warum ist Sprit gerade so teuer?
  • Wie setzen sich die Spritpreise zusammen?
  • Wie entwickeln sich die Spritpreise in Zukunft?

Das Tanken ist in Deutschland so teuer wie nie: Der Dieselpreis hat in den vergangenen Monaten immer wieder neue Rekorde erreicht. Auch die Benzinpreise steigen von einem Hoch aufs nächste.


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Und nun zieht E10 nach: Der Biosprit hat seinen bisherigen Höchststand aus 2012 überschritten. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt kostete ein Liter E10 am Dienstag 1,712 Euro. Nebenbei stieg der Dieselpreis auf einen erneuten Spitzenwert von 1,640 Euro pro Liter.

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Wie kommt es zu diesen Preisen? Und was können Autofahrer nun tun? t-online erklärt es Ihnen.

Warum ist Sprit gerade so teuer?

Wichtigster Treiber ist der Ölpreis. Der Preis pro Barrel der Nordseesorte Brent hat zuletzt zeitweise die Marke von 90 Dollar überschritten – und damit einen mehrjährigen Höchststand erreicht. Hintergrund ist ein knappes Angebot bei stabiler Nachfrage.

Hinzu kommen die politischen Spannungen an der russisch-ukrainischen Grenze. Sie führen an den Terminbörsen, wo Öl gehandelt wird, zu einem hohen Risikoaufschlag. Denn Russland ist mit elf Millionen Barrel der zweitgrößte Ölförderer der Welt. Und auch andere Konflikte, etwa die schwierige Lage im Jemen, wirken sich bis auf unsere Zapfsäulen hin aus.

Außerdem stieg zum Jahresbeginn der CO2-Preis um fünf Euro auf 30 Euro pro Tonne. Auch das macht den Sprit teurer – allerdings nur um etwa 1,5 Cent pro Liter, laut dem ADAC.

Wie setzen sich die Spritpreise zusammen?

Der größte Teil des Spritpreises an der Tankstelle besteht aus Steuern und Abgaben (Mehrwertsteuer, Ökosteuer, Energiesteuer, Beitrag an den Erdölbevorratungsverband). Im Falle von Super E10 etwa bezahlen Sie derzeit pro Liter rund 27 Cent Mehrwertsteuer, außerdem knapp 65,5 Cent Energiesteuer und CO2-Preis.

Den zweitgrößten Anteil macht der Einkaufspreis aus. Er wird ebenfalls durch sehr verschiedene Faktoren bestimmt, etwa den Rohölpreis, den Dollarkurs, den Weltmarkt. Der Rest ist Gewinn – von dem aber noch Pacht, Transport, Angestellte und mehr bezahlt werden müssen.

Zusammensetzung des E10-Preises

Komponente Anteil am Gesamtpreis
Abgaben (MwSt., Ökosteuer, Energiesteuer, EBV) 55 Prozent
Wareneinstand/Produktpreis 40 Prozent
Kosten 5 Prozent

Wie entwickeln sich die Spritpreise in Zukunft?

Das hängt von vielen Faktoren ab, etwa von der geopolitischen Lage und der wirtschaftlichen Entwicklung. Eines steht aber fest: Der Preis pro Tonne CO2 (derzeit: 30 Euro) wird in den kommenden Jahren deutlich steigen – schrittweise auf 55 Euro je Tonne im Jahr 2025. Und an diese Entwicklung dürften sich die Spritpreise anpassen.

Das sei ein Beitrag zum Klimaschutz, meinen die Befürworter. Laut der Wissenschaft hingegen bleibt CO2 auch 2025 noch viel zu billig, um einen wirksamen Beitrag zu leisten.

Was kann ich als Autofahrer tun?

  • Natürlich ist nicht jede Fahrt vermeidbar. Einige aber doch. Und mit jeder umgangenen Autofahrt ersparen Sie sich nicht nur weiteren Verschleiß und Wertverlust, sondern eben auch teuren Sprit – ganz besonders übrigens auf kurzen Fahrten.
  • Schonend, vorausschauend und möglichst konstant fahren: Damit sparen Sie nicht nur Sprit, sondern auch Stress. Beschleunigen Sie beherzt, dann im höchstmöglichen Gang fahren, unnötiges Schalten vermeiden, Rollphasen nutzen. An der Ampel oder Schranke: Motor ausschalten.
  • Halten Sie die Technik in Schuss. Denn ein ungepflegtes Auto verbraucht mehr Sprit. Reifendruck regelmäßig kontrollieren und anpassen: Zu wenig Luft in den Reifen ist nicht nur gefährlich, sondern steigert auch den Verbrauch. Und wer unnötigen Ballast durch die Gegend fährt, erhält die Quittung dafür an der Zapfsäule. Tanken Sie, wenn es am günstigsten ist. Hier finden Sie die besten Uhrzeiten.
  • Bei immer weiter steigenden Preisen scheint es manchem verlockend, einen Sprit-Vorrat in der Garage zu horten. Davon rät der ADAC entschieden ab: "Kraftstoffe daheim zu lagern, kann lebensgefährlich sein, da schnell entzündliche Dämpfe leicht aus den Reservebehältern entweichen können."
  • Die hohen Preise in Deutschland und der billige Sprit bei unseren Nachbarn lassen den Tanktourismus erblühen. Bedenken Sie aber: Die Fahrt über die Grenze selbst verbraucht teuren Sprit. Hinzu kommen Verschleiß und Wertverlust, den Sie dadurch steigern. Außerdem ist der Sprit auch in den Nachbarländern in Grenznähe nicht unbedingt so günstig wie in anderen Regionen. Deshalb kann eine eventuelle Ersparnis häufig kaum den Zeitaufwand und andere Nachteile aufwiegen.
  • Die Entwicklung der CO2-Kosten soll auch zur Anschaffung besonders sparsamer Modelle anregen. Wer die nötigen Mittel hat und ohnehin einen Neukauf erwägt, sollte dabei die Preisentwicklung an der Tankstelle im Hinterkopf behalten. Auch durch die Förderprämie für E-Autos kann sich der Umstieg auf einen alternativen Antrieb lohnen. Die 20 saubersten Autos Deutschlands finden Sie hier.
  • Und schließlich: Nicht jeder braucht wirklich ein Auto. Mehr noch, für die meisten Besitzer rentiert sich das eigene Auto überhaupt nicht. Wer kein Vielfahrer ist, kann mit einem Leihwagen oder Carsharing viel Geld sparen. Hier lohnt es sich richtig, mal die eigenen Gewohnheiten zu überprüfen.
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