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Energiekrise: ADAC ruft zum Radfahren auf – "auf Kriegsentwicklung Einfluss nehmen"


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Überraschender ADAC-Aufruf wegen Ukraine-Krieg

Von afp, t-online, mab

Aktualisiert am 27.04.2022Lesedauer: 2 Min.
Klare Haltung zu Russlands Ukraine-Krieg: Der ADAC fordert seine Mitglieder zum Spritsparen auf.
Klare Haltung zu Russlands Ukraine-Krieg: Der ADAC fordert seine Mitglieder zum Spritsparen auf. (Quelle: Sven Simon)
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Er hat das Image des Autofahrer-Lobbyisten, aber nun kommen ganz ungewohnte Töne vom ADAC: Der Verkehrsclub bezieht klare Position zu Russlands Krieg in der Ukraine.

Der ADAC ruft angesichts des Krieges in der Ukraine zum Spritsparen auf. "Jeder gesparte Liter Treibstoff kann dazu beitragen, die Abhängigkeit von Ölimporten zu reduzieren und damit mittelbar auf die weitere Entwicklung des Krieges Einfluss nehmen", sagte ADAC-Präsident Christian Reinicke den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Es sei auch möglich "zum Bäcker mit dem Fahrrad anstatt mit dem SUV" zu fahren.

"Für viele Kurzstrecken ergibt die Autofahrt keinen Sinn. Bei anderen Strecken kann man auch mal den ÖPNV nutzen", sagt Reinicke weiter. Er rät überhaupt zu einer sparsamen Fahrweise. "Ich selbst versuche ebenfalls, rund 20 Prozent langsamer zu fahren. Wenn das alle 21,2 Millionen Mitglieder des ADAC so machen würden, wären es bereits gewaltige Einspareffekte", sagte er.

Fast jeder Zweite will mitmachen

Laut einer vom ADAC in Auftrag gegeben Umfrage sei derzeit fast jeder Zweite bereit, auf Einzelfahrten mit dem Auto zu verzichten, um Energie zu sparen. 60 Prozent sei es demnach gelungen, mit einer sparsameren Fahrweise Energie zu sparen.

Befristetes Tempolimit: Es würde den Spritverbrauch deutlich senken – und damit auch Deutschlands Abhängigkeit von russischen Energielieferungen.
Befristetes Tempolimit: Es würde den Spritverbrauch deutlich senken – und damit auch Deutschlands Abhängigkeit von russischen Energielieferungen. (Quelle: Olaf Döring/imago-images-bilder)

So wirksam ist es, Sprit zu sparen

Dass solche Maßnahmen tatsächlich wirken, ist längst belegt. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace nennt dazu einige Beispiele:

  • Wenn Deutschlands Autofahrer nur jede vierte Freizeit-Fahrt von mindestens 20 Kilometern streichen, lassen sich allein dadurch 1,2 Millionen Tonnen Sprit pro Jahr einsparen (1,2 Prozent der Mineralölimporte).
  • Zwei autofreie Sonntage pro Monat würden jährlich eine weitere Ersparnis von 1,3 Millionen Tonnen Sprit bringen (1,4 Prozent der Mineralölimporte).
  • Und ein befristetes Tempolimit von 100 km/h auf Autobahnen würde zwei Millionen Tonnen Sprit pro Jahr einsparen. Das sind mehr als zwei Prozent unserer Mineralölimporte.
  • Ein Limit von 80 km/h außerorts würde weitere 400.000 Tonnen Sprit jährlich sparen (0,4 Prozent der Mineralölimporte).

Die Mehrheit der Deutschen ist übrigens für ein generelles Tempolimit auf Autobahnen. Das bestätigt einmal mehr eine aktuelle Umfrage.

Autofreier Sonntag: Zuletzt eher ein Aktionstag (hier 2011 in NRW), könnte er zum wirtschaftlichen Druckmittel werden.
Autofreier Sonntag: Zuletzt eher ein Aktionstag (hier 2011 in NRW), könnte er zum wirtschaftlichen Druckmittel werden. (Quelle: Teutopress/imago-images-bilder)

Verkehrsclub startet Kampagne

Um die ADAC-Mitglieder zum Spritsparen anzuhalten, startet der Verein nun eine Kampagne. Dabei sollen Autofahrer über Einsparpotenziale und Alternativen zum eigenen Fahrzeug informiert werden. In einem offenen Brief, den der ADAC am Mittwoch an seine Mitglieder verschicken will, rufen Reinicke und ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand den Funke-Zeitungen zufolge zum Fußgehen und Radfahren auf.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur AFP
  • Greenpeace
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  • Markus Abrahamczyk
Von Markus Abrahamczyk
ADACDeutschlandGreenpeaceRusslandUkraine

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